Bären-Verdacht im Allgäu – diese Meldung hatte vergangene Woche in der Region für Aufregung gesorgt. Nach dem Fund verdächtiger Kotspuren im südlichen Landkreis Oberallgäu war unklar, ob sich in den Wäldern ein Bär aufhält. Nun hat das Landesamt für Umwelt Entwarnung gegeben: Eine Laboranalyse der Exkremente durch das Senckenberg-Institut habe ergeben, dass der Kot von einem Dachs stamme, teilte die Behörde am Montag mit.
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"Überschneidungen im Nahrungsspektrum"
"Der Europäische Dachs (Meles meles) gehört zu den heimischen Marderarten", schreibt das Landesamt für Umwelt in seiner Mitteilung. "Die Ausscheidungen können in Einzelfällen denen von Bären ähneln, unter anderem auf Grund von Überschneidungen im Nahrungsspektrum."
Nach dem Fund der Kotspuren hatte die Behörde zunächst zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Das Landesamt riet Landwirten, ihre Tiere nachts in den Stall zu bringen und Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Anwohner, Wanderer und Ausflügler sollten aufpassen: Wer einem Bären begegne, solle ruhig bleiben, Abstand halten, nicht weglaufen und sich langsam zurückziehen, ohne dem Tier den Fluchtweg zu versperren, hieß es.
Letzter Bär 2023 im Oberallgäu
Die letzte Bären-Sichtung im Allgäu war im Mai 2023 im Hintersteiner Tal. Im benachbarten Vorarlberg allerdings wurden erst vergangenen Monat ein oder mehrere Bären von zwei Wildkameras aufgenommen. Beide Standorte sind keine 50 Kilometer von Oberstdorf entfernt. Mit den österreichischen Behörden stehe man mit Blick auf die Wanderbewegungen von Bären in ständigem Austausch, teilte das Landesamt außerdem mit.
Die Bären wandern meist aus dem Trentino in Italien ein. Dort läuft ein Wiederansiedlungsprojekt, mittlerweile leben dort mehr als 100 Tiere. Etwa seit 2014 kam es in der beliebten Urlaubsregion auch zu Angriffen auf Menschen. Trauriger Höhepunkt war die tödliche Attacke auf einen Jogger im Frühjahr 2023. An Wanderwegen im Trentino warnen heute Schilder vor den Tieren.
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