Ein klarer See im Gebirge vor einem Geröllfeld und Bergen
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Auch wenn Gebirgsseen klar und sauber aussehen, sollte man nicht bedenkenlos aus ihnen trinken.
Bildrechte: BR/ Franziska Simon
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Auch wenn Gebirgsseen klar und sauber aussehen, sollte man nicht bedenkenlos aus ihnen trinken.

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Kein Wasser am Berg? Wo man am besten auffüllt

Kein Wasser am Berg? Wo man am besten auffüllt

Wer in den Bergen unterwegs ist, braucht derzeit vor allem eines: genug zu trinken. Doch was tun, wenn die Flasche leer ist und weder Hütte noch Brunnen da sind? Welche Wasserquellen gut sind – und welche weniger.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Trinkwasser ist wichtig und kostbar. In den Bergen gibt es viele Bäche oder den einen oder anderen Gebirgssee. Wer seine Trinkflasche auffüllen will, sollte allerdings ein paar Tipps beachten.

Julia Jobst ist Bergwanderführerin und zweite Vorsitzende der DAV-Sektion Traunstein. Sie steht an einer flachen Stelle an der Traun, einem Fluss nahe Traunstein. Im Gebirge wäre das eine gute Wasserquelle. "Hier, wo das Wasser deutlich schneller fließt, würde ich meine Trinkflasche auffüllen."

Schnell fließendes Wasser – erste Wahl am Berg

"Wasser muss fließen", sagt auch Mikrobiologe Joachim Biedermann. Eine Faustregel auf einer Bergtour ist: Je kälter und schneller das Wasser fließt, umso verträglicher ist es. Am besten seien jedoch Quellen, wo das Wasser - gefiltert durch Gesteins- oder Bodenschichten - an die Oberfläche tritt.

Anders verhält es sich bei stehenden Gewässern. Zwar mag ein türkis schimmernder Gebirgssee verlockend aussehen, keimfrei ist er aber nicht. "Die Mikroorganismen sind alle unterhalb unserer Sichtbarkeitsschwelle, daher ist es manchmal trügerisch", sagt Biedermann.

In stehenden Gewässern könnten sich Bakterien zudem gut vermehren. Selbst in extremen Höhenlagen konnten bereits Bakterien nachgewiesen werden. Wenn man trotzdem Wasser aus stehenden Gewässern trinken muss, sollte man es unbedingt für mindestens fünf Minuten abkochen.

Was liegt oberhalb der Wasserquelle?

Auch bei Fließgewässern sollten ein paar Regeln beachtet werden. Hier gilt: Es lohnt sich ein Blick bergauf. Weiden dort zum Beispiel Kühe oder Schafe? Liegen Almen oder Berghütten oberhalb des Bachs? Tierische Ausscheidungen oder Kadaverreste können ins Wasser gelangen und dieses verunreinigen. Jobst rät deshalb: Je höher man im Gebirge ist, desto höher die Chance, trinkbares Wasser zu finden. Ganz risikofrei sei es aber nie – man müsse abwägen zwischen Durst, wie weit die Strecke noch sei und wie hoch die Gefahr einer möglichen Erkrankung. Folgen von verunreinigtem Wasser können beispielsweise Magen-Darm-Infekte, Übelkeit und im schlimmsten Fall ein Parasitenbefall sein.

Vorsorgen statt improvisieren

Am besten sei es natürlich, so Jobst, gar nicht erst in die Situation zu kommen, dass die Wasservorräte ausgehen. An warmen Tagen empfiehlt sie daher, eher drei Liter auf einer Tagestour einzuplanen, sonst mindestens zwei. Auf Berghütten lohnt sich zudem das Nachfragen: Oft kann man Wasser auffüllen oder sich von den Hüttenwirten über die nächste Auffüllmöglichkeit beraten lassen. Trotzdem kann es immer passieren, dass das Wasser während einer Berg- oder Hochtour ausgeht. Besonders kritisch kann es in trockenen Gebieten oder in Karstlandschaften werden. Wasser fließt hier besonders schnell ab. Dann rät die Bergwanderführerin, auf Karten nach eingezeichneten Bachläufen zu suchen. Und sie betont: Sicherheit geht vor. Wer so dehydriert ist, dass Konzentration und Urteilsvermögen nachlassen, sollte nicht zögern, die Bergwacht zu rufen – "lieber einmal zu früh als zu spät".

Gletscher und Schneefelder

Vermeintlich einfacher ist es im Hochgebirge, wo noch Gletscher und Schneefelder liegen. Im Schnee sammeln sich zwar Schmutzpartikel aus der Luft, dennoch schätzt Mikrobiologe und Trinkwasserhygieniker Joachim Biedermann das Risiko geringer ein. Zumindest, wenn man das Wasser nicht über längere Zeit trinkt. Gletscher- oder Schneewasser ist sehr mineralstoffarm, deshalb sollten, wenn möglich, Elektrolyte beigemischt werden, bestätigt auch Bergwanderführerin Julia Jobst.

Kombi-Lösung: Filter und Tabletten

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Wasserfilter oder Desinfektionstabletten mitnehmen. Filter mit einer Porengröße von 0,2 Mikrometer können Bakterien, ab 0,02 Mikrometer sogar Viren aus dem Wasser holen, erklärt Mikrobiologe Biedermann und ergänzt: "Kein Wirkungsprinzip ist hundertprozentig, kombiniert aber vervielfacht sich die Wirkung." Also mit Filtern, zum Beispiel mit UV-Filter-Funktion, chemisch desinfizieren und – wenn möglich – zusätzlich abkochen. Ein Trick: Auch mit den eigenen Socken kann Wasser gereinigt werden. Mit Kiesel und Sand befüllt simulieren sie Gesteinsschichten und filtern die Flüssigkeit.

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