Fahrgäste am Bahnsteig neben einem Bahnsteig in Augsburg.
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Der Augsburger Hauptbahnhof: Ab 2028 könnten zwischen hier und München weniger Regionalzüge fahren.
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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ICEs vor Regionalzügen? Kritik an Plänen für Augsburg-München

ICEs vor Regionalzügen? Kritik an Plänen für Augsburg-München

Weniger Regionalzüge, mehr ICEs: Das sind nach Informationen der Bundesnetzagentur die Pläne der Deutschen Bahn für die Strecke Augsburg-München ab 2028. Politik und Pendler protestieren, die Bahn beschwichtigt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Informationen am Mittag am .

Mehr Fernverkehr auf Kosten von Menschen, die täglich mit dem Regionalzug pendeln? Drei schwäbische Landräte und ein Oberbürgermeister lehnen das für die Strecke Augsburg-München ab. "Wer mehr Menschen für den Umstieg auf die Bahn gewinnen will, darf ausgerechnet auf einer der wichtigsten und am stärksten genutzten Pendlerachsen Bayerns nicht das Angebot kürzen", betont Landrat Martin Sailer (CSU). Gemeinsam mit Augsburgs Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) und den Landräten von Dillingen und Aichach-Friedberg fordert er deshalb die zuständige DB InfraGO auf, ihre Pläne zurückzunehmen.

Pläne für Augsburg-München: mehr ICEs, weniger Regionalzüge

Die sehen demnach vor, dass ab 2028 zwölf Regionalverbindungen zwischen Augsburg und München entfallen, um Platz zu machen für ICEs auf der überlasteten Strecke. Laut einem von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Dokument plant die DB, dass künftig pro Richtung nur noch zwei Regionalzüge pro Stunde fahren könnten, statt wie bislang bis zu vier. Denn die zuständige Bahntochter DB InfraGO hat den Bahnknoten München und mehrere Zulaufstrecken für überlastet erklärt.

Kritik an Bahnplänen

Landrat Sailer kritisiert: Die Antwort auf steigende Fahrgastzahlen könne nicht "weniger Regionalverkehr" lauten. Züge auf der Strecke seien schon jetzt teilweise sehr voll. Augsburgs Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) wertet es mit Blick auf täglich hunderttausende Pendler zwischen Augsburg und München als ein "völlig falsches Signal", den Regionalverkehr zurückzufahren. Er befürchtet dadurch mehr Verkehr auf den Straßen. Auch Fahrgäste wehren sich gegen die Pläne: Eine entsprechende Online-Petition hat in zweieinhalb Wochen über 3.000 Unterschriften gesammelt.

Kritiker fordern Ausbau der Infrastruktur

Dabei begrüßen sowohl Kommunalpolitik als auch Fahrgäste grundsätzlich den Ausbau des Fernverkehrs. Aber Fern- und Regionalverkehr erfüllten unterschiedliche Aufgaben und seien nicht gegeneinander austauschbar, betonen die schwäbischen Landräte und der Oberbürgermeister in einem gemeinsamen Schreiben an die DB InfraGO. Der Regionalverkehr sei es, der die tägliche Mobilität der Pendlerinnen und Pendler und die Anbindung der Stationen entlang der Strecke sichere. Statt dort zu kürzen, müsse mehr Kapazität auf der Schiene her.

Auch der Freistaat ist laut der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) mit einer Streichung von Verbindungen nicht einverstanden. Von den Streichungen wäre vor allem das Bahnunternehmen Arverio Bayern betroffen, das im Auftrag der BEG die Nahverkehrsangebote von der Landeshauptstadt nach Schwaben betreibt.

Bahn verweist auf mögliche Änderungen

Die DB äußert sich bisher nicht konkret zu den geplanten Streichungen – verweist aber darauf, dass sich die Pläne noch ändern können. Zudem arbeitet der Konzern laut einer Sprecherin gleichzeitig an einem Plan, auch die Kapazität auf der Schiene zu erhöhen.

Mit Informationen von dpa

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