Angeklagt sind der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums Stefan W. und sein Geschäftspartner Helmut L. Beiden wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem Untreue und Bestechlichkeit in über 20 Fällen vor.
Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums Stefan W. soll Geld aus der Diözese als Darlehen an Firmen in den USA gegeben haben, an denen sein mitangeklagter Geschäftspartner beteiligt war. Dieser finanzierte dann mit dem Geld Immobilienprojekte in den USA, die laut Anklage, "nicht oder nicht ausreichend gesichert" waren.
Anklage hätte schon Anfang Januar verlesen werden sollen
Beide sollen an diesen Geschäften verdient haben. Für die Diözese Eichstätt sei insgesamt ein Schaden über mehr als 40 Millionen Euro entstanden.
Ursprünglich hätte die Anklage schon Anfang Januar verlesen werden sollen, damals erschien aber einer der Angeklagten aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verhandlung. Heute waren beide Angeklagten pünktlich mit ihren Verteidigern anwesend und die Anklage konnte verlesen werden.
Trotzdem war der Gesundheitszustand des Angeklagten nach wie vor ein Thema. Immer wieder beantragte die Verteidigung Pausen für ihren Mandanten, Außerdem wurden die Eingangsstatements der beiden Angeklagten auf den nächsten Termin am Donnerstag verschoben, weil Helmut L. keine Energie mehr habe, so seine Anwältin.
Verteidiger weisen Vorwürfe zurück
Die Verteidiger äußerten sich allerdings schon: Sie wiesen die Vorwürfe zurück. Der Verteidiger des ehemaligen Bistumsmitarbeiters Stefan W. sagte etwa, dieser habe sich immer an die Anlagestrategie des Bistums Eichstätt gehalten. Die Verteidigerin des Immobilienentwicklers Helmut L. betonte, die umstrittenen Anlageprojekte wären nur deshalb nicht erfolgreich gewesen, weil das Bistum sein Kapital vorzeitig abgezogen habe.
Am Donnerstag geht der Prozess weiter, dann sollen auch die beiden Angeklagten selbst zu Wort kommen. Insgesamt wird der Prozess wahrscheinlich bis in den Sommer hinein dauern.
- Zum Artikel des Donaukurier: "Eichstätter Finanzskandal: So wehren sich die Angeklagten gegen die Vorwürfe" [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]
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