Wo sonst Züge mit Hochgeschwindigkeit entlangrauschen, schiebt sich "Katharina die Große" ganz langsam, aber stetig über die alten Gleise voran. Die Maschine macht das alte Gleisbett wieder frisch. Momentan ist sie in Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz im Einsatz. Die Baustelle ist Teil der großen Bahnstreckensanierung zwischen Nürnberg und Regensburg.
- Zum BR24 vor Ort: Ausgebremst? Mit dem Schienenersatzverkehr zur Arbeit
Mit Förderbändern wird das alte Material aus dem Erdreich befördert und zum Teil neu aufbereitet, erklärt Tim Deutschmann, Projektleiter bei der Deutschen Bahn. "Katharina die Große tauscht für uns das Gleisbett aus, der Schotter wird gereinigt innerhalb der Maschine und verbessert parallel den Untergrund, den Boden, heißt: Der Erdaushub kommt raus und dafür eine Schutzschicht rein, die das Gleis stabilisiert für die Zukunft."
"Katharina die Große" ist wichtigste Maschine
Rund 200 Meter lang und 800 Tonnen schwer ist die große gelbe Gleisbaumaschine. Mit zahlreichen Anhängerwagen kommt der Tross fast auf einen Kilometer Länge und sieht selbst wie eine Art Güterzug aus. Etwa 80 Baugeräte sind bei der Bahnstreckensanierung zwischen Nürnberg und Regensburg jeden Tag gleichzeitig im Einsatz. "Katharina die Große" spielt dabei aktuell die Hauptrolle, sagt Bahn-Projektleiter Tim Deutschmann. "Die Maschine ist eine der größten auf dem Markt, auch von der Komplexität und Funktionalität, auch diese Konstellation, dass die Maschine parallel Schotter und Erdaushub behandeln kann, und somit Untergrund und auch Gleisbett parallel verbessert, das gibt’s nicht so häufig auf dem Markt."
5.000 Tonnen Material pro Schicht
Das Gleisbett wird quasi im Fahren erneuert, das macht die Gleisbaumaschine so besonders. Rund 450 Meter schafft Katharina an einem Tag, 5.000 Tonnen Material laufen in einer Schicht über die Fließbänder. 25 Arbeiter kümmern sich gleichzeitig darum, dass bei Katharina alles rund läuft.
Die aktuelle Wetterlage sei zwar eine Herausforderung, aber noch machbar, sagt Bauleiter Frank Fuhrmann von der Firma Spitzke. "Im allerschlimmsten Fall, wenn es zu kalt wird, müssten wir die Arbeiten einstellen, weil wir dann den Qualitätsanforderungen nicht mehr gerecht werden, aber um die 0 Grad ist kein Problem."
Streckensperrung Nürnberg-Regensburg: Bahn ist zuversichtlich
Insgesamt müssen rund 80 Kilometer Bahngleise zwischen Nürnberg und Regensburg erneuert werden. Im Juli soll alles fertig sein. Solange setzt die Bahn auf Schienenersatzverkehr. Katharina die Große liegt gut in der Zeit, sagt Tim Deutschmann von der Bahn. "Wir sind sogar aktuell vor Bauablaufplan, was uns sehr positiv stimmt."
Wenn Katharina die Große ihren Job erledigt hat, kommt ihr Nachfolger zum Einsatz und sorgt für neue Schienen: Heinrich der Starke.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
