Untersuchung am Flughafen Leipzig/Halle
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Einsatzkräfte der Polizei
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Hybride Angriffe, Drohnen: Welche Rolle spielt Bayern?

Hybride Angriffe, Drohnen: Welche Rolle spielt Bayern?

Hybride Attacken nehmen zu – wie der verhinderte Drohnenangriff am Leipziger Flughafen zeigt. Experten sehen Bayern und Deutschland dabei in einer Doppelrolle: Man sei Angriffsziel, gleichzeitig aber auch Zentrum für autonome Waffen.

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Einen Drohnenangriff wie der am Leipziger Flughafen war für Verena Jackson nur eine Frage der Zeit. Am Abend des 4. August hatten Einsatzkräfte eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine erkannt. "Es macht einen traurig, dass es so lange braucht, bis Dinge passieren, die einfach zum Schutz unseres Landes wichtig sind", sagt die Drohnenexpertin und Juristin, die an der Bundeswehr-Universität in München forscht. Ihr Argument: Deutschland und auch Bayern müssten sich in Zukunft häufiger auf hybride Angriffe einstellen.

Hybride Attacken: Was kommt auf Bayern zu?

Laut Jackson ist es unwahrscheinlich, dass in näherer Zukunft Raketen in Deutschland einschlagen. "Dieses Szenario ist sehr weit entfernt", sagt die Juristin. Anders sehe das bei Hacker-Attacken oder Angriffen auf die Infrastruktur aus. "Diese kleinen Dinge, die uns im Alltag einschränken. Nicht fliegen können. Wenn der Strom nicht funktioniert oder der Geldautomat." Jackson meint damit Angriffe, die Webseiten oder die kritische Infrastruktur lahmlegen.

Das Problem: Laut Jackson ist das deutsche Grundgesetz in Bezug auf Drohnen- oder Hackerangriffe, egal ob von Russland, von Terroristen oder anderen Staaten, veraltet – es brauche neue rechtliche Rahmen, wie wir mit solchen Bedrohungen umgehen können. Eine Forderung Jacksons: "Dass die Bundeswehr schneller helfen darf." Aktuell seien Einsätze der Armee im Inland juristisch nur schwer durchzusetzen. Hybride Bedrohungen würden hier jedoch ein Umdenken erfordern.

"Drohnen, Sprengstoff, Hacker – Wie können wir uns schützen?" Darüber diskutiert die Münchner Runde am 16.09.2026 um 20:15 Uhr im BR Fernsehen und bei BR24 mit hochrangigen Politikern. Zu Gast: Alexander Hoffmann, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament, und Ulrich Thoden, verteidigungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke.

UN-Prozess zur Definition von "Killer-Robotern"

Dass die Politik nur schleppend auf neue, hybride Bedrohungen reagiert, beobachtet auch Tech-Kritikerin Aya Jaff, eine der bekanntesten Programmiererinnen Deutschlands. 2025 veröffentlichte sie das Buch "Broligarchie: Die Machtspiele der Tech-Elite". Vergangene Woche hat Jaff eine Versammlung der Vereinten Nationen in Genf zum Thema autonome Waffen besucht. Ihre Kritik: "Dass die diplomatischen Gespräche auf jeden Fall nicht am Zahn der Zeit sind." Bereits jetzt würden autonome Waffen in Sudan oder Gaza Ziele anvisieren und ausschalten. Solche Waffen nennt Aya Jaff "Killer-Roboter". Die UN diskutiere noch immer, wie man solche Technologien nennen soll, während sie in Kriegen schon eingesetzt werden.

Die Tech-Kritikerin setzt sich für ein Verbot solcher Waffen ein. Das sei jedoch illusorisch, sagt Jaff, bei der UN gehe es aktuell eher um Regeln für den Einsatz. "Trotzdem finde ich, dass dieses Gespräch bitter nötig ist", sagt Aya Jaff. Es sei wichtig zu definieren, was laut internationalem Recht noch erlaubt sei und was nicht.

Werden Drohnenkriege aus Deutschland und Bayern befeuert?

Auf die Rolle Deutschlands und auch Bayerns blickt Jaff kritisch: Die Tech-Expertin verweist zum Beispiel auf Start-ups in München, die an autonomen Waffen arbeiten, gefördert von der Bundesregierung. Mehrere Firmen arbeiten hier zum Beispiel an KI-gesteuerten Drohnen, die Ziele eigenständig anvisieren und explodieren, oder an autonomen Panzern und Kampfjets. Laut Jaff schaffe man so eine Grundlage für zukünftige Bedrohungen. Hinzu komme die Diskussion um neue Rechenzentren, "die so eine Art von Kriegsführung überhaupt erst möglich machen".

Drohnenexpertin Verena Jackson von der Bundeswehr-Uni nimmt solche Firmen dagegen eher in Schutz: "Die Technik, die wir in Bayern auch implementieren wollen, ist keine Risiko-Technik", so Jackson. Es gehe eher darum, potenziellen Gegnern überhaupt entgegentreten zu können. Start-ups, die in München an KI-Drohnen arbeiten, seien nötig, weil auch andere Länder an autonomen Waffen arbeiten. Also brauche auch Europa technologische Innovationen, um adäquat zu reagieren.

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