Der erste Festival-Tag auf dem Rock-im-Park-Gelände in Nürnberg verläuft entspannt. Die Campingplätze füllen sich, die Bierbecher leeren sich. Auch die Rettungskräfte ziehen ein positives Fazit. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken erklärt: Bis jetzt sei es "absolut friedlich" und es gebe keine nennenswerten Vorkommnisse. Auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) berichtet, dass das Festival sehr entspannt anlaufe.
Fans freuen sich über Band-Auswahl
Rund 80.000 Fans erwarten die Veranstalter in diesem Jahr. Die Tickets waren so schnell ausverkauft wie noch nie zuvor. "Vielleicht liegt das an den Bands, die sind dieses Jahr ja wirklich geil", sagt Max Laufer. Er kommt seit zehn Jahren zu Rock im Park. "Dieses Jahr will ich mir auf jeden Fall Iron Maiden reinziehen", sagt Laufer. Aber auch über Electric Callboy, Linkin Park, Volbeat und die anderen insgesamt 73 Acts freuen sich die Fans sehr. Laufer findet: "Rock ist einfach mehr als nur Musik. Das ist ein Lebensgefühl."
Daniel Kienzle, ebenfalls langjähriger Rock-im-Park-Fan, ist eher wegen der Stimmung und der Fans da, als wegen der Bands. "Die hab ich eigentlich alle schon gesehen", sagt er. Für ihn sei das Besondere an dem Festival die Gemeinschaft. "Jeder passt auf jeden auf", sagt er. Und fügt, mit Dosenbier in der Hand und breitem Grinsen im Gesicht, an: "Und alle passen auch so ein bisschen auf mich auf."
Die Stimmung der Fans ist ausgelassen
Verbesserte Anreise- und Sicherheitskonzepte
Die Anreise lief in diesem Jahr offenbar entspannter, als im Jahr zuvor. In diesem Jahr gibt es eine neue Navigations-App namens NUNAV, über die sich Besucher zu freien Parkflächen navigieren lassen können. Gerangel um die besten Campingplätze gab es laut den Fans aber trotzdem. Die Festival-Besucher, die ihre Zelte direkt vor den Eingängen aufgeschlagen haben, berichten, dass sie schon in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag angereist sind. Als die Campingplätze nach und nach geöffnet wurden, habe es zum Teil Wettrennen um die besten Plätze gegeben. Louis Holland schildert: "Da ist eine große Menschenmenge auf einmal losgerannt und es hat viele Leute hingelegt. Das fand ich schon riskant."
Aufs Hauptgelände durften die Fans ab Freitagmittag. Um die Menschenmassen besser zu lenken, gibt es in diesem Jahr mehr Ein- und Ausgänge, sagt Festivaldirektorin Cathi Krämer. Außerdem hat das Festivalteam das Sicherheitskonzept auf dem Gelände angepasst. Auch der Platz vor der Hauptbühne wurde um rund 25 Prozent vergrößert. Zur großen Freude vieler Fans. Lara Förster erzählt: "Letztes Jahr hat man überall ewig gewartet. Das ist dieses Jahr deutlich besser."
Bewölkter Himmel: Schade für Fans, gut für Rettungskräfte
Der einzige kleine Wermutstropfen für die Rock-im-Park-Fans ist, wie so oft, das Wetter. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag habe es auf dem Campground ordentlich gestürmt. Daniel Forestieri steht neben seinem Pavillon. Die Metallstangen sind umgeknickt, der Stoff hängt quer über den Campingstühlen. "Heute Morgen war hier totales Chaos. Aber wir machen das Beste draus", sagt Forestieri. Die Camper binden die Überreste notdürftig an einem Baum fest. "Aber ein bisschen Improvisation gehört ja auch dazu", findet Forestieri.
Andere Gäste laufen in Gummistiefeln und Regen-Capes über den Platz. Zeitgleich zur Gelände-Eröffnung ergießt sich ein Wolkenbruch über die Fans. Eine Schlamm-Schlacht steht den Besuchern in diesem Jahr mit etwas Glück nicht bevor. Laut Deutschem Wetterdienst soll es an diesem Wochenende bewölkt bleiben – stürmen und gewittern soll es aber nicht. "Falls es doch ein bisschen mehr regnet, könnten sich dadurch bei uns die Einsatzzahlen erhöhen", sagt Sohrab Taheri-Sohi vom BRK. Sowohl viel Sonne als auch viel Schlamm führe zu entsprechenden Einsatzbildern. Hitzschläge und vom Rutschen verstauchte Knöchel blieben bislang aber weitestgehend aus.
Im Video: BR-Reporterin Tina Wenzel berichtet von "Rock im Park"
BR-Reporterin Tina Wenzel berichtet von "Rock im Park"
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