Die Kaiser-Therme in Bad Abbach im niederbayerischen Landkreis Kelheim hat sich nicht mehr rentiert. Vor knapp einem Jahr hieß es, der Betrieb mache bis zu 1,5 Millionen Euro Minus pro Jahr. Mehr als 50 Millionen Euro hätten in den kommenden Jahren investiert werden müssen. Zu teuer für den Zweckverband, bestehend aus Bezirk, Landkreis und Markt, weswegen ein Verkauf beschlossen wurde. Nun hat die Kaiser-Therme einen potenziellen Käufer gefunden.
Details müssen noch geklärt werden
Der Projektentwickler und Bäderspezialist InterSpa mit Sitz in Stuttgart hat ein entsprechendes Kaufangebot vorgelegt, teilte der Zweckverband Kurmittelhaus nun in Bad Abbach mit. Zuvor war die Belegschaft informiert worden. Demnach soll der Betrieb am 1. Januar 2028 an das Stuttgarter Unternehmen übergehen. In den kommenden Wochen gebe es noch Details zu klären, um einen endgültigen Abschluss zu erzielen.
Potenzieller Käufer mit großen Plänen
Neben der Therme plant InterSpa auch den Kauf der umliegenden Grundstücke. Dort soll – im Optimalfall bis Herbst 2028 – ein Resort-Hotel mit 120 Zimmern entstehen. Wie der Geschäftsführer Volker Kurz erklärte, soll das Hotel auch Familien ansprechen. Es bestehe die Option, noch weitere Häuser zu bauen.
Die Therme soll in den kommenden Jahren bei laufendem Betrieb saniert und modernisiert werden. So will InterSpa sowohl den Thermenbereich als auch die Saunalandschaft erweitern. Im Obergeschoss des Bades sollen ein Fitnessstudio, ein Massagezentrum sowie ein Physiotherapiezentrum entstehen. Auch plant der neue Betreiber eine Attraktion mit Thermenbezug, um neue Zielgruppen anzusprechen. Diese könnte in Richtung Day-Spa gehen. InterSpa setzt mit seinem neuen Konzept auf Kurzurlaube deutscher Besucher im eigenen Land.
Mitarbeiterzahl soll fast verdoppelt werden
Der Zweckverband-Vorsitzende, Olaf Heinrich, sprach von einer wichtigen Weichenstellung für die Zukunft der Kaiser-Therme. InterSpa erfülle alle Anforderungen, die der Verband von vornherein an einen potenziellen Käufer gestellt hatte. So werden die 50 Angestellten zu den jetzigen Konditionen übernommen. Sie sollen mit ihrem Know-how auch in die Weiterentwicklung des Bads mit einbezogen werden, so Geschäftsführer Kurz.
Mit dem Hotelbetrieb geht InterSpa davon aus, dass die Zahl der Mitarbeitenden in Richtung 90 steigen wird. Auch soll die Therme weiterhin öffentlich zugänglich bleiben und zuverlässig weiterbetrieben werden.
Langfristige Pläne sorgen für Zukunftsperspektive
Bad Abbachs 1. Bürgermeister, Benedikt Grünewald (CSU), zeigte sich erleichtert, dass nach langer Ungewissheit ein Käufer gefunden wurde. Laut ihm bieten die langfristigen Pläne von InterSpa für die Kaiser-Therme und die umliegenden Flächen dem Bad eine Zukunftsperspektive.
Laut InterSpa-Geschäftsführer Kurz sieht das jetzige Konzept - ein "Masterplan für die Therme Bad Abbach" - Maßnahmen für die kommenden 15 bis 20 Jahre vor. "Das wird erfolgreich sein", zeigte sich Kurz überzeugt. Ihm zufolge betreibt InterSpa aktuell acht Thermen und neun Hotels. "Kurzurlaub in Deutschland ist absolut im Kommen. Deutschland ist das Urlaubsland Nummer 1 der Deutschen", so Kurz.
Zu den Investitionskosten machten die Beteiligten keine Angaben. Für die Zukunft stellte Kurz aber sogar eine Senkung der Eintrittspreise in Aussicht, um noch mehr Menschen nach Bad Abbach in die Therme zu locken.
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