Ein Polizist mit Hund steht vor dem Welfen-Gymnasium, das Gelände ist mit einem Flatterband abgesperrt.
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An einem Gymnasium in Oberbayern werden zwei Mädchen bei einer mutmaßlichen Amoktat schwer verletzt, ein Jugendlicher wurde festgenommen.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
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An einem Gymnasium in Oberbayern werden zwei Mädchen bei einer mutmaßlichen Amoktat schwer verletzt, ein Jugendlicher wurde festgenommen.

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Gewalttat an Gymnasium in Schongau: Was wir bisher wissen

Gewalttat an Gymnasium in Schongau: Was wir bisher wissen

Zwei schwerverletzte Schülerinnen, ein dringend tatverdächtiger Jugendlicher und noch immer viele offene Fragen: Am Mittwoch kam es zu einer mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau. Was bislang bekannt ist.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Bei einer Gewalttat am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind am Mittwoch zwei Mädchen schwer verletzt worden. Die Polizei nahm einen 16-Jährigen fest, den sie für den Täter hält. Nach Angaben eines Sprechers deutet vieles auf eine Amoktat hin. Ein Überblick über den Stand der Dinge.

Was ist am Welfen-Gymnasium passiert?

Gegen 12.50 Uhr erreichten die Polizei Anrufe, es habe am Welfen-Gymnasium mehrere verletzte Personen gegeben. Laut Polizeisprecher Thomas Schelshorn ist die Polizei sofort mit allen verfügbaren Kräften aus der Region zur Schule gefahren. Auch ein Polizeihubschrauber sei im Einsatz gewesen.

Schüler berichteten BR24 von einem Alarm an der Schule um dieselbe Zeit. Zunächst hätten sie ihn nicht einordnen können. Erst danach habe sich herausgestellt, dass es sich um einen Amokalarm handelte. Daraufhin sei es chaotisch geworden, jeder habe versucht, irgendwie aus dem Schulgebäude zu kommen, so Schüler gegenüber BR-Reportern.

Den Verdächtigen nahmen Polizisten noch auf dem Schulgelände fest – 17 Minuten nach der ersten Alarmierung der Einsatzkräfte, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwochabend vor Ort erklärte. Der Tatort liegt in seinem Bundestagswahlkreis.

Wie viele Menschen wurden verletzt?

Zwei Mädchen sind laut Polizei schwer verletzt worden. Die beiden 13-Jährigen kamen ins Krankenhaus und sind nach Angaben eines Polizeisprechers inzwischen außer Lebensgefahr. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an, die beiden Mädchen seien durch Messerstiche verletzt worden.

Die Polizei ging zunächst von einer "Vielzahl weiterer Verletzter" aus. Laut Angaben vom Abend wurden keine weiteren Personen körperlich verletzt; mehrere Schüler sollen aber einen Schock erlitten haben und mussten behandelt werden.

Im Video: Joachim Herrmann zum Angriff in Schongau

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann
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Was ist über die Tat bisher bekannt?

Der Verdächtige ist nach Angaben der Polizei 16 Jahre alt und befindet sich in Untersuchungshaft. Es ist laut Dobrindt nach bisherigem Stand davon auszugehen, dass er Einzeltäter war. Laut Bayerns Innenminister Herrmann hatte es zunächst zeitweilig Gerüchte von zwei Tätern gegeben – dafür gäbe es aber keine belastbaren Hinweise.

Nach aktuellen Informationen trug der Tatverdächtige ein Messer und eine Schusswaffe bei sich. Dobrindt erklärte, der Täter habe sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genähert und habe einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt habe. "Anschließend hat die Schusswaffe versagt, so dass keine weiteren Schüsse abgegeben werden konnten."

Dann habe der Jugendliche das Messer gezogen und sei auf Schülerinnen losgegangen. Lehrkräfte und Polizei hätten den 16-Jährigen wenig später überwältigt und gestoppt.

Die Herkunft der Schusswaffe ist bisher nicht bekannt. Der Täter selbst habe angeblich vom Darknet als Bezugsquelle gesprochen, so Innenminister Herrmann am Abend im BR Fernsehen.

Was weiß man über den Festgenommenen und sein Motiv?

Der verdächtige Teenager ist ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Zu Hintergründen und einem möglichen Tatmotiv könne man derzeit nichts sagen, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, so Polizeisprecher Schelshorn.

Laut Dobrindt gehen die Ermittler davon aus, dass der 16-Jährige in einer psychischen Ausnahmesituation gehandelt habe. Dem Bundesinnenminister zufolge waren die beiden schwerverletzten Mädchen zufällige Opfer des Täters, "die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind". 

Der 16-Jährige war laut Herrmann in der Vergangenheit "wegen besonderer seelischer Probleme" in psychiatrischer Behandlung. Möglicherweise sei er auch schon früher durch Drohungen aufgefallen – das müsse nun sorgfältig recherchiert werden. Die Ermittler prüfen demnach auch einen möglichen Zusammenhang mit einer Amokdrohung an derselben Schule im vergangenen Jahr. Nach Angaben Herrmanns hat der Jugendliche die kroatische Staatsbürgerschaft und wohnte zuletzt bei seinen Eltern.

Wie ist die Lage an der Schule jetzt?

Polizeisprecher Schelshorn sagte gegenüber BR24, konkrete Hinweise auf weitere Gefährdungen lägen nicht vor. Die Absuchmaßnahmen des Gymnasiums und der angrenzenden Schulgebäude dauern derzeit an; dabei soll es sich um eine Sicherheitsmaßnahme handeln. Laut Angaben der Polizei ist die Lage vor Ort unter Kontrolle.

Was ist das für eine Schule?

Das Welfen-Gymnasium ist Teil eines größeren Schulzentrums und liegt wenige Hundert Meter von der Schongauer Altstadt und vom Lech entfernt. Nach Angaben auf der Internetseite der Schule unterrichten dort mehr als 80 Lehrkräfte rund 800 Schülerinnen und Schüler.

In direkter Nachbarschaft befinden sich weitere Schulen, darunter eine Grund- und eine Mittelschule.

Wohin können sich Eltern und Angehörige wenden?

Die Menschen im Ort wurden aufgerufen, das Areal zu meiden. Für Eltern sowie Angehörige von Schülerinnen und Schülern hat die Polizei eine Anlaufstelle am Schongauer Feuerwehrhaus eingerichtet.

Schongau ist eine Kleinstadt am Lech im westlichen Oberbayern mit gut 12.000 Einwohnern.

Mit Informationen von dpa und AFP

Im Video: Großeinsatz - Verletzte am Gymnasium in Schongau

Mehrere schwerbewaffnete Polizisten stehen am Schulgelände des Welfen-Gymnasiums in Schongau.
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Schongau in Oberbayern: Ein Angriff mit Messer und Schusswaffe am Welfen-Gymnasium nahe der Altstadt löste einen Großeinsatz aus.

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