Hammerwerferin Clara Hegemann bei den U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere
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Hammerwerferin Clara Hegemann bei den U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere
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Förderung im Spitzensport – was können wir besser machen?

Förderung im Spitzensport – was können wir besser machen?

Bei den Olympischen Winter- und Sommerspielen verlieren wir Medaillen. Fördern wir unsere Athletinnen und Athleten nicht genug? An Geld fehlt es nicht, so Experten – es sei nur falsch verteilt.

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Goldnation Deutschland – das war einmal. Bei den letzten drei Olympischen Winter- und Sommerspielen ging es mit der Medaillenausbeute bergab [externer Link]. Der bisherige Tiefpunkt war Paris 2024 mit insgesamt nur 33 Medaillen für Deutschland – die schlechteste Platzierung seit der Wiedervereinigung. Auch bei den Winterspielen ging es bergab. Was können wir für unsere Sportlerinnen und Sportler tun, damit sie optimal gefördert werden?

Wer eine Olympia-Teilnahme zum Ziel hat, besucht häufig eine der 43 Eliteschulen des Sports, die es in Deutschland gibt. So auch Clara Hegemann. Die 18-Jährige ist mehrfache deutsche Meisterin im Hammerwerfen. Sie hat zudem das Sportinternat "Haus der Athleten" in München besucht. Hegemann hat gerade ihren Realschulabschluss gemacht – jetzt parallel zum Sport noch ein FOS-Abitur oder eine Ausbildung – es sei natürlich schwierig, beides unter einen Hut zu bringen. Vor allem betriebliche Ausbildungen, die daneben eine Sportlerkarriere ermöglichen, würden kaum angeboten.

Der Schulabschluss ist der "gefährlichste Teil"

Studien zeigen: Der Schulabschluss ist häufig der Zeitpunkt, an dem viele mit dem Leistungssport aufhören. Ronny Fudel vom Institut für angewandte Trainingswissenschaft spricht vom "gefährlichsten Teil" einer Sportlerlaufbahn. Nicht nur sei der Schulabschluss naturgemäß eine Zäsur im Leben eines jeden Athleten, sondern ab da ginge es auch im sportlichen Bereich vom Junioren- ins Seniorenalter.

Wer nicht zu Polizei oder Bundeswehr geht, fällt leicht durchs Raster

Dies bedeute, dass die Leistungsanforderungen stiegen und mehr Training erforderlich sei, was die Athleten und Athletinnen nicht nur finanziell an ihre Grenzen bringe. Eine Fördermöglichkeit sind die Polizei- und Bundeswehrkader. Das sind spezielle Stellen, bei denen Profis trainieren und auch ein Gehalt beziehen können. Aber Gerhard Neubauer, Vizepräsident des Bayerischen Landessportverbands BLSV sagt, "nicht jeder möchte ein Polizist werden und nicht jeder kann studieren. Und da gibt es natürlich dann Athleten, die fallen durch alle Raster".

Es gibt noch andere Unterstützung, viel ist es jedoch nicht. Clara Hegemann bekommt aktuell pro Monat 250 Euro von der Bayerischen Sporthilfe, bei den restlichen Ausgaben helfen die Eltern – das heißt, Miete, Reisekosten, Sportgerät.

Sportkletterin Annika Müller, Athletenvertreterin des Jugend-Bayern-Kaders des Deutschen Alpenvereins, studiert neben der leistungssportlichen Karriere. Auch sie müsse draufzahlen, aber sie mache dies gern für ihren Sport, sagt sie. Allerdings, mit Blick auf die Zukunft habe sie schon irgendwie Sorgen. Sie würde sich wünschen, dass es noch bessere Möglichkeiten gäbe, parallel zum Leistungssport eine duale Karriere betreiben zu können, "die dann so den tatsächlichen beruflichen Vorstellungen entspricht". Beispielsweise schlägt sie vor, dass man stärker mit Universitäten zusammenarbeite, aber auch mit Unternehmen.

Profisport und betriebliche Ausbildung? Fast unmöglich

Tatsächlich sei es, so die einhellige Einschätzung, sehr schwierig, Unternehmen zu finden, die eine Profisportkarriere neben der betrieblichen Ausbildung unterstützen. Auch dann, wenn die gleichen Unternehmen gern als Sponsoren lokaler Laien- und Profisportler auftreten. Und wer hier keine Möglichkeiten hat, hört häufig auf.

Jugend-Sportförderung funktioniert sehr gut

Tatsächlich, so die Einschätzung von Trainingswissenschaftler Fudel, ist es so, dass es in Deutschland nicht weniger Geld für die Förderung der Profis gebe als in anderen Ländern. Es sei nur falsch verteilt. Die Wettkampfdatenbank des Instituts habe gezeigt, "dass wir in den Medaillenzahlen beim Wintersport in den Juniorenweltmeisterschaften mit weitem Abstand auf Platz 1 sind".

Für Fudel ein Hinweis, dass man Trainingsinhalte zu früh vorziehe. Im Gegensatz dazu verliere Deutschland jedoch Medaillen im Seniorenbereich. Dabei ist in vielen Sportarten der sogenannte Leistungspeak erst jenseits dem Alter von 20 erreicht – genau dann, wenn das eher engmaschige Netz der Jugendförderstrukturen nicht mehr so gut greifen kann.

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