Lange Baumstämme liegen gestapelt in einem Wald bei Buch am Wald im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.
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Hohe Holzpreise: Fluch oder Segen für die Holzwirtschaft?

Hohe Holzpreise: Fluch oder Segen für die Holzwirtschaft?

Die Holzpreise sind auf einem Allzeithoch in Deutschland. Das nutzen auch private Waldbesitzer in Franken. Doch Holzverwerter können die Preise nicht auf die Endprodukte aufschlagen, denn Abnehmer – wie die Bauwirtschaft – sind in der Krise.

Über dieses Thema berichtet: BR24 vor Ort am .

Die Rohholzpreise für Kiefer und Fichte sind so hoch wie lange nicht. Holzhändler Thomas Göttel ist gerade besonders oft in seinem Wald bei Buch am Wald im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Er hat deutlich mehr Holz geschlagen als sonst – etwa doppelt so viel: "Dieses Jahr sind die Preise phänomenal und da habe ich natürlich richtig Holz gemacht", erklärt der Holzhändler im Nebenerwerb. Eine Taktik, der wohl viele gefolgt sind: Denn auch das Bundesamt für Statistik bestätigt, dass die Rohholzpreise für Kiefer und Fichte auf einem Höchststand angelangt sind.

Hohe Preise werden weitergegeben

Preise, die Verwertern wie den Sägewerken zu schaffen machen. Damit der Betrieb weiterläuft, zahlen sie derzeit die hohen Preise. Ein Kraftakt, auch für die Rettenmeier GmbH in Wilburgstetten im Kreis Ansbach. Denn zu den hohen Rohstoffpreisen kommen auch noch die gestiegenen Preise für Energie und Diesel, erklärt Holzeinkäufer Johannes Meyer. Die Speditionen müssen diese Preise auch die Sägewerke weitergeben.

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Hohe Preise mitnehmen und in den Wald stecken

Trotzdem rät Professor Hubert Röder privaten Waldbesitzern, diese Preise mitzunehmen. Er forscht und lehrt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zum Thema "Nachhaltige Forstwirtschaft".

Röder ist der Meinung, das Geld solle man jetzt am besten wieder direkt in den Wald und den Waldumbau investieren. Dazu gehört: die Mischwälder zu verjüngen und die Diversität bei den Baumarten zu steigern, das ist ein wichtiger Schutz gegen Borkenkäfer.

Über allem schwebt die Angst vor dem Borkenkäfer

Der Borkenkäfer hat die Wälder in Bayern in den vergangenen Jahren zu großen Teilen verschont. Anders sieht es weiter nördlich und östlich aus: von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen-Anhalt. Dort fehlen derzeit gesunde Baumbestände und das entsprechende Holz.

Aber auch der Blick in den Frankenwald zeigt, welche verheerenden Schäden der Borkenkäfer anrichten kann. Das Risiko sei sehr hoch, dass "diese Borkenkäferschäden weiter in den Süden in Bayern vordringen, und auch die noch relativ gesunden Bestände auch angreifen", fürchtet Prof. Hubert Röder. Die Hoffnung für ihn ist, dass der Waldumbau rechtzeitig geschafft werde.

Schwache Bauwirtschaft stärken – Appell an die Politik

Doch das ist gar nicht so leicht. Denn auch wenn die Preise für den Rohstoff Holz hoch sind – für die Produkte gilt das nicht. Aktuell sei der Markt ziemlich angespannt. Der Absatzmarkt Amerika schwächelt durch hohe Bauzinsen und Hypothekenzinsen, erklärt Oskar von Goetz, Assistent der Geschäftsführung der Rettenmeier GmbH. Es geht für die Sägewerke darum, dass sie im Bau zukünftig mehr Werbung machen für Holz.

Eine Taktik, die auch der Forstwissenschaftler Hubert Röder unterstützt. Holz sei ein viel nachhaltigerer Baustoff als etwa Beton. Durch die konjunkturelle Entwicklung und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland lahmt die Bauwirtschaft, erklärt der Wissenschaftler. Der Baustoff Holz kann als Booster für die Bauwirtschaft dienen, wenn es auch politisch entsprechend unterstützt werde.

Von stabilen Preisen profitieren alle

Die hohen Holzpreise freuen vor allem die Waldbesitzer. Doch auch hier ist die Freude nur von kurzer Dauer, wenn sie nicht in den Erhalt und den Umbau des Waldes investieren. Denn nur so bleibt die Forstwirtschaft auf lange Sicht erhalten, sagen Experten.

Und für die Verwerter des Holzes – wie etwa die Sägewerke – heißt es: durchhalten. Denn auf lange Sicht bleibt dieser Markt nur stabil, wenn die Preise für Rohstoffe und Energie bezahlbar sind, für Holzprodukte die Nachfrage wieder steigt – und vor allem die Bauwirtschaft wieder ordentlich zulegt.

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