(Symbolbild) Schwarze Kreidetafel mit mathematischen Aufgaben.
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(Symbolbild) Das zweite Jahr in Folge ist ein bayernweiter Test abgesagt worden, weil die Aufgaben vorzeitig bekannt wurden.
Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | Oleksandr Latkun
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(Symbolbild) Das zweite Jahr in Folge ist ein bayernweiter Test abgesagt worden, weil die Aufgaben vorzeitig bekannt wurden.

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Geleakter Mathe-Test für 10. Klassen lag nicht offen aus

Geleakter Mathe-Test für 10. Klassen lag nicht offen aus

Am Donnerstag stand an allen 10. Klassen an Gymnasien in Bayern ein zentraler Mathe-Test an. Doch vor der Prüfung kursierten Aufnahmen der Aufgaben in sozialen Medien. Offen ausgelegen habe der Test nicht, betont die betroffene Schule.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der benotete landesweite Jahrgangsstufentest Mathematik für die etwa 37.000 Zehntklässler an Bayerns Gymnasien ist diese Woche kurzfristig abgesagt worden, denn: Ein Teil der Aufgaben wurde bereits vor der Prüfung bekannt. Inzwischen ist klar: Der Vorfall passierte am Josef-Effner-Gymnasium Dachau. Das bestätigten das bayerische Kultusministerium und die Schule. Ein Teil des zentralen Tests wurde "bedauerlicherweise im Vorfeld des Prüfungstages an meiner Schule bekannt", teilte Schulleiter Peter Mareis in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Der Vorfall werde aufgearbeitet.

Schule in Dachau spricht von Missgeschick

Wie es zu dem Leak kam, ist nicht bekannt. Mareis schreibt von einem "Missgeschick", will sich mit Verweis auf schulinterne Prozesse aber nicht weiter zu Details äußern. Ausdrücklich widerspricht der Schulleiter teilweise öffentlich kursierenden Behauptungen, wonach der Test "offen im Sekretariat" ausgelegen habe. Das sei falsch.

Landesweit einheitliche Tests in Kernfächern

Landesweit schreiben Schülerinnen und Schüler an Gymnasien, Real- und Mittelschulen in bestimmten Klassenstufen einheitliche Tests in Kernfächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch oder Latein. Die rund 37.000 Zehntklässler an bayerischen Gymnasien brachten am Dienstag bereits einen benoteten Englisch-Test hinter sich.

Am Donnerstag wäre für sie Mathe auf dem Programm gestanden. Nachdem Aufnahmen von Aufgaben des Mathe-Tests vorab im Internet gelandet waren, hatte das Kultusministerium entschieden, den Test nicht zu benoten. Schulleiter Mareis teilte mit: "Der Zeitpunkt, als ich von dem Bekanntwerden eines Testteils erfahren habe und die Information umgehend weitergeben konnte, war leider so spät, dass auch für das Kultusministerium keine realistische Möglichkeit mehr bestand, den Test unter regulären Bedingungen durchzuführen."

Philologenverband: Folgen überschaubar

Der Vorfall sei zwar bedauerlich, die Folgen für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hielten sich aber in Grenzen, sagt Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands. Er führt aus: "Es wäre ein kleiner Leistungsnachweis gewesen, das kann man in anderer Form nachholen." Wichtig sei es, ein faires Verfahren für alle sicherzustellen.

Schwägerl plädiert für Gelassenheit. Auch das Test-Verfahren sei "grundsätzlich zuverlässig und sollte deshalb nicht über Bord geworfen werden". Zwar seien nun zweimal kurz hintereinander Aufgaben vorab aufgeflogen, ansonsten seien ihm aus den vergangenen 30 Jahren aber keine gravierenden Vorfälle bekannt. Im vergangenen Jahr hatte das Kultusministerium bereits den Jahrgangsstufentest Englisch für Zehntklässler an Gymnasien kurzfristig abgesagt, weil versehentlich Aufgaben an einer Schule bekannt geworden waren.

Test auch in unbenoteter Form hilfreich

Der Philologenverband hält die Jahrgangsstufentests grundsätzlich für eine sinnvolle Maßnahme. Die zentral gestellten Aufgaben gäben Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften eine gute Orientierung zum Kenntnisstand. Das gelte auch in dieser ausnahmsweise unbenoteten Form.

"Das Problem ist: Die Aufgaben müssen geheim bleiben und wo Menschen handeln, können Fehler passieren", sagte Schwägerl und führte aus: Die Aufgaben würden digital übermittelt und müssten dann ausgedruckt und gelagert werden. Dabei gebe es viel zu beachten. Unabhängig vom aktuellen Vorfall nennt er als ein Beispiel für eine Fehlerquelle den Speicher von Digitalkopierern. Diese speicherten automatisch Kopien von Dokumenten, die dann händisch gelöscht werden müssten.

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