Sanitätszentrum auf der Theresienwiese
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Das Sanitätszentrum auf dem Münchener Oktoberfest.
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Impfen auf der Wiesn: Wer es nutzt und was es bringt

Impfen auf der Wiesn: Wer es nutzt und was es bringt

Direkt auf der Wiesn impft die Stadt München gegen Grippe und Corona. Das Angebot wird gut angenommen. Doch kann man sich nach ein, zwei Maß noch impfen lassen – und was bringt die Impfung überhaupt, wenn der Impfschutz erst später wirkt?

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Nicht im Bierzelt, sondern in der Sanitätswache hinter dem Schottenhammel bietet das Gesundheitsreferat der Stadt München dieses Jahr zum ersten Mal Schutzimpfungen gegen Grippe und Corona an. Zwar greift der Impfschutz erst nachdem das weltgrößte Volksfest vorbei ist, trotzdem soll das Angebot schon während der Wiesn wirken - um Risikogruppen auf die Schutzimpfungen hinzuweisen.

Impfangebot gegen Grippe und Corona wird gut angenommen

"Überwältigend gut angenommen", so beschreibt Münchner Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek das Impfangebot auf dem Oktoberfest. Nach den ersten sechs Festtagen hätten sich 322 Menschen im Sanitätszentrum impfen lassen, wo die Aicher Ambulanz für das Gesundheitsreferat die Impfungen ausführt. Das Angebot auf der Wiesn ist Teil von "München impft" der Impfkampagne des Gesundheitsreferates und der Universitätskliniken von LMU und TUM.

Auch Professor Christian Schulz, stellvertretender Leiter des Zentrums für Klinische Infektiologie des LMU-Klinikums, spricht von einem "großen Erfolg des Impfangebots". Die Nachfrage habe die Erwartungen übertroffen: "Wir hatten mit deutlich weniger Andrang gerechnet. Der Impfstoff war schon nach wenigen Tagen aufgebraucht und musste nachbestellt werden", sagt Schulz.

Wer auf der Wiesn geimpft wird

Neben den Besuchern richtet die Stadt ihr Angebot "München Impft" auch an Arbeitskräfte auf der Wiesn. Denn Bedienungen, Schausteller, Sicherheitskräfte, Küchenpersonal und Co. haben durch den engen Kontakt mit vielen Menschen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Auch für internationale Besucher steht der Service zur Verfügung.

Geimpft wird nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Schulz betont, dass sich das Angebot vor allem an ältere und Menschen mit Vorerkrankungen richtet: "Für die meisten jungen Leute auf der Wiesn gibt es überhaupt keine STIKO-Indikation. Es sei denn, man ist chronisch krank oder lebt mit einer pflegebedürftigen, schwerkranken Person zusammen."

Zur Auswahl stehen Impfungen gegen Grippe und gegen Corona – je nach persönlicher Situation und Empfehlung.

Welches Ziel der Impfservice hat

Es dauert jedoch ungefähr zwei Wochen, bis die Impfung wirklich vor Viren schützt. Der Impfservice zielt daher nicht darauf ab, die Besucher während der laufenden Wiesn konkret zu schützen. Schulz sagt: "Diese Aktion hat nicht das Ziel, die Wiesn zu sterilisieren. Sie soll ein niederschwelliges Impfangebot machen und die Impfbereitschaft insgesamt steigern."

In den sozialen Medien, besonders auf Facebook und YouTube, gab es Vorwürfe, dass Betrunkene ohne Aufklärung auf der Festwiese geimpft würden. Schulz stellt klar: "Natürlich werden keine volltrunkenen oder betrunkenen Menschen geimpft. Die Leute werden ärztlich gesehen, befragt, aufgeklärt – das ist kein Konfettiwerfen, sondern eine ganz normale medizinische Versorgung an einem anderen Ort."

Niedrige Impfquote in Deutschland

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek verweist darauf, dass die Impfquoten in Deutschland, auch in den Risikogruppen – also Menschen ab 75 Jahren, Schwangere oder Personen mit chronischen Erkrankungen – derzeit zu niedrig seien. So seien nur ungefähr ein Drittel der Menschen gegen die Grippe geimpft, für die eine STIKO-Empfehlung gilt. Gegen Corona seien sogar nur weniger als ein Fünftel geimpft. Deutschland liegt somit laut Zurek deutlich hinter anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Skandinavien, wo mehr als zwei Drittel der Menschen geimpft sind, für die eine STIKO-Empfehlung gilt.

Laut Schulz habe die Kampagne auch das Ziel, Risikogruppen auf Impfungen aufmerksam zu machen. "Viele Menschen scheitern auf dem Weg von der Information zur tatsächlichen Impfung – sie müssen erst wissen, überzeugt werden und dann ein Angebot finden. Die Wiesn ist dafür ein guter Ort: Wer überzeugt ist, kann sich dort unkompliziert impfen lassen," so Schulz.

Wo auf der Wiesn geimpft wird

Wer zur Impfung will kann ohne Termin zur Sanitätswache im Servicezentrum hinter dem Schottenhammel kommen. Geimpft wird:

  • Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr,
  • am Wochenende von 10 bis 12 Uhr.

Impfwillige sollen ihren Impfpass und ihre Krankenkassenkarte mitbringen. Geimpft wird bis zum letzten Wiesn-Tag am 4. Oktober.

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