Der diesjährige Sommer in Bayern hat nach nunmehr amtlicher Feststellung in mehrfacher Hinsicht Hitzerekorde aufgestellt: Laut dem Landesamt für Umwelt wurden nicht nur neue Höchsttemperaturen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken gemessen, sondern es gab auch so viele Hitzetage wie nie seit Beginn der systematischen Erfassung.
Neue Höchstwerte bei Hitzetagen
Die Hitzebelastung war in allen Regionen besonders ausgeprägt. Von Juni bis August lag die durchschnittliche Temperatur bei rund 20 Grad Celsius – damit erreichte Bayern erneut das Niveau des Rekordsommers 2003. Bei der Zahl der Hitzetage erreichten alle sieben bayerischen Regierungsbezirke neue Höchstwerte in der Zeitreihe seit 1951. Bei den mittleren Sommertemperaturen übertraf der Sommer 2026 in Schwaben, Oberbayern und Niederbayern sogar die bisherigen regionalen Spitzenwerte aus dem Jahr 2003.
Oberfranken war am wenigsten heiß
Im bayernweiten Schnitt gab es demnach gut 26 "Hitzetage" mit Temperaturen von über dreißig Grad. Das war laut Landesamt die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 1951. Hinzu kamen sechs "sehr heiße Tage" mit Werten von über 35 Grad. Die Spitzentemperaturen wurden am 26. und 27. Juni mit jeweils 40,8 Grad im unterfränkischen Kitzingen gemessen – der höchste jemals in Bayern gemessene Wert. Unterfranken war mit 31 Hitzetagen auch der wärmste Regierungsbezirk. Weniger als 20 Hitzetage gab es nur im vergleichsweise hoch gelegenen Oberfranken.
Viel weniger Regen als im langjährigen Schnitt
Gleichzeitig blieb der Niederschlag weit hinter den langjährigen Mittelwerten zurück. Von Juni bis August fielen in Bayern insgesamt rund 32 Prozent weniger Regen als im Referenzzeitraum 1971 bis 2000. Der Sommer 2026 gehört damit zu den neun trockensten Sommern in Bayern seit Beginn der Niederschlagszeitreihe im Jahr 1931. Besonders groß war das Defizit in Schwaben mit 37 Prozent weniger Niederschlag. In Oberbayern und Unterfranken lag das Minus jeweils bei 36 Prozent, während Oberfranken mit 18 Prozent das geringste Defizit verzeichnete. Neue Rekorde beim Niederschlagsdefizit wurden in den Regierungsbezirken dennoch nicht erreicht.
Ralph Neumeier, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, wies darauf hin, dass mehrere trockene Jahre zusammenkommen: "Bereits 2025 war in Bayern ein zu trockenes Jahr, seit den 2010er-Jahren häufen sich trockene Jahre. Beobachtungen zeigen eine zunehmende Hitzebelastung sowie eine Tendenz zu weniger Sommerniederschlag und längeren Trockenperioden.“
Klimaschutz und Anpassung an Extreme notwendig
Laut Ralph Neumeier ist vor allem die Kombination vieler Faktoren belastend für die Umwelt: "Fehlt über längere Zeit Niederschlag und treiben hohe Temperaturen zugleich die Verdunstung an, trocknen Böden aus und die Wasserstände sinken." Aktiver Klimaschutz könne die zu erwartenden Auswirkungen bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich begrenzen, betonte das LfU. Gleichzeitig sei die Anpassung an bereits auftretende und künftig zu erwartende Extreme notwendig.
Mit Informationen von dpa
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