Bootssteg ohne Wasser
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Niedrigwasser am Chiemsee

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"jetzt red i" live – Geht Bayern das Wasser aus?

"jetzt red i" live – Geht Bayern das Wasser aus?

Kaum Regen, niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen, sinkende Grundwasserpegel. Nach mehreren regenarmen Jahren in Folge, ist es in weiten Teilen Bayerns deutlich zu trocken. Muss sich unser Umgang mit Wasser ändern?

Über dieses Thema berichtet: jetzt red i am .

Es war einer der schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten: 160 Hektar Bergwald standen am Saurüsselkopf bei Ruhpolding in Flammen. Rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bergwacht und Bundeswehr kämpften tagelang gegen das Feuer. Aufgrund der extremen Trockenheit konnte sich der Brand schnell ausbreiten – im April hatte es kaum geregnet.

In weiten Teilen Bayerns ist es aktuell viel zu trocken. Die Waldbrandgefahr ist hoch – Ende Mai lag sie laut Index auf Stufe vier einer insgesamt fünfstufigen Skala.

Wenig Niederschlag im Winter

Im vergangenen Winter gab es ein Drittel weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel – nach mehreren regenarmen Jahren hintereinander. Das Frühjahr in Bayern war laut Deutschem Wetterdienst mit etwa 104 Litern Niederschlag pro Quadratmeter das trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Die Folge: Viele Flüsse, Bäche und Seen haben schon jetzt im Frühjahr zu wenig Wasser. Auch für den Chiemsee meldet das Landesamt für Umwelt einen "sehr niedrigen Wasserstand".

Wird in Zeiten des Klimawandels Trockenheit zum Dauerproblem? Weitere Faktoren wie die Bodenversiegelung, hohe Temperaturen und die dadurch bedingten Anstiege von Wasserverbrauch und Verdunstung führen zu einer anhaltenden Trockenheit – zumindest bis August. Von den negativen Folgen der Wasserknappheit seien nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche betroffen.

Auswirkungen auf das Grundwasser

Selbst in früher regenreichen Gebieten sinken die Grundwasserpegel. Viele Menschen machen sich deshalb Sorgen. Zum Beispiel in Bergen im Landkreis Traunstein: Dort fördert der Getränkehersteller Adelholzener große Mengen vom sogenannten Tiefengrundwasser. Bürger fürchten, dass dadurch auch die Versorgung mit Trinkwasser in Zukunft gefährdet sein könnte und protestieren.

Am 1. Juli kommt der Wassercent

Bislang konnten Firmen das knapper werdende Gut Wasser in Bayern kostenlos fördern – das ändert sich ab dem 1. Juli. Dann tritt der sogenannte Wassercent in Kraft. Bei einer Entnahmemenge von mehr als 5.000 Kubikmeter im Jahr werden dann zehn Cent pro Kubikmeter berechnet. Die Einnahmen des Wassercents sollen streng zweckgebunden in den Schutz des bayrischen Wassers investiert werden. Thorsten Glauber, Bayerns Umweltminister sieht darin einen "wichtigen Beitrag zum Schutz der Wasserversorgung". Nach jahrelangen Diskussionen ist Bayern nun das 14. Bundesland, dass den Wassercent einführt.

Diskutieren Sie mit!

Müssen wir mit dem kostbaren Gut sparsamer umgehen? Sind Maßnahmen wie der Wassercent geeignet, um unsere Wasserversorgung zu schützen? Was muss passieren, damit sich die Pegelstände erholen? Und was können wir überhaupt gegen die Trockenheit tun?

“Wassersicherheit hat in Bayern oberste Priorität. Wir können keinen Regen machen. Aber wir können das vorhandene Wasser bestmöglich verteilen”, verspricht Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber von den Freien Wähler. Den Grünen geht das allerdings nicht weit genug. Sie fordern eine Verdoppelung der Wasserschutzgebiete und ein Entnahmekataster: Bayern müsse sich einen Überblick verschaffen, wer wie viel entnimmt.

Über diese und andere Fragen diskutieren bei "jetzt red i" Bürgerinnen und Bürger live in Ruhpolding mit Thorsten Glauber (Freie Wähler), bayerischer Umwelt- und Verbraucherschutzminister, und Gisela Sengl, Landesvorsitzende der Grünen.

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