Die Augsburger Kriminalpolizei und die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg haben einen international gesuchten mutmaßlichen Internetbetrüger festnehmen lassen, er sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 62-jährige Deutsche soll über Jahre hinweg von den Philippinen aus zahlreiche Fakeshops betrieben und dabei einen Schaden in sechsstelliger Höhe verursacht haben.
Mann soll mehr als 140 Fakeshops betrieben haben
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern ermittelt seit Anfang 2023 wegen gewerbsmäßigen Betrugs gegen den Mann. Zuständig ist das Augsburger Kommissariat 25 (Ermittlungen Cybercrime). Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Strafanzeige zu einem Online-Shop, in dem ein Geschädigter Spielwaren bestellt, aber trotz Bezahlung nie erhalten hatte.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen ergab sich laut Polizei der Verdacht, dass der Beschuldigte seit 2023 mehr als 140 Fakeshops betrieben haben soll. Über diese Scheinangebote seien mindestens 8.000 Bestellungen eingegangen. Der entstandene Gesamtschaden wird derzeit auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.
Um seine Aktivitäten zu verschleiern, soll der 62-Jährige verschiedene Methoden zur Tarnung seiner digitalen Spuren eingesetzt haben. Zudem benutzte er mutmaßlich zahlreiche in- und ausländische Bankkonten, Online-Accounts und E-Mail-Adressen. Für deren Eröffnung und Registrierung sollen in großem Umfang die persönlichen Daten unbeteiligter Dritter missbraucht worden sein.
Festnahme nach Abschiebung
Bereits im Dezember 2024 erließ das Amtsgericht Bamberg auf Antrag der Zentralstelle Cybercrime Bayern einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen; zudem wurde ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt. Der Mann wurde daraufhin international zur Fahndung ausgeschrieben.
Zum Verhängnis wurde dem 62-Jährigen schließlich ein Verstoß gegen das philippinische Aufenthaltsrecht. Er wurde im März 2025 auf den Philippinen festgenommen und befand sich seitdem in Abschiebehaft in Manila. Nach dem rechtskräftigen Abschluss eines Asylverfahrens wurde er Ende April 2026 nach Deutschland abgeschoben und dort aufgrund des bestehenden Haftbefehls festgenommen und zum Vollzug der Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Die von dem Tatverdächtigen mitgeführten IT-Geräte wurden sichergestellt. Deren Auswertung dauert nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ebenso an wie die Ermittlungen zu möglichen weiteren Tatbeteiligten.
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