Seit Jahren ist der Neubau der Kampenwandseilbahn in Aschau im Chiemgau umstritten. Der Bund Naturschutz Bayern hatte dagegen geklagt. Nun ist das Urteil gefallen.
Neubau der Kampenwandseilbahn genehmigt
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die Klage des Bund Naturschutz Bayern – sie richtete sich gegen einen Änderungsbescheid – abgewiesen. Damit stehe dem Neubau der Kampenwandseilbahn grundsätzlich nichts mehr entgegen, so das Gericht.
Allerdings hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof dem Landratsamt Rosenheim eine Aufgabe gegeben. Dabei geht es um den Schutz der lokalen Birkhuhnpopulation. Deswegen wertet der Bund Naturschutz das Urteil als Teilerfolg.
Mehr Schutz für das Birkhuhn
Das Gericht habe die Regeln für Sonderfahrten in der Nacht teilweise aufgehoben, teilte der Bund Naturschutz mit. Das Landratsamt Rosenheim müsse nun neu festlegen, wie viele Fahrten außerhalb der üblichen Betriebszeiten erlaubt sind. Das Gericht habe vor allem Sonderfahrten in der Winter-, Brut- und Aufzuchtzeit der Tiere kritisiert und verlange eine genauere Begründung für die hohe Zahl geplanter Fahrten in der zweiten Jahreshälfte.
Der Argumentation, die Birkhühner hätten sich an regelmäßige Nachtfahrten gewöhnt, seien die Richter nicht gefolgt, so der Bund Naturschutz: "Ich hoffe sehr, dass die Nachtfahrten jetzt endgültig ein Ende haben. Die Alpen sind ein sensibler Naturraum und keine Eventarena", so der Vorsitzende der Kreisgruppe Rosenheim, Rainer Auer.
Betreiberfamilie zeigt sich erleichtert
Die Betreiber der Kampenwandbahnseilbahn, die Familie Zbil, reagieren erfreut auf das Urteil. "Für unsere Familie und unser gesamtes Team ist dieses Urteil nach vielen Jahren ein großer Erfolg und eine enorme Erleichterung", so Eric Zbil in einer Pressemitteilung. Das Gericht habe das Erneuerungsprojekt in allen wesentlichen Grundlagen bestätigt und die zentralen Einwände des Bund Naturschutz Bayern zurückgewiesen. Auch die vom Bund Naturschutz geforderte tägliche Begrenzung der Fahrgastzahlen sei abgelehnt worden.
Die Familie Zbil arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als zwölf Jahren an der Erneuerung der Kampenwandseilbahn. Deswegen brauchte es zum Teil neue Angebote, Kostenberechnungen und Verträge. Darum werde es keinen sofortigen Baubeginn geben.
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