Die Angeklagten und ihre Verteidiger im Gerichtssaal am Landgericht München.
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Nach einem holprigen Prozessbeginn Anfang Januar konnte am Dienstag die Anklage am Landgericht München verlesen werden.
Bildrechte: BR/ Anton Kästner
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Nach einem holprigen Prozessbeginn Anfang Januar konnte am Dienstag die Anklage am Landgericht München verlesen werden.

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Finanzskandal um Bistum Eichstätt: Anklage verlesen

Finanzskandal um Bistum Eichstätt: Anklage verlesen

Das Bistum Eichstätt hat über 40 Millionen US-Dollar in den USA verloren: Diese Schlagzeile sorgte 2018 bundesweit für Aufsehen. Heute wurde im Prozess am Landgericht München die Anklage verlesen – die Angeklagten wiesen einige Vorwürfe zurück.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Angeklagt sind der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums Stefan W. und sein Geschäftspartner Helmut L. Beiden wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem Untreue und Bestechlichkeit in über 20 Fällen vor.

Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums Stefan W. soll Geld aus der Diözese als Darlehen an Firmen in den USA gegeben haben, an denen sein mitangeklagter Geschäftspartner beteiligt war. Dieser finanzierte dann mit dem Geld Immobilienprojekte in den USA, die laut Anklage, "nicht oder nicht ausreichend gesichert" waren.

Anklage hätte schon Anfang Januar verlesen werden sollen

Beide sollen an diesen Geschäften verdient haben. Für die Diözese Eichstätt sei insgesamt ein Schaden über mehr als 40 Millionen Euro entstanden.

Ursprünglich hätte die Anklage schon Anfang Januar verlesen werden sollen, damals erschien aber einer der Angeklagten aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verhandlung. Heute waren beide Angeklagten pünktlich mit ihren Verteidigern anwesend und die Anklage konnte verlesen werden.

Trotzdem war der Gesundheitszustand des Angeklagten nach wie vor ein Thema. Immer wieder beantragte die Verteidigung Pausen für ihren Mandanten, Außerdem wurden die Eingangsstatements der beiden Angeklagten auf den nächsten Termin am Donnerstag verschoben, weil Helmut L. keine Energie mehr habe, so seine Anwältin.

Verteidiger weisen Vorwürfe zurück

Die Verteidiger äußerten sich allerdings schon: Sie wiesen die Vorwürfe zurück. Der Verteidiger des ehemaligen Bistumsmitarbeiters Stefan W. sagte etwa, dieser habe sich immer an die Anlagestrategie des Bistums Eichstätt gehalten. Die Verteidigerin des Immobilienentwicklers Helmut L. betonte, die umstrittenen Anlageprojekte wären nur deshalb nicht erfolgreich gewesen, weil das Bistum sein Kapital vorzeitig abgezogen habe.

Am Donnerstag geht der Prozess weiter, dann sollen auch die beiden Angeklagten selbst zu Wort kommen. Insgesamt wird der Prozess wahrscheinlich bis in den Sommer hinein dauern.

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