Die mutmaßlichen Attentäter des Terroranschlags auf ein jüdisches Fest in Sydney waren nach Darstellung des australischen Premierministers Anthony Albanese anscheinend von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beeinflusst. "Es scheint, dass (der Anschlag) durch die Ideologie des Islamischen Staates motiviert war", sagte Albanese dem Radiosender ABC Sydney. Als Verdächtige gelten ein 50 Jahre alter Mann und sein 24 Jahre alter Sohn.
Der ältere Verdächtige wurde vor Ort erschossen, der jüngere befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Beide hätten kurz zuvor eine "militärähnliche Ausbildung" auf den Philippinen erhalten, berichtete zudem der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen der Sicherheitsbehörden.
IS-Flaggen im Auto der Attentäter gefunden
Auf einer Pressekonferenz bestätigten Vertreter von Regierung und Polizei erstmals ihre Einschätzung der Verdächtigen. Premierminister Anthony Albanese erklärte, in einem beschlagnahmten Fahrzeug seien IS-Flaggen gefunden worden. Barrett sagte, die mutmaßlichen Täter hätten offenbar keine Rücksicht auf Alter oder Verfassung ihrer Opfer genommen; es sei davon auszugehen, dass sie auf eine möglichst hohe Zahl von Opfern abzielten.
Ermittler prüfen auch eine Reise der beiden Verdächtigen auf die Philippinen im vergangenen Monat. Mal Lanyon, Polizeichef von New South Wales, sagte, die Gründe für die Reise und der Aufenthaltsort auf den Philippinen würden untersucht. In einem am Tatort sichergestellten Fahrzeug, das auf den jüngeren Verdächtigen zugelassen war, seien Sprengsätze gefunden worden, auch lagen zwei selbst gemachte IS-Flaggen darin. Die australische Geheimdienstbehörde hatte den Sohn bereits 2019 registriert, weil er Kontakte zu einem verurteilten IS-Terroristen hatte.
Im Video: Ermittlungen nach Anschlag in Australien
Gedenken an Anschlagsopfer in Sydney
Noch zehn Menschen im kritischen Zustand im Krankenhaus
Laut Albanese befinden sich 25 Verletzte noch in Krankenhäusern, zehn davon in kritisch, drei Patienten werden in einem Kinderkrankenhaus betreut. Zu den Getöteten gehörten Menschen im Alter von zehn bis 87 Jahren. Sie hatten an einer Chanukka-Feier am Bondi Beach teilgenommen, als die Schüsse fielen.
Albanese besuchte den Obsthändler Ahmed al Ahmed, der einen der Täter entwaffnete. Der 42-Jährige, geboren in Syrien, müsse sich am Mittwoch einer weiteren Operation unterziehen. Albanese würdigte ihn als "wahren australischen Helden". Zudem erhielten Rettungsschwimmer vom Bondi Beach Lob für ihren Einsatz. Einer von ihnen rettete während der Schüsse Menschen aus dem Meer, nachdem diese vollständig bekleidet ins Wasser geflohen waren.
Zehntausende spenden Blut
Seither versammeln sich Tausende Menschen in Bondi, um Anteilnahme zu zeigen. Unter den Besuchern befanden sich unter anderem der ehemalige Premierminister John Howard. Gleichzeitig meldeten sich viele Australier zur Blutspende. Die nationale Blutspendeorganisation Lifeblood gab bekannt, dass am Montag fast 50.000 Termine gebucht wurden – mehr als doppelt so viele wie üblich. Fast 1.300 Menschen spendeten erstmals Blut. In einigen Spendezentren in Sydney kam es zu Wartezeiten von bis zu vier Stunden.
Mit Material von dpa
Die mutmaßlichen Attentäter des Terroranschlags auf ein jüdisches Fest in Sydney waren wohl von der Terrororganisation IS beeinflusst.
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