Während die Kosten aktuell steigen, bekommen die Landwirte für viele Produkte nicht mehr Geld. Im Gegenteil: Der Milchpreis ist Anfang des Jahres abgestürzt, Schweinefleisch hat 2025 mehr als zehn Prozent weniger Ertrag gebracht.
Trotzdem wird’s für die Verbraucher nicht billiger – die Preise bewegen sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Die Folge: Viele Menschen vergleichen die Preise stärker oder kaufen gezielt im Angebot. Davon profitieren Discounter, während der Preisdruck im Einzelhandel und bei den Erzeugern hoch bleibt.
Höhere Anforderungen, weniger Ertrag
Gleichzeitig steigen die Anforderungen beim Tierwohl und bei den Umweltschutzauflagen. Gerade kleinere Höfe fürchten durch immer strengere Auflagen um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Folge: Bauern überlegen, ihre Höfe aufzugeben.
Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sieht in der aktuellen geopolitischen Lage die heimische Landwirtschaft als "wesentlichen Teil unserer Sicherheitsarchitektur" und ist überzeugt: "Wir müssen unser Land stark machen, um auf unerwartete Ereignisse gut reagieren zu können."
Kritik kommt von Mia Goller, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion: "Wer ständig von Ernährungssicherheit spricht, aber gleichzeitig Umweltstandards infrage stellt, Versprechen nicht einhält und die Landwirtschaft wieder stärker von Pestiziden und Importen abhängig machen will, gefährdet genau das, was er zu schützen vorgibt."
Diskutieren Sie mit!
Wie schaut die Landwirtschaft der Zukunft aus? Welche Weichen muss die Politik jetzt stellen? Wollen wir mehr biologische Landwirtschaft? Was können, beziehungsweise sind wir Verbraucher bereit, dafür zu bezahlen? Weniger tierische, sondern mehr pflanzliche Produkte – ist das die Lösung?
Darüber diskutieren Bürgerinnen und Bürger in Rottenburg a. d. Laaber mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Mia Goller (B’90/Grüne), landwirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.
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