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Feneberg-Mitarbeiter zwischen Wut und Hoffnung

Feneberg-Mitarbeiter zwischen Wut und Hoffnung

Die Allgäuer Supermarktkette Feneberg steckt in Schwierigkeiten. Mit einem Schutzschirmverfahren soll das Unternehmen bewahrt werden. Wie genau, das wollten rund 700 Mitarbeiter wissen – bei einer Betriebsversammlung mit Chefs und Sanierern.

Über dieses Thema berichtet: Bayernmagazin am .

Viele Feneberg-Mitarbeiter zeigten sich enttäuscht auf der Betriebsversammlung, manche waren gar wütend, andere kämpften mit den Tränen. Die Stimmung war sehr gedrückt, sagt Manuela Karn von der Gewerkschaft Verdi dem Bayerischen Rundfunk. Die großen Fragen bei allen: Hat Feneberg überhaupt noch eine Zukunft? Und wenn ja, wie lange noch? Dazu kommt auch Ärger an den Kassen: Kunden lassen ihren Frust bei den Beschäftigten ab, weil bereits gekaufte Einkaufsgutscheine im Moment nicht mehr eingelöst werden können.

Die Hoffnung der Belegschaft: Dass das Schutzschirmverfahren bis Ende März greift – und sich ein Käufer findet. Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold zeigt sich optimistisch. Er spricht von regem Interesse an Feneberg, vor allem wegen der starken regionalen Verwurzelung der Marke.

Bis Ende März konkrete Ergebnisse?

Durch das Schutzschirmverfahren sollen bis zum 31. März 2026 konkrete Ergebnisse vorliegen. Ziel müsse es laut Karn sein, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und Feneberg zukunftsfähig werde.

Der Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold teilte dem Bayerischen Rundfunk auf Nachfrage mit, dass er dieses Ziel teile und um jeden Arbeitsplatz kämpfe. Er habe Verständnis für die Mitarbeiter, die "sehr aufgebracht darüber [sind], dass Gutscheine aufgrund von insolvenzrechtlichen Vorschriften nicht mehr eingelöst werden können".

Sanierungsgeschäftsführer: "Höchst attraktiv"

Wie kürzlich bekannt wurde, soll die Allgäuer Supermarktkette Feneberg verkauft werden. Leibold rechnet mit "regem Interesse", denn die Marke sei mit ihrem lokalen Bezug "höchst attraktiv".

Thomas Kiechle, Oberbürgermeister von Kempten (CSU), hofft, dass bald ein Investor für Feneberg gefunden wird: "Das Unternehmen hat im Allgäu eine herausragende Bedeutung." Er sorgt sich um die vielen Allgäuer Landwirte, die bei dem Lebensmittelhändler unter Vertrag stehen. Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller (FW) betont, dass alles für die Rettung der Supermarktkette getan werden müsse, denn sie spiele eine essenzielle Rolle in der Nahversorgung im Allgäu. Sie ist optimistisch, dass die Familie einen guten Weg finden werde.

Schon vor Jahren in wirtschaftliche Schieflage geraten

Das Unternehmen war bereits vor Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Die Sanierung von 2019 bis 2024 ist laut Seibold aber nicht erfolgreich gewesen: "In den letzten Jahren wurde bei Feneberg vieles angestoßen, allerdings nicht alles konsequent zu Ende gebracht." Erst im vergangenen Jahr war die Mehrheit des Feneberg-Tochterunternehmens Allgäu Fresh Foods GmbH & Co KG nach einem Insolvenzverfahren verkauft worden.

Durch das Schutzschirmverfahren jetzt will Leibold erreichen, dass Unternehmen nachhaltig zu sanieren, "denn ich glaube an das regionale Konzept von Feneberg und an unsere Mitarbeitenden". Die Feneberg-Tochtergesellschaft Landbäckerei Sinz sowie die Veranstaltungshalle BigBox und das dazugehörige Hotel in Kempten, die ebenfalls von Familie Feneberg betrieben werden, sind laut Leibold nicht von der Insolvenz betroffen.

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