Handabdrücke auf einer Glasscheibe
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Im April hat das Jugendamt Main-Tauber Kinder aus einer stationären Jugendhilfeeinrichtung genommen. Weiterhin bleiben Fragen. (Symbolbild)
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Im April hat das Jugendamt Main-Tauber Kinder aus einer stationären Jugendhilfeeinrichtung genommen. Weiterhin bleiben Fragen. (Symbolbild)

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Jugendamt holt Kinder aus Einrichtung – offene Fragen bleiben

Jugendamt holt Kinder aus Einrichtung – offene Fragen bleiben

Vor zwei Monaten hat das Jugendamt Main-Tauber Kinder aus einer Wohngruppe genommen. Der Träger kann sich den Vorgang nicht erklären. Das zuständige Landratsamt spricht von einem richtigen Schritt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Auch nach zwei Monaten wirft der Fall Fragen auf. Die zuständigen Behörden geben nur wenige Infos bekannt. Anfang April hat das Jugendamt Main-Tauber vier Kinder aus einer stationären Jugendhilfeeinrichtung bei Röttingen genommen. Die Einrichtung befindet sich im baden-württembergischen Main-Tauber-Kreis, nahe der bayerischen Grenze. Träger ist die Evangelische Jugendhilfe in Würzburg. Die wundert sich über das Vorgehen. Das Landratsamt Main-Tauber sagt: Dieses sei "unumgänglich" gewesen.

Jugendhilfe überrascht über Vorgehen

Für Gunter Adams, den Vorsitzenden der Evangelischen Jugendhilfe Würzburg, kam die Maßnahme überraschend. Inzwischen seien er und sein Team grundlegend über die Hintergründe informiert. Demnach gehe es zum Beispiel um einen "Zimmerarrest", sagt Adams. Von Seiten der Heimaufsicht werde also die Frage aufgeworfen, ob ein Kind längere Zeit eingeschlossen gewesen sein könnte. Das decke sich jedoch nicht mit den Aufzeichnungen der Einrichtung, so Adams. Demnach habe das Kind am besagten Tag im Freien gespielt.

Landratsamt verteidigt Maßnahme

Im April hatte das Jugendamt des Main-Tauber-Kreises mitgeteilt: Erkenntnisse des Landesjugendamtes des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg hätten zu der Herausnahme der Kinder geführt. Gunter Adams sagt: Anlass sei offenbar eine anonyme Meldung gewesen. Von wem diese Meldung kam, dazu äußert sich das Landesjugendamt auf BR-Anfrage nicht. Überhaupt hält sich die Behörde bedeckt – mit Verweis auf den Datenschutz. Ähnlich hält es das Landratsamt Main-Tauber. Dieses schreibt: "Wir sind weiterhin fest überzeugt, dass dieser Schritt richtig war." Das Kindeswohl stehe an erster Stelle.

Strafrechtliche Ermittlungen gibt es in dem Fall weiterhin nicht. Das bestätigen die Staatsanwaltschaften Ellwangen und Würzburg auf Anfrage.

Prüfung der Betriebserlaubnis dauert an

Gunter Adams hofft darauf, dass sich der Fall schnell klärt. Er und sein Team hätten in den vergangenen Wochen die eigenen Aufzeichnungen gesichtet. Dabei gehe es auch um einen Hinweis, wonach Kinder "Arbeitsstunden" in der Tierpflege verrichtet haben könnten. Adams widerspricht auch dieser Darstellung. Zur Einrichtung gehören Pferde und ein Schafgehege. Diese seien Teil des therapeutischen Konzepts.

Aus den Aufzeichnungen der Einrichtung sei nun eine Stellungnahme entstanden, die er nun an seinen Anwalt übergeben habe. Im April hatte das Landesjugendamt angekündigt, die Betriebserlaubnis der Einrichtung prüfen zu wollen. Wie lange das Verfahren noch dauert, will das Landesjugendamt nicht prognostizieren.

In der Wohngruppe lebten bis April sechs Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Derzeit wird die Anlage renoviert. In Zukunft sollen 30 Kinder und Jugendliche auf dem Areal leben.

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