Kirche in Hauzenberg
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Die Staatsanwaltschaft Passau hat die Vorermittlungen gegen den ehemaligen Hauzenberger Pfarrer eingestellt.
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Die Staatsanwaltschaft Passau hat die Vorermittlungen gegen den ehemaligen Hauzenberger Pfarrer eingestellt.

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Hauzenberg: Staatsanwaltschaft Passau stellt Vorermittlungen ein

Hauzenberg: Staatsanwaltschaft Passau stellt Vorermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft Passau hat die Vorermittlungen gegen den ehemaligen Pfarrer von Hauzenberg, Alexander Aulinger, eingestellt. Es gebe keinen Anfangsverdacht. Unabhängig davon läuft im Vatikan noch ein kirchenrechtliches Verfahren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Staatsanwaltschaft Passau hat die strafrechtlichen Vorermittlungen gegen den ehemaligen Hauzenberger Pfarrer Alexander Aulinger abgeschlossen. Dem BR teilte sie auf Anfrage mit: Das Vorermittlungsverfahren sei eingestellt worden, "da sich kein Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Straftat ergeben hat". Ein kirchenrechtliches Verfahren läuft aber weiter.

Vorwürfe wegen angeblichen Alkoholmissbrauchs

Die öffentliche Diskussion um Hauzenbergs früheren Pfarrer hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Bischof Stefan Oster hatte dem Priester Mitte März vergangenen Jahres verboten, die Messe zu feiern und öffentlich als Pfarrer aufzutreten. Grund waren Vorwürfe wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens in der Jugendarbeit. Im Kern ging es um angeblichen Alkoholmissbrauch und einen Umgang mit Jugendlichen, der laut Bistum gegen die dort geltenden Präventionsrichtlinien und den Verhaltenskodex verstoßen haben könnte. Alexander Aulinger hat das von Anfang an bestritten.

Zudem hatte das Bistum Beschwerden über angebliches Fehlverhalten des Pfarrers zur Überprüfung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Diese teilte dem BR nun auf Anfrage mit, ein Anfangsverdacht auf eine Straftat bestehe nicht. Das Vorermittlungsverfahren gegen Alexander Aulinger sei deshalb Ende November eingestellt worden.

Bericht des Missbrauchsbeauftragten "gerechtfertigt"

Das gleiche gelte für sämtliche "im Zusammenhang stehenden Verfahren". Eingestellt sei demnach auch ein Verfahren zu einem Strafantrag, den Aulinger über seinen Rechtsbeistand gegen den ehemaligen Beauftragten für geistlichen Missbrauch des Bistums Passau, Helmut Höfl, gestellt hatte. Höfl hatte dem Bistum Ende 2024 einen internen Bericht vorgelegt, der Vorwürfe gegen den Priester enthielt. Teile des Berichts gelangten später an die Presse.

Alexander Aulinger, der von Anfang an alle Vorwürfe abgestritten hat, zeigte Höfl daraufhin an - wegen mutmaßlicher Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren allerdings eingestellt. Denn der Bericht des Missbrauchsbeauftragten sei zur Wahrnehmung berechtigter Interessen entstanden und damit "gerechtfertigt", so die Passauer Staatsanwaltschaft.

Kirchenrechtliches Verfahren noch nicht abgeschlossen

Wie das Bistum Passau dem BR auf Anfrage mitteilte, ist ein kirchenrechtliches Verfahren, das derzeit noch in Rom gegen Aulinger läuft, nicht abgeschlossen. Es werde unabhängig vom Ausgang der staatlichen Vorermittlungen geführt. In diesem Verfahren wird nun überprüft, ob Aulinger tatsächlich ein Verstoß gegen die Kirchenrichtlinien vorgeworfen und er deshalb dauerhaft als Pfarrer suspendiert werden kann. Auch Fehlverhalten hinsichtlich kirchenrechtlicher Vorgaben hatte Aulinger stets bestritten; bis zum Abschluss des Verfahrens gilt auch hier die Unschuldsvermutung.

Im September hatte Alexander Aulinger allerdings selbst einen Antrag auf Entlassung aus dem Priesterdienst gestellt. Dieser so genannte Laisierungsantrag liegt seither beim Vatikan. Ein solches Verfahren kann Monate oder Jahre dauern. Es wird letztinstanzlich vom Papst persönlich entschieden. Als Aulingers Nachfolger wurde in Hauzenberg der Minoritenpater Darek Bryk aus Bogenberg im Pfarrverband eingeführt.

Hauzenberg im Bayerischen Wald
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Dem ehemaligen Pfarrer von Hauzenberg wird mutmaßliches Fehlverhalten in der Jugendarbeit vorgeworfen. Der Pfarrer bestreitet dies.

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