Zu sehen ist ein Drucker, aus dem gerade ein DIN A 4 Blatt mit aufgedruckten Fünfzig-Euro-Scheinen rauskommt. Davor ein Schild der Polizei mit dem Aufdruck "Beweismittel".
Zu sehen ist ein Drucker, aus dem gerade ein DIN A 4 Blatt mit aufgedruckten Fünfzig-Euro-Scheinen rauskommt. Davor ein Schild der Polizei mit dem Aufdruck "Beweismittel".
Bild
Mehr als ein Dutzend solcher herkömmlichen Drucker hatten die Geldfälscher in ihrer Wohnung, um das Falschgeld zu drucken.
Bildrechte: picture alliance/dpa/Daniel Karmann
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa/Daniel Karmann
Audiobeitrag

Mehr als ein Dutzend solcher herkömmlichen Drucker hatten die Geldfälscher in ihrer Wohnung, um das Falschgeld zu drucken.

Audiobeitrag
>

Geldfälscher-Prozess: Kurz vor dem Großauftrag erwischt

Geldfälscher-Prozess: Kurz vor dem Großauftrag erwischt

Kurz nach Prozessauftakt in Ingolstadt legten zwei Angeklagte ein Geständnis ab. Er soll über 350.000 Euro Falschgeld produziert, seine damalige Partnerin ihm dabei geholfen haben. Die Polizei hat die zwei wohl noch vor einem Großauftrag erwischt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Die Drucker sollen gerade noch falsche Geldscheine ausgespuckt haben, als die Polizei in die Wuppertaler Dachgeschosswohnung kam. Ein Großauftrag habe bevorgestanden, erzählte ein Polizist, der bei dem Einsatz im Oktober 2025 dabei war: Eine halbe Million Euro sollten die Geldfälscher drucken – und dafür im Gegenzug 100.000 Euro in legaler Währung erhalten. Doch dann flogen der heute 33-Jährige sowie seine 41-jährige damalige Partnerin auf - die Polizei nahm beide fest.

Gegen das mutmaßliche Geldfälscher-Paar hat nun der Prozess am Landgericht Ingolstadt begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, über 350.000 Euro Falschgeld produziert zu haben. Bei einem Teil davon soll ihm seine damalige Partnerin geholfen haben.

Mutmaßliche Geldfälscher legen Geständnis ab

Schon kurz nach Prozessauftakt gestanden die beiden Angeklagten – wohl in der Hoffnung auf ein milderes Urteil durch die Richter. Die Kammer stellte dem Angeklagten eine Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten bis sechs Jahren und elf Monaten in Aussicht. Die angeklagte Ex-Partnerin muss mit einer Haftstrafe zwischen zwei Jahren und zehn Monaten bzw. drei Jahren und sechs Monaten rechnen.

Die Verteidigung der 41-Jährigen betonte allerdings, dass die Angeklagte ihre Taten immer als Unterstützung für ihren Freund verstanden habe und nicht für sich selbst. Deswegen plädierte ihre Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe. Der Vorsitzende Richter kündigte an, eine Wertung als Beihilfe in Betracht zu ziehen.

So funktionierte die Geldfälscher-Werkstatt

Der 33-jährige Angeklagte soll in seiner Dachgeschosswohnung in Wuppertal eine regelrechte Produktionsstraße für die gefälschten Banknoten eingerichtet haben. Dazu soll er mehrere, handelsübliche Drucker verwendet haben. Der Angeklagte und seine 41-jährige Partnerin sollen dort die falschen Scheine gedruckt und zugeschnitten haben.

Danach sollen sie das Falschgeld über einen Telegram-Kanal und auch über das Darknet verkauft haben – bezahlt wurde per Kryptowährung. Wie viel sie sich einen falschen Schein kosten ließen, hielten die beiden in Preislisten fest, die die Ermittler in der Wohnung fanden. Von mindestens acht Euro pro Falschgeldschein sprach die Staatsanwältin beim Prozessauftakt.

"Gefälschte Fuffis" bis nach Bayern gereist

Der Fall geriet in Ingolstadt ins Rollen, weswegen der Fall auch am dortigen Landgericht verhandelt wird. 2024 erwischten die Ermittler vier Personen, die rund 30.000 Euro an Falschgeld in Bayern in Umlauf gebracht hatten, unter anderem in Ingolstadt, Augsburg, München und Regensburg – häufig in Schnellrestaurants, Diskotheken oder auf Christkindlmärkten. Laut der Staatsanwaltschaft handelte es sich stets um gefälschte Fünfzig-Euroscheine.

Die Spur brachte die Polizei schließlich nach Wuppertal. Dort überwachten die Ermittler das Telefon des Angeklagten, bevor sie die Geldfälscher festsetzten. In der Wohnung soll der Angeklagte Falschnoten im Wert von mehr als 73.000 Euro gebunkert haben, in seinem Auto weitere 17.800 Euro Falschgeld.

Wo sind die Gewinne aus dem Verkauf geblieben?

Wo die Gewinne aus dem Verkauf des Falschgeldes geblieben sind, ist unklar. Laut Aussage des Angeklagten habe er keine Rücklagen, auch die Bitcoins seien aufgebraucht. Das Geld soll der Angeklagte unter anderem bei Kryptoverkäufen verzockt haben. Außerdem sollen nicht unerhebliche Beträge in seinen Drogenkonsum geflossen sein.

Einer der mutmaßlich größten Geldfälscher Deutschlands muss sich seit heute Morgen vor dem Landgericht verantworten.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Videobeitrag

Einer der mutmaßlich größten Geldfälscher Deutschlands muss sich seit heute Morgen vor dem Landgericht verantworten.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!