Roland Stadler von der Bergwacht Kochel folgt einer Route aus dem Internet, die kein Wanderweg, sondern eine Gamssteige ist
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Roland Stadler von der Bergwacht Kochel folgt einer Route aus dem Internet, die kein Wanderweg, sondern eine Gamssteige ist
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Roland Stadler von der Bergwacht Kochel folgt einer Route aus dem Internet, die kein Wanderweg, sondern eine Gamssteige ist

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Geotagging in den Bergen birgt Gefahren für Mensch und Natur

Geotagging in den Bergen birgt Gefahren für Mensch und Natur

Von schönen Gipfeln und Wegen anderen zu erzählen, das machen viele Menschen gern. Zur Gefahr für Mensch und Natur wird es, wenn unbekannte Steige im Gebirge mit genauen Ortsangaben kommentarlos im Netz veröffentlicht werden.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Auch Roland Stadler von der Bergwacht Kochel teilt gerne schöne Touren und Bergererlebnisse. Er weiß aber, dass es Gefahren für Mensch und Natur birgt, wenn man über Social Media oder auf Wanderplattformen ganz genau beschreibt - mit Geotagging exakt nachvollziehbar macht, wie man zu verborgenen Plätzen und unbekannten Steigen kommt.

In Alpenvereinskarten und normalen topographischen Karten von Bayern sind solche Steige nicht verzeichnet. Auf Wander-Apps dagegen können Nutzer ungeprüft Wege einstellen, berichtet Roland Stadler aus Kochel. Der Bergwachtler beobachtet, dass inzwischen Wanderer auf Pfaden unterwegs sind, die nicht als offizielle Wanderwege gelten - wie zum Beispiel Gams- und Jägersteige - und die sie oft überfordern.

Problem: Keine Informationen wie Höhenlinien oder Schwierigkeitsgrad

Die Bergwacht wird immer häufiger von Menschen gerufen, die keine Wanderkarten benutzen, sondern Angaben auf dem Handydisplay folgen: ohne Höhenlinien, ohne Maßstab oder Informationen darüber, wie schwer der Steig ist und ob er überhaupt markiert ist. Gerade ungeübte Berggeher können so schwer abschätzen, ob sie der Tour überhaupt gewachsen sind und ob sie den Weg im alpinen Gelände finden. Kuhtritte, Pfützen, umgefallene Bäume: Da wird es unter Umständen schwierig zu sehen, wo der Weg genau entlang führt.

GPS Geräte zeigen zudem - auch Höhenmeterangaben - ungenau an. Abweichungen von bis zu 50 Metern sind möglich. Da kann man schnell mal falsch abbiegen oder vom Weg abkommen. Bei Nebel oder in der Dunkelheit, können verirrte erschöpfte Wanderer in Panik und Angst leicht in gefährliches steiles Gelände geraten, wo es zu Abstürzen und Unfällen kommen kann, weiß Roland Stadler.

Stress für Wildtiere

Doch nicht nur die Gefahr für den Menschen ist ein Problem beim sogenannten Geotagging. Auch für die Wildtiere birgt die Technik Risiken, sagt Felix Steinmeyer vom Landesbund für Vogelschutz Bayern, der Gebietsbetreuer in den Allgäuer Hochalpen ist. Die meisten Arten könnten sich zwar sehr gut an Menschen anpassen, wenn sie wüssten, dass die Menschen auf dem Wanderweg gehen - aber: "Gerade Birkhühner sind oft nicht weit weg vom Weg. Für sie wird es schwierig, wenn sich Leute aus ihrer Sicht unerwartet verhalten. Wenn Leute auf einmal dort auftauchen, wo sonst nie Leute sind". Auch Daniel Weickel, Tourismuschef von Kochel am See, findet es problematisch, wenn sich Menschen "für ein paar Likes" auf Kosten der Natur im Netz wichtigmachen wollen.

Selbstreflexion nötig: Warum poste ich?

Sophia Weiss aus Schönau am Königssee wendet sich ebenfalls gegen das Geotagging. Auf Instagram ruft die Influencerin dazu auf, schöne Orte in den Bergen zu schützen und nicht auf dem Silbertablett zu servieren. Die Natur zu nutzen, um Reichweite zu erzielen oder das eigene Ego zu stärken, sei für sie der falsche Ansatzpunkt beim Berggehen. "Man hat Online eine extreme Reichweite und Nachahmungsgefahr - und dieser Gefahr muss man sich bewusst sein", meint die Schönauerin.

Durch solche Posts fördere man auch nicht die Selbstverantwortung der Menschen, die Verantwortung für sich selbst und für die Natur, ergänzt Bergwachtler Roland Stadler aus Kochel am See. Natürlich hätten alle Menschen das freie Betretungsrecht der Natur, und er finde es auch gut, dass gerade junge Leute gerne in die Berge gehen. Aber man müsse halt verantwortungsbewusst damit umgehen.

Verantwortung für sich und die Natur

Mitten im Wald - weit abseits des offiziellen Weges - sieht der Bergwachtler ein orangefarbenes Mountainbike stehen. Und hofft, dass der Radler seine Strecke nicht im Netz oder auf Wanderplattformen postet. Das bedeute zwar nicht zwangsläufig, dass die Leute die Tour nachmachen, aber die Wahrscheinlichkeit sei groß. Einfach nachzuwandern, was man im Netz so findet, sei prinzipiell aber keine gute Idee, meint der Bergwachtler: Eine Tour müsse man immer selbst planen und vorher prüfen, ob man sie auch schaffen kann.

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