Seit gut vier Wochen weisen in der oberbayerischen Gemeinde Penzberg Schilder im Stadtgebiet auf das muslimische Freitagsgebet hin. Inzwischen sind sie schon dreimal beschädigt worden, zuletzt in der Nacht auf Freitag.
Wie die Kripo Weilheim mitteilte, wurden die Gottesdiensttafeln erneut mit Farbe übersprüht. Bei einem vorausgegangenen Vorfall am 31. Juli wurde das Hinweisschild ebenfalls mit Farbe bis zur Unkenntlichkeit übermalt. Zudem war das Symbol der laut der Bundeszentrale für politische Bildung als rechtsextrem und neonazistisch eingestuften Kleinstpartei "Der III. Weg" zu sehen.
Bitte um konsequente Ermittlungen
Die Islamische Gemeinde bedauert und verurteilt die erneute Beschädigung ihrer Hinweisschilder. Nach den wiederholten Vorfällen erwarte man, dass die Ermittlungen konsequent fortgeführt, geeignete Maßnahmen ergriffen und die Verantwortlichen für diese kriminellen Handlungen zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Imam Benjamin Idriz.
Imam: Keine Tat von Penzbergern
Idriz sagte, er gehe nicht davon aus, dass jemand aus Penzberg die Schilder beschädigt habe. Seine Botschaft an die "hasserfüllten und kriminell Handelnden" sei: "Lassen Sie die Penzberger Stadtgesellschaft in Ruhe." Man wolle gemeinsam nach vorne schauen, sagte der Imam. Penzberg stehe für ein friedliches und respektvolles Miteinander. Dieses Miteinander wolle man sich durch solche Taten nicht nehmen lassen.
Zeugen sollen sich melden
Zur Aufklärung der Taten bittet die Kriminalpolizei Weilheim um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer im Zeitraum von Donnerstagabend (20. August) bis Freitagmorgen (21. August) verdächtige Personen oder Fahrzeuge in den Straßen Untermaxkorn, Bichler Straße oder Sindelsdorfer Straße in Penzberg beobachtet habe, solle ich unter der Telefonnummer 0881/6400 melden. Auch wer Angaben zu den vorherigen Beschädigungen machen könne, möge dies der Polizei mitteilen.
Hinweisschilder: Zeichen für gelebte Ökumene
Die Schilder-Kombination zu den Gottesdienstzeiten von katholischer, evangelischer und islamischer Gemeinde war erst am 22. Juli an den Ortseingängen von Penzberg aufgestellt worden. Mit diesem gemeinsamen Projekt setze man ein Zeichen für gelebte Ökumene, gegenseitigen Respekt und den interreligiösen Dialog, teilte die Stadt Penzberg auf ihrer Facebook-Seite mit.
Mit Informationen von epd
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