Bergretter demonstrieren versorgen einen Mann mit Herz-Kreislaufproblemen
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August 2024: Bergretter demonstrieren während einer Pressekonferenz, welche Versorgung ein Wanderer mit Herz-Kreislaufproblemen benötigt.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
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August 2024: Bergretter demonstrieren während einer Pressekonferenz, welche Versorgung ein Wanderer mit Herz-Kreislaufproblemen benötigt.

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Herzinfarkt am Berg: Wie man im Notfall hilft

Herzinfarkt am Berg: Wie man im Notfall hilft

Stolpern und Stürzen sind nicht die einzigen Risiken für Unfälle und Notsituationen in den Bergen. Ein großer Teil der Todesfälle geht auf Herz-Kreislauf-Probleme zurück. Tipps für den Notfall – als Betroffener oder Ersthelfer.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Herz-Kreislauf-Versagen ist die häufigste Todesursache in den Bergen. Das geht aus der neuesten Unfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervor. Wie man einen Herzinfarkt am Berg erkennt und wie man hilft.

Symptome für Herzinfarkte können sich bei Männern und Frauen unterscheiden

Schon ab 1.500 Meter Höhe nimmt der Luftdruck ab, erklärt Julia Albert, Hausärztin in Unterammergau und Notärztin bei der Bergwacht Garmisch. Dadurch bekommen Organe weniger Sauerstoff. Die Folgen: Blutdruck und Puls steigen an, der Körper muss mehr arbeiten.

Insgesamt sind Männer häufiger vom plötzlichen Herztod betroffen als Frauen. Typische Symptome von Herzinfarkten sind Stechen in der Brust und Ausstrahlen in den linken Arm, vor allem unter Belastung. "Aber diese klassischen Merkmale können einfach leider auch komplett fehlen oder sich ganz anders darstellen", sagt Medizinerin Albert.

Sie betont, dass Frauen oft viel weniger Beschwerden haben als Männer. Der klassische Brustschmerz ist bei Frauen häufig nicht so stark ausgeprägt, heißt es auch von der Deutschen Herzstiftung. Frauen berichten demnach eher von einem Druck- oder Engegefühl in der Brust. Weitere Symptome bei Frauen können Atemnot und Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit und Depressionen sein.

So hilft man bei Herzinfarkten am Berg

Wenn man den Schmerz am Berg nicht zum Beispiel direkt auf einen zu schweren Rucksack oder einen Sturz zurückführen kann, ist Druck auf der Brust generell ein Alarmsignal. In solchen Situationen würde Ärztin Julia Albert auf Nummer sicher gehen und die 112 wählen.

Zudem rät sie dazu, dass sich Betroffene "so gemütlich wie möglich" hinsetzen – mit erhöhtem Oberkörper. Eine Schocklage, also auf den Rücken legen und Beine hoch, wäre in solchen Fällen kontraproduktiv. Wenn man von Herzproblemen ausgeht, dann solle man das Herz nicht zusätzlich belasten. "Also wir wollen eigentlich nicht, dass das ganze Blut aus den Beinen jetzt auch noch schnell zum Herz fließt, deswegen ist diese Schocklage jetzt nicht die Lage der Wahl", sagt Albert.

Ganz wichtig sei, zu versuchen, dem Betroffenen die Angst zu nehmen, "weil die Angst wieder zur Ausschüttung von Stresshormonen führt", fügt die Medizinerin hinzu. Dadurch steige wieder der Blutdruck, dadurch erhöhe sich wieder der Puls und dadurch vergrößere sich wieder die Belastung auf den Herzmuskel.

Zurück auf den Berg

Der DAV betont, dass viele Studien die Bedeutung von Sport nach einer Herzerkrankung belegen. Bei einer Erkrankung der Herzkranzgefäße verbessere jede Form von Sport die Lebenserwartung. Hier gelte: je mehr, desto besser. Allerdings sollte man das Training langsam steigern.

Bei einer Entzündung des Herzmuskels verhält sich die Rückkehr zum Sport allerdings anders. Hier sei – je nachdem, wie schwer man erkrankt ist – eine Pause von drei oder sechs Monaten angesagt. Bevor es zurück in den Bergsport geht, rät der DAV zu einer Belastungsuntersuchung. Sobald aus kardiologischer Sicht das Okay da ist, spreche nichts dagegen, den Sport wieder genauso auszuüben, wie man das vor der Erkrankung getan hat.

Der Deutsche Alpenverein betont auch die Bedeutung von Prävention. Demnach entstehen bereits im Kindesalter Risikofaktoren, die später zu Herz-Kreislauf-Problemen führen können. Das seien vor allem Bluthochdruck, Übergewicht und Insulinresistenz sowie ein erhöhter Cholesterinspiegel. Sportliche Aktivität beeinflusse all diese Faktoren positiv. "Hier gilt eindeutig: je früher, desto besser. Sportliche Aktivität sollte von klein auf zur Normalität gehören", heißt es vom DAV. Doch auch später gebe es keinen Grund zu verzagen: Sport halte in jedem Alter das Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen auf.

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