Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei den bayerischen Bahnhofsmissionen und immer häufiger sind sie gesundheitlich belastet. Das teilte die Diakonie Bayern gemeinsam mit den Verantwortlichen der Bahnhofsmissionen mit. Demnach verzeichneten die zwölf Einrichtungen im Freistaat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg an Menschen, die sie aufsuchten: Sie leisteten mehr als eine Million Hilfeleistungen bei rund 620.000 Kontakten.
Zahl der Hilfeleistungen deutlich gestiegen
Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bahnhofsmission in München war dabei mit rund 330.000 Kontakten erneut die am stärksten frequentierte Anlaufstelle im Freistaat. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Unterstützungsbedarf wächst und bei den einzelnen Personen immer komplexer und existenzieller wird. "Ihr Leben ist geprägt von Armut und Mangel, Krankheit und sozialer Isolation", heißt es seitens der Diakonie. Da rund 86 Prozent der Hilfesuchenden in besonders schwierigen Lebenslagen leben, nehmen auch aufwendige Hilfen wie Weitervermittlungen, materielle Unterstützung und Kriseninterventionen zu. Auch die Nachfrage nach Notverpflegung sei hoch.
Viele kommen mit gesundheitlichen Problemen
Zudem ist die gesundheitliche Belastung vieler Hilfesuchender hoch. So lag der bayernweite Anteil an Menschen mit psychischen Auffälligkeiten im Jahr 2025 bei rund 23 Prozent und damit vier Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Auch die Zahl körperlich erkrankter Menschen habe in einzelnen Bahnhofsmissionen deutlich zugenommen, in Würzburg beispielsweise um 50 Prozent. Dabei seien viele der betroffenen Gäste kaum noch an medizinische Versorgung angebunden.
Ehrenamtliche tragen die Hilfe
Einen Großteil der Arbeit leisten in den Bahnhofsmissionen Ehrenamtliche. Auch die Anforderungen an sie steigen, so die Diakonie. Von fundamentaler Bedeutung für die Arbeit der Bahnhofsmissionen sei daher die professionelle Ehrenamtskoordination im Hauptamt: Sie gewinnt Freiwillige, organisiert Einarbeitung und Schulungen und ist verlässliche Ansprechstelle im Alltag. Laut Diakonie konnten dank finanzieller Förderung durch den Freistaat einige entsprechende Stellen geschaffen werden. "Diese Ansätze zeigen Wirkung, müssen jedoch langfristig gesichert und weiter ausgebaut werden", heißt es.
Auf die Situation der Bahnhofsmissionen soll der bundesweite "Tag der Bahnhofsmission" am 18. April aufmerksam machen. Unter dem Motto "Menschlichkeit gibt Halt" laden auch bayerische Standorte dazu ein, ihre Arbeit kennenzulernen.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
