Ein humanoider Roboter, der die Finger hebt.
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Bisher eher im Entertainmentbereich zu finden als in der Produktion: Humanoide Roboter.
Bildrechte: BR/Andreas Schuster
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Humanoide Roboter: Eine Chance für Bayerns Wirtschaft?

Humanoide Roboter: Eine Chance für Bayerns Wirtschaft?

Humanoide Roboter gelten als großes Zukunftsthema. In Erlangen diskutieren Experten aus Forschung und Wirtschaft, wo Potenziale und Herausforderungen liegen. Die gute Nachricht: China ist Deutschland weit weniger voraus als man glauben könnte.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die Robotik steht dank Künstlicher Intelligenz vor einem Paradigmenwechsel. Humanoide, uns Menschen nachempfundene Roboter, verlassen zunehmend die Forschungslabore. Die Frage, wo und wie wir sie einsetzen und nutzen können, beschäftigt nicht nur die Industrie, sondern nahezu alle Branchen. Entsprechend groß sind die Erwartungen. Doch noch fehlt es an konkreten wirtschaftlichen Anwendungen. Auch, weil die Haltbarkeit der Technik noch ausbaufähig ist. Hier könnte Bayern mit seiner von der Automobilindustrie geprägten Wirtschaft profitieren, meinen Experten. Und sie gehen davon aus, dass dem Humanoiden-Hype zunächst eine Ernüchterung folgt, ehe der Megatrend in zehn bis 15 Jahren richtig spürbar wird.

Doppeltes Potenzial für die Wirtschaft

Nach vielen Jahren der Forschung sind humanoide Roboter von einem "Forschungsobjekt zu etwas geworden, (…) was sich Firmen kaufen können", sagt Sebastian Reitelshöfer von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die "Humanoid Days" drei Tage lang ausrichtet. Er ergänzt: Die Humanoiden seien deutlich günstiger geworden.

Das lässt nicht nur die Industrie aufmerken. Aus der Logistik, Pflege und sogar der Landwirtschaft gebe es Interesse an den menschenähnlichen Robotern, sagt Alexander Schönmann von der Technischen Hochschule Ingolstadt. Von einer Nutzung Humanoider im großen Stil könnte auch die kriselnde Autoindustrie profitieren, denn deren Knowhow könne man in vielen Fällen auch für die Roboterfertigung nutzen. "Das ist ein riesiges Potenzial", sagt Schönmann. Tatsächlich sei die Branche aber noch verhalten, meint er. Wohl auch, weil nicht klar sei, wie groß der neue Markt tatsächlich wird.

Deutschland nicht von China abgehängt

Auch wenn Youtube-Videos von Salti schlagenden Robotern chinesischer Hersteller etwas anderes vermuten lassen: Deutschland hinkt China nicht hinterher. "Momentan versuchen viele Hersteller einfach zu zeigen, dass sie es können", stuft Sebastian Reitelshöfer derartige Videos ein. Humanoide, die medienwirksam einen Halbmarathon laufen, seien nach der Strecke kaputt, sagt der Forscher der Uni Erlangen-Nürnberg. "Momentan ist die Hardware noch nicht geeignet, das dauerhaft durchzustehen." Genau bei dieser Schwachstelle gebe es in Europa "sehr, sehr viele Kompetenzen, leistungsfähigere, bessere Systeme zu bauen." Auch Reitelshöfer sieht hier eine Chance für die Autoindustrie.

Humanoide Entertainer

Trotz des immensen Potenzials: Noch ist vieles Zukunftsmusik. Von den zuletzt weltweit pro Jahr verkauften 15.000 Humanoiden sei "nur ein Bruchteil im industriellen Einsatz", sagt Alexander Schönmann. Die meisten Roboter würden im Entertainmentbereich eingesetzt, etwa für kuriose Tanzeinlagen. Weil es noch an konkreten wirtschaftlich sinnvollen Anwendungen fehle, geht Schönmann davon aus, dass dem Hype um die humanoiden Roboter zunächst eine Ernüchterung folgen wird. Danach, etwa in zehn bis 15 Jahren, würden die Humanoiden wirklich flächendeckend in Unternehmen ankommen, so der Experte der TH Ingolstadt. Kurzfristig werde das Thema überschätzt, langfristig aber unterschätzt, sagt Schönmann.

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