Gasspeicher in Wolfersberg Oberpframmern.
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Gasspeicher in Wolfersberg Oberpframmern. (Symbolbild)
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Grund zur Sorge? Gasspeicher für Bayern nur gut ein Drittel voll

Grund zur Sorge? Gasspeicher für Bayern nur gut ein Drittel voll

Die Gasspeicher in Deutschland und Bayern sind aktuell weniger gefüllt als sonst um diese Jahreszeit. Trotzdem sehen viele Experten keinen Grund zur Beunruhigung – auch wenn ein gewisses Risiko bleibt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Deutschlands Gasspeicher sind aktuell deutlich schlechter gefüllt als vor einem Jahr – und der Winter zeigt sich von seiner kalten Seite. Die Bundesnetzagentur hält die Versorgung für gesichert. Es gibt aber Stimmen, die das anders sehen.

Füllstand der Gasspeicher: Unter 40 Prozent

Vergangenes Jahr um diese Zeit waren die deutschen Gasspeicher zu gut 60 Prozent gefüllt – jetzt liegt der Füllstand unter 40 Prozent. Das zeigen die Daten der Bundesnetzagentur. Die Gasspeicher, die Bayern beliefern, liegen in ihrem Füllstand sogar unter den bundesweiten Zahlen: laut dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) bei nur 36 Prozent.

Dabei ist die Gasversorgung für Bayern bedeutend, erklärt dessen Hauptgeschäftsführer Marian Rappl. Rund 40 Prozent der privaten Haushalte im Freistaat heizten mit Erdgas. Auch die Industrie brauche viel Gas.

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Grafik: Gasversorgung in Deutschland.

Warum sind die Gasspeicher momentan nicht voller?

Ein Grund ist der kalte Winter. Ein anderer: die Füllstände zu Beginn der kalten Jahreszeit. Denn die Speicher waren schon im Herbst 2025 weniger gefüllt als im Vorjahr, wie die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen. Statt rund 95 Prozent im September 2024 nur rund 75 Prozent im September 2025.

Marius Rappl vom VBEW begründet das im BR24-Interview mit dem Wandel in der Energieversorgung. In der Energiekrise - nach dem russischen Überfall auf die Ukraine - hatte der Staat noch Vorgaben gemacht und Speicher mitfinanziert befüllt. Heute regelt der Markt die Füllstände. Weil sich Deutschland von den russischen Pipeline-Lieferungen gelöst hat, spielt jetzt Flüssigerdgas, kurz LNG, eine größere Rolle. Schiffe liefern dieses Gas flexibel an und Deutschland kann so bei Bedarf Gas am Weltmarkt einkaufen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium verweist darauf, dass Gasspeicher deshalb nicht mehr so gut befüllt sein müssten.

System hat sich verändert

Der Gasspeicher Wolfersberg in der oberbayerischen Gemeinde Oberpframmern ist sogar nur noch zu sechs Prozent befüllt. Betreiber sehen die Entwicklung kritisch. Eine Sprecherin des Energieversorgungsunternehmen Uniper, die in Bayern die Gasspeicher Bierwang und Breitbrunn betreibt, schreibt auf BR-Anfrage: "Die Füllstände der deutschen Gasspeicher sind niedriger als in den Vorjahren, da die wirtschaftlichen Anreize zur Einspeicherung fehlten und die bestehenden Füllstandsvorgaben zu Marktverzerrungen geführt haben." Früher sank im Sommer der Preis für Gas, das war 2025 anders. Die Sprecherin fordert marktliche Anreize für eine ausreichende Speicherbefüllung.

Gasversorgung über mehrere Säulen

Beim Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft findet man die Entwicklung dagegen nicht problematisch: "Wir sind noch nicht unter der vom Bundeswirtschaftsministerium geforderten Untergrenze von 30 Prozent zum 1.Februar gelandet", erklärt Marian Rappl. Der VBEW-Hauptgeschäftsführer sieht die Entwicklung über die verschiedenen Säulen positiv: "Wir haben auch immer noch sehr zuverlässige Erdgaslieferungen aus Norwegen über Pipelines." Außerdem gebe es ein europaweites Erdgas-Versorgungsnetz.

Auch die Bundesnetz-Agentur sieht in den aktuellen Speicherständen kein Problem. Die großen bayerischen Versorgungsunternehmen - wie die Münchner Stadtwerke und N-Ergie - teilen auf BR24-Anfrage mit, dass es bei ihnen keine Versorgungsengpässe gebe. Gassparen aufgrund der Füllstände sei derzeit kein Thema, heißt es vom Bundeswirtschaftsministerium.

Gasspeicher bleiben trotzdem wichtig

Trotz der LNG-Versorgung über Schiffe, blieben die Gasspeicher ein wichtiger Baustein, glaubt man beim VBEW. Marian Rappl mahnt an: "Wir sollten deswegen gerade von politischer Seite immer einen Blick darauf haben, dass diese Gasspeicher in einem guten Zustand sind und auch regelmäßig gut befüllt werden." Schließlich seien Pipelines nicht sicher vor Sabotage-Akten. Da sei es gut, wenn in Bayern Speicher stehen mit kurzen Wegen zu den Verbrauchern.

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