Die Generalstaatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen 28-jährigen Syrer erhoben, der mutmaßlich einen Anschlag in Unterfranken geplant haben soll. Der Mann war 2024 kurz vor Weihnachten in der Nähe von Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Anfang Februar soll der Prozess vor dem Landgericht München beginnen. Nach Informationen des BR ist der Auftakt für den 9. Februar 2026 terminiert. Dem Beschuldigten wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt. Sollte er verurteilt werden, droht ihm laut Strafgesetzbuch je nach Schwere der Tat eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
Anklage nach monatelangen Ermittlungen
Laut Anklage soll sich der Mann Ende Oktober 2024 im Internet Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff besorgt haben. In der Wohnung seiner Lebensgefährtin habe er zudem Material gelagert, mit dem er Spreng- oder Brandvorrichtungen bauen wollte. Ein konkreter, ausgearbeiteter Anschlagsplan sei nach Angaben der Ermittler allerdings nicht festgestellt worden.
Sprengstoffrecherche im Netz
Laut der Anklage soll der Beschuldigte beabsichtigt haben, mit einer "unkonventionellen Spreng- oder Brandvorrichtung" eine große Zahl von Menschen zu töten. Als mögliche Anschlagsziele nennt die Generalstaatsanwaltschaft eine Diskothek oder allgemein Orte, "an denen sich viele Menschen aufhalten". Die Angaben stützen sich auf Auswertungen von Datenträgern und Kommunikationsverläufen, die bei der Festnahme beschlagnahmt wurden. Zunächst hatte die Mainpost über die Anklage berichtet.
Festnahme Ende 2024 in Unterfranken
Festgenommen wurde der 28-Jährige im Dezember 2024 von einer Spezialeinheit in der Nähe von Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt. Zuvor hatten Sicherheitsbehörden nach eigenen Angaben eine mögliche Kontaktaufnahme des Mannes mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) registriert.
Der Mann soll laut BR-Informationen bereits im Mai 2017 nach Deutschland gekommen sein. Erst in Deutschland soll sich der Mann dem IS angenähert haben, hieß es. Gesicherte Erkenntnisse über eine feste Verbindung zur Terrororganisation liegen bislang nicht vor.
Weiterer IS-Verdachtsfall in Volkach
Vor rund einem Monat war in Volkach im Landkreis Kitzingen ein anderer junger Mann unter IS-Verdacht festgenommen worden. Der 20-Jährige soll in einem Messenger-Dienst aktiv für den "Islamischen Staat" geworben und zum Ablegen des Treueeids aufgerufen haben. In diesem Verfahren geht es um den Verdacht der Werbung für eine terroristische Vereinigung. Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen gibt, ist derzeit noch unklar. Zwischen beiden Festnahmen liegt über ein Jahr zeitlicher Abstand.
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