Viereinhalb Jahre Bauzeit. So lange hat es gedauert, jetzt hat Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu die neue Therme offiziell eingeweiht. "Es hat ja länger gedauert als geplant, aber heute ist wirklich ein besonderer Tag für Oberstdorf und auch für die Zukunft", sagt Klaus King (CSU), Bürgermeister von Markt Oberstdorf. Die Gemeinde spricht vom größten Einzelprojekt in der Geschichte des Marktes. Insgesamt sind für das neue Bad knapp 50 Millionen Euro geflossen.
Große Wellness- und Badewelt
Die neue Therme verfügt über einen rund 3.000 Quadratmeter großen Wellness-Bereich mit fünf Saunen. Dazu kommt eine etwa 2.000 Quadratmeter große Bade- und Thermenwelt mit Sport-, Erlebnis-, Außen- und Kinderbecken. Als besondere Attraktionen nennen die Betreiber den großen Infinity-Pool auf der Dachterrasse mit Panoramablick auf die Oberstdorfer Berge sowie einen künstlichen Wasserfall.
Kosten fast doppelt so hoch wie gedacht
Die Gesamtkosten von knapp 50 Millionen Euro liegen fast doppelt so hoch wie ursprünglich kalkuliert. In einem Masterplan für den Thermen-Neubau hatte die Gemeinde 2018 zunächst 26 Millionen Euro angesetzt. Die konkrete Kostenschätzung auf Basis der detaillierten Planung lag später jedoch schon bei 33 Millionen. Als Gründe für die weitere, deutliche Kostensteigerung auf 50 Millionen werden die Corona-Pandemie, Lieferengpässe, Rohstoffmangel und allgemein stark gestiegene Baupreise genannt. "Aber heute ist alles vergessen, jetzt geht's ab ins Nasse", so King. Dennoch hofft Oberstdorfs Bürgermeister auf Nachförderung von der Regierung von Schwaben und Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber (CSU).
Neues Bad nach Abriss der alten Therme
Mehr als sieben Jahre nach Schließung und Abriss der alten Oberstdorfer Therme aus den 1970er Jahren verfügt Deutschlands südlichste Gemeinde wieder über ein modernes Bad. Die neue Therme setzt auf Gesundheit, Wellness und Entspannung und richtet sich an Einheimische, Touristen und Tagesgäste. "Nicht jeder Vermieter hier im Oberallgäu hat die Möglichkeit, einen Wellnessbereich anzubieten. Von daher ist es sicherlich sowohl für die Einheimischen als auch für die Gäste ein Gewinn, und zwar über Oberstdorf hinaus", sagt Indra Baier-Müller (FW), die Landrätin im Landkreis Oberallgäu. Die Verantwortlichen rechnen mit rund 150.000 Besuchern pro Jahr, Betreiber sind die Kurbetriebe der Gemeinde Oberstdorf.
Soft Opening und Start des Normalbetriebs
Die Therme Oberstdorf startet am kommenden Montag, 19. Januar, mit einem Soft Opening in den Publikumsbetrieb. Zunächst gelten eine begrenzte Auslastung und eingeschränkte Öffnungszeiten. Ab dem 2. Februar soll dann der reguläre Betrieb mit Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr laufen.
In einer früheren Fassung des Artikels konnte der Eindruck entstehen, die Kosten hätten sich gegenüber der Detailplanung verdoppelt. Dabei bezieht sich diese Aussage auf die erste Kostenschätzung im Masterplan für den Thermen-Neubau. Wir haben den entsprechenden Absatz konkretisiert.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
