Wald bei Bad Hindelang im Allgäu
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"Herbstliches Naturschauspiel" sorgt für Bärenalarm im Allgäu

"Herbstliches Naturschauspiel" sorgt für Bärenalarm im Allgäu

Ein vermeintlicher Bär hat im Allgäu für einen besorgten Anruf bei der Polizei gesorgt: Ein Wanderer wählte den Notruf, weil er sich von dem Raubtier verfolgt fühlte. Schon am Telefon konnten die Beamten den Mann beruhigen: Was hatten sie gehört?

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Ein Wanderer hat sich am Samstagabend in den Allgäuer Alpen durch einen Bären verfolgt gefühlt und deshalb den Polizeinotruf gewählt. Beamte in der Einsatzzentrale konnten den Mann allerdings beruhigen, wie die Polizei in Kempten am Sonntag berichtete. Bereits am Telefon sei "das unverkennbare Röhren" von Hirschen in der Brunft zu hören gewesen. Nach etwas gutem Zureden habe der Wanderer dies realisiert und seinen Weg daraufhin fortgesetzt.

Röhrende Hirsche in der Brunft

Der Zwischenfall ereignete sich den Angaben zufolge bei Bad Hindelang im Kreis Oberallgäu nahe der Grenze zu Österreich. Nach Hinweisen der Beamten habe der Wanderer das "herbstliche Naturschauspiel" der Hirschbrunft erkannt und sich "mit gebührendem Abstand" an den Tieren vorbeigetraut. Zunächst befürchtete er demnach, dass ihm womöglich ein Bär nachstellt.

Braunbären lebten früher auch in Deutschland, wurden jedoch bis Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Der letzte wildlebende Bär wurde nach Angaben der Umweltschutzorganisation BUND 1835 in Oberbayern erlegt. In den Alpen leben der Organisation BUND zufolge etwa 500 bis 600 Tiere, vor allem in Slowenien. Im zentralen Alpenraum gibt es aber nur eine einzige relativ kleine Braunbärenpopulation im italienischen Trentino.

Rund 600 Braunbären in den Alpen

Von dort sind es etwas mehr als einhundert Kilometer bis zur deutschen Grenze. Umweltschützern zufolge ist das Auftauchen von Braunbären hierzulande möglich, wenngleich es keine Hinweise auf eine dauernde Anwesenheit von Bären in der Bundesrepublik gibt. Schlagzeilen machte ein 2006 in Bayern schließlich erschossener wandernder Jungbär, der Bruno getauft wurde. Bärenspuren wurden der Umweltorganisation WWF zufolge auch in den vergangenen Jahren wiederholt in den bayerischen Alpen nachgewiesen.

Im Sommer falscher Bär im Oberallgäu, echter Bär in Tirol

Erst im Juli hatte ein falscher Bären-Verdacht im Allgäu für Aufregung gesorgt. Nach dem Fund verdächtiger Kotspuren im südlichen Landkreis Oberallgäu war unklar, ob sich in den Wäldern ein Bär aufhält. Eine Laboranalyse der Exkremente durch das Senckenberg-Institut ergab dann, dass der Kot von einem Dachs stammte.

Im österreichischen Tirol hingegen wurde Anfang Juli ein echter Bär gesichtet. Ein Landwirt und sein Schwiegervater konnten das Tier von ihrem Hof aus beobachten. Der Bär sei auf einer steilen Wiese etwa 300 Meter entfernt gestanden. Ihr Hof liegt auf etwa 1.000 Höhenmetern in der Gemeinde Thiersee im Bezirk Kufstein.

Mit Informationen von AFP

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