Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) drängen sich dicht an dicht auf der Baumrinde einer Eiche.
Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) drängen sich dicht an dicht auf der Baumrinde einer Eiche.
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Eichenspinner · Raupen breiten sich aus
Bildrechte: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
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Heuer "extrem": Bayern kämpft gegen Eichenprozessionsspinner

Heuer "extrem": Bayern kämpft gegen Eichenprozessionsspinner

Sie bewegen sich in Scharen entlang von Eichenstämmen. Ihre Brennhaare erzeugen beim Menschen Reizungen von Haut, Augen und Atemwegen. Über Bayerns teuren und teils aussichtslosen Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Über dieses Thema berichtet: Kontrovers am .

Sie sehen harmlos aus, können aber schwere gesundheitliche Schäden verursachen – die Eichenprozessionsspinner. In Bayern breiten sie sich immer weiter aus. Die feinen Brennhaare der Raupe enthalten ein Nesselgift, das bei vielen Menschen Hautausschläge oder sogar Atemwegsbeschwerden auslöst. Für Kommunen wird die Bekämpfung zunehmend zu einer schwierigen Geldfrage.

Nürnberg kämpft mit "extremem" Befall

In Nürnberg sammeln Schädlingsbekämpfer derzeit täglich Nester der Raupen ein. Rund 200 befallene Baumgruppen stehen dort noch auf der Warteliste. Und die Zeit drängt. Bald werden aus den Raupen Falter, die dann massenhaft Eier in den Eichenkronen ablegen.

"Dieses Jahr ist extrem. Wir gehen tatsächlich davon aus, dass es eines der schlimmsten seit Jahrzehnten ist", sagt Tim Koß von der Stadt Nürnberg im BR-Politikmagazin Kontrovers.

Giftige Härchen lösen Hautausschläge aus

Gefährlich sind nicht die Raupen selbst, sondern ihre winzigen, unsichtbaren Brennhaare. Sie werden vom Wind verbreitet, gelangen in die Atemwege und können sich mit ihren Widerhaken in der Haut festsetzen. Die Folgen reichen von Ausschlägen, starkem Juckreiz, bis zu Atemproblemen. Sogar ein allergischer Schock ist möglich.

Wie massiv die Belastung sein kann, zeigt ein Fall aus Buttenheim in Oberfranken. Dort hatten sich die Raupen entlang der Autobahn ausgebreitet. Nach einer Firmenveranstaltung mit rund 180 Gästen klagten zahlreiche Teilnehmer über Hautreizungen. "Am nächsten Tag war das bei jedem wirklich ganz massiv am Körper", sagt Josepha Köhler von der Firma Elektro Kramer.

Erst Schädlingsbekämpfer brachten die Ursache ans Licht. Allein an einem Tag saugten Fachfirmen dort nach eigenen Angaben rund 30 Kilogramm der giftigen Raupen von den Bäumen.

Befall inzwischen in allen Regierungsbezirken

Vor etwa 20 Jahren galt der Eichenprozessionsspinner vor allem als Problem in Nordwestbayern. Inzwischen gibt es ihn in allen bayerischen Regierungsbezirken. Der Klimawandel wird als ein Grund für die Ausbreitung vermutet.

Im Landkreis München wurden ebenfalls viele neue Nester entdeckt: in Neufahrn neben einem Kindergarten und einem Bolzplatz. Bei Garching musste wegen befallener Bäume die "Fahrradautobahn" zeitweise gesperrt werden.

Hohe Kosten für Städte und Gemeinden

Die Bekämpfung ist aufwendig und teuer. Spezialfirmen saugen oder flammen die Nester ab oder entfernen sie per Hand. Gleichzeitig fehlen in vielen Regionen geeignete Fachbetriebe. Allein Nürnberg rechnet in diesem Jahr mit Kosten im sechsstelligen Bereich. "Das ist geschultes Fachpersonal und das kostet Geld", sagt Koß.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) war zu einem Interview mit dem Politikmagazin Kontrovers nicht bereit. Es verweist auf die Verantwortung der Kommunen. Entscheidend sei, "die Bevölkerung und Gemeinden zu sensibilisieren, damit Nester möglichst früh entdeckt und entfernt werden", heißt es auf Anfrage. Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner dürfte viele Städte und Gemeinden noch eine lange Zeit beschäftigen.

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