Gebäude der Universität Würzburg mit Fahnen "Wir für Exzellenz"
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Die Universität Würzburg will Exzellenzuniversität werden. Quantenphysik und Nukleinsäureforschung haben schon eine Millionenförderung erhalten.
Bildrechte: BR/Pirmin Breninek
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Die Universität Würzburg will Exzellenzuniversität werden. Quantenphysik und Nukleinsäureforschung haben schon eine Millionenförderung erhalten.

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Hoffen auf Titel "Exzellenzuniversität": Gutachter in Würzburg

Hoffen auf Titel "Exzellenzuniversität": Gutachter in Würzburg

Als dritte Uni in Bayern will es die Universität Würzburg zur Exzellenzuniversität schaffen. Nun besuchen Gutachterinnen und Gutachter die Hochschule. Was sie dort machen – und wie die Chancen für Würzburg stehen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die Technische Universität und die Ludwig-Maximilians-Universität in München haben sich den Titel bereits gesichert. In den kommenden Wochen entscheidet sich, ob sich eine dritte bayerische Universität Exzellenzuniversität nennen darf. Die Julius-Maximilians-Universität in Würzburg rechnet sich Chancen auf den begehrten Titel aus. Ein 20-köpfiges Expertengremium begutachtet die Hochschule in dieser Woche.

Bis zu 15 Millionen Euro Fördergeld pro Jahr

Der Titel Exzellenzuniversität ist Teil der sogenannten Exzellenzstrategie – ein dauerhaftes Förderprogramm von Bund und Ländern. Ziel ist es, Spitzenforschung in Deutschland zu stärken. Pro Hochschule winken etwa 10 bis 15 Millionen Euro pro Jahr.

Um Exzellenzuniversität zu werden, müssen Hochschulen ein mehrstufiges Verfahren durchlaufen. In einem ersten Schritt bewerben sie sich um eine Förderung eines sogenannten Exzellenzclusters. Dabei wird ein einzelner Forschungsbereich unterstützt. Schafft es eine Hochschule auf mindestens zwei Exzellenzcluster, kann sie sich noch einmal bewerben. Und zwar um eine zusätzliche Förderung als Exzellenzuniversität.

Zwei Exzellenzcluster – Voraussetzung für Exzellenzuni

Bereits im vergangenen Jahr, bei der Auswahl der Exzellenzcluster, waren mehrere bayerische Hochschulen erfolgreich: Neben der TU und LMU in München auch die Universitäten in Erlangen, Regensburg, Bayreuth und Würzburg. Neben den Münchnern war die Würzburger Universität die einzige, die mit mindestens zwei Anträgen erfolgreich war: einmal aus der Quantenphysik, einmal aus der Nukleinsäure-Forschung.

Schon das war ein großer Erfolg. Die 70 deutschen Exzellenzcluster werden mit bis zu 539 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Gleichzeitig konnte sich Würzburg um den Titel einer Exzellenzuniversität bewerben. Im November reichte die Uni einen Antrag beim Wissenschaftsrat ein.

Exzellenzuni: Mehr Geld und mehr Prestige

Weil die TU und LMU in München bereits Exzellenzuniversitäten sind, wurden sie nun in einem vorgelagerten Verfahren begutachtet. Vor fünf Wochen haben beide den erneuten Zuschlag erhalten. Sie dürfen sich weitere sieben Jahre Exzellenzuniversität nennen. So wie zehn weitere Standorte in Deutschland. Ob Würzburg ab Januar 2027 zur Runde hinzustößt, hängt nun maßgeblich von der Einschätzung der Experten ab, die in diesen Tag die Uni besichtigen.

Universitätspräsident Paul Pauli ist zuversichtlich: "Wir haben was vorzuweisen, wir haben uns sehr gut aufgestellt." Der Titel bedeute vor allem "Strahlkraft". Einer Exzellenzuni, so seine Erwartung, falle es auch leicht, exzellente Wissenschaftler zu gewinnen. Die Millionen, die als Exzellenzuniversität fließen würden, dürfte die Uni flexibel einsetzen – für verschiedene Forschungsschwerpunkte.

Präsentationen, Rundgänge, Gesprächsrunden

Zwei Tage lang dauert das Treffen mit den Gutachtern. Die Uni wird ihren Antrag präsentieren – anschließend folgt eine 70-minütige Fragerunde. Es gibt Rundgänge über den Campus und durch Forschungseinrichtungen. Außerdem finden Gesprächsrunden statt – mit Professorinnen, Nachwuchsforschern, Studierenden. Das Gutachter-Gremium setzt sich zusammen aus internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Mitarbeitern der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats. Hinzukommen Vertreter des Bundes und des Freistaats.

Elf Bewerbungen, maximal fünf Plätze

Für die kommenden sieben Jahren sollen nach Angaben des Wissenschaftsrats noch maximal fünf weitere Exzellenzuniversitäten gekürt werden. Doch die Konkurrenz ist groß. Mit Würzburg sind noch zehn weitere Hochschulen beziehungsweise Hochschulverbünde im Rennen. Hoffnungen machen sich auch die Universitäten aus Freiburg, Jena, Kiel, Köln, Hannover (zwei Hochschulen). Außerdem Verbünde aus Frankfurt/Darmstadt/Mainz, Bochum/Dortmund, Bremen/Oldenburg und Gießen/Marburg.

Entscheidung im Oktober

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) hatte sich kürzlich hinter die Bewerbung gestellt. Auch er will diese Woche nach Würzburg reisen, um die Gutachter zu treffen.

Das Gremium, das nun Würzburg besichtigt, wird seine Erkenntnisse an die Exzellenzkommission weitergeben. In dieser Runde sitzen 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Wissenschaftsminister des Bundes und der Länder. Diese Exzellenzkommission wird entscheiden – "wissenschaftsgeleitet", wie ein Sprecher des Wissenschaftsrats betont. Die Entscheidung fällt am zweiten Oktober diesen Jahres.

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