Ein Kunde nutzt das Wochenende und will rund 70 Kilogramm rostigen Metallschrott zum Recyclinghof in der Fürther Straße in Aschaffenburg bringen. Beim Abladen fällt Mitarbeitern auf, dass es sich um große, verrostete Stahlhülsen handelt. Könnten das Granaten sein? Die Stadtwerke sperren den Wertstoffhof, räumen das Gelände und rufen die Polizei.
- Zum Artikel zum Großeinsatz am Werstoffhof im Mainecho [externer Link; möglicherweise Bezahlinhalt]
LKA gibt Entwarnung – Unsicherheit bei Munitionsfunden bleibt
Eine Streife fotografiert dann die Fundstücke für eine Begutachtung durch die technische Sondergruppe des Landeskriminalamts in Nürnberg. Dort ist zunächst unklar, ob von der Munition noch eine Gefahr ausgeht, der Hof bleibt deshalb den restlichen Tag geschlossen, berichtet Pressesprecher Philipp Hümmer vom Polizeipräsidium Unterfranken.
Später dann die Entwarnung von den extra angereisten Spezialisten: Es handelt sich um leere, bereits unschädliche Geschosshülsen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Sie werden vom LKA entsorgt.
Waffenrecht: Eigenmächtiger Transport von Munition kann strafbar sein
Der Fall zeige, wie riskant der Umgang mit Waffen und Munition für Ungeschulte sein kann. Wer so etwas findet oder erbt, soll Polizei oder Gemeinde informieren und das weitere Vorgehen abklären. "Auf keinen Fall selbst losfahren," betont Hümmer. Denn schon der unerlaubte Transport von Waffen oder Munition kann strafbar sein und ist nur mit entsprechender Waffenbesitzkarte erlaubt.
Trotzdem bringen Menschen immer wieder geerbte oder gefundene Waffen zur Polizei – etwa zuletzt ein 56-Jähriger in Gauting mit Patronen oder eine 77-Jährige in Starnberg mit zwei Schusswaffen und Munition. Deswegen rät auch der bayerische Jagdverband immer wieder dazu, mit Verwandten klar abzusprechen, was mit Waffen und Munition im Erbfall passieren soll. Dazu gehört auch die Information, wo gegebenenfalls Schlüssel oder Zahlenkombination für den Waffentresor hinterlegt sind. Der Einsatz in Aschaffenburg macht deutlich, wie viel Aufwand sich vermeiden ließe, wenn Waffenbesitzer und Angehörige früh für klare Verhältnisse sorgen.
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