PRODUKTION - 29.09.2026, Bayern, Würzburg: Blick auf Hauptgebäude der Neuen Universität der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Sanderring in Würzburg. (zu dpa: «Spannende Entscheidung: Wird die Uni Würzburg Exzellenzuni?») Foto: Heiko Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
PRODUKTION - 29.09.2026, Bayern, Würzburg: Blick auf Hauptgebäude der Neuen Universität der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Sanderring in Würzburg. (zu dpa: «Spannende Entscheidung: Wird die Uni Würzburg Exzellenzuni?») Foto: Heiko Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Als dritte Hochschule in Bayern wollte Würzburg Exzellenzuniversität werden. Den Exzellenzzuschlag erhielten aber andere.
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Keine Exzellenz-Uni in Würzburg: Darum hat es nicht gereicht

Keine Exzellenz-Uni in Würzburg: Darum hat es nicht gereicht

Als dritte Hochschule in Bayern wollte Würzburg Exzellenzuniversität werden. Jetzt kriegt die Uni sogar einen Nobelpreis. Den Exzellenzzuschlag erhielten aber andere. In Würzburg beginnt die Suche nach Gründen – genauso im Wissenschaftsministerium.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Häppchen und Sekt stehen bereit, als Uni-Präsident Paul Pauli um 15.48 Uhr ans Mikro tritt. "Ich bin nervös. Ich glaube, wir sind alle gespannt, was gleich passieren wird", sagt Pauli zu den rund 150 Professoren, Studierenden und Gästen. Auf einer Leinwand vor dem Audimax der Uni Würzburg haben sie sich versammelt, um gemeinsam die Entscheidung in Bonn zu verfolgen.

Dort waren am Freitagvormittag 39 Wissenschaftler und die Forschungsminister von Bund und Ländern zusammengekommen. Gemeinsam wählten sie fünf weitere Standorte aus, die sich in den kommenden sieben Jahren Exzellenzuniversität nennen dürfen. Doch um 16.07 Uhr steht fest: Würzburg geht leer aus. Lange Gesichter anstelle der erhofften Party.

Uni Würzburg verpasst Chance auf Millionenförderungen

"Kleine Unterschiede" hätten den Ausschlag gegeben, sagt Pauli in einer ersten Reaktion. Die Julius-Maximilians-Universität wollte es als dritte bayerische Hochschule zur Exzellenzuniversität schaffen. Dieser Titel ist Teil der sogenannten Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Das Ziel: Spitzenforschung fördern. Den ausgewählten Unis winken in den kommenden sieben Jahren Millionenförderungen.

In Bayern gibt es bislang zwei dieser Unis: beide in München – die LMU und die TU. Sie sind bereits Exzellenzunis und erhielten den erneuten Zuschlag in einem vorgelagerten Verfahren.

Würzburg war mit zehn weiteren Standorten im Rennen um fünf zusätzliche Plätze. Die Zuschläge erhielten aber andere: Freiburg, Köln und Jena. Außerdem waren zwei Hochschul-Verbünde erfolgreich: einer aus dem Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt, Mainz, Darmstadt), einer aus dem Ruhrgebiet (Dortmund, Bochum).

Wissenschaftsminister Blume: "Persönliche Enttäuschung"

Die Entscheidung wurde auch in der bayerischen Politik aufmerksam verfolgt. Die Ergebnisse verkündete Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) in Bonn. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) kam nach Würzburg. Er sprach von einer "persönlichen Enttäuschung".

Blume hatte sich hinter die Bewerbung gestellt. Als ein Expertengremium im April die Uni besichtigte, reiste auch der Minister an. Zuvor hatte er sich dafür eingesetzt, dass Würzburg ein Max-Planck-Institut erhält. 2024 eröffnete er ein KI-Zentrum an der Uni. Seit 2010 habe der Freistaat mehr als eine Milliarde Euro in Würzburg investiert.

Die Uni Würzburg hätte auf bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr hoffen dürfen. Das Geld landet nun in anderen Bundesländern. Baden-Württemberg kommt auf vier Exzellenzstandorte. Nordrhein-Westfalen nun ebenfalls. Das Bewerberfeld sei "wahnsinnig stark" gewesen, sagt Blume.

Würzburg nicht breit genug aufgestellt?

Vor allem in der Breite der Forschung seien andere Standorte besser, heißt es in Würzburg. In der Medizin, Biochemie oder Physik hat die Uni einen guten Ruf. Nun geht sogar der Nobelpreis für Medizin an Würzburg. "Aber darum herum gibt es ein paar Gebiete, wo wir noch nicht auf diesem höchsten Niveau sind", so Pauli.

Ein weiteres Minus: "Wir haben weniger außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und damit weniger internationale Berufungen zu Top-Positionen", sagt Pauli. Er hofft, dass sich das unter anderem durch das Max-Planck-Institut bessert.

Zu den exakten Gründen für die Entscheidung, will sich ein Sprecher des Wissenschaftsrats auf Anfrage nicht äußern. Die Begutachtungsberichte seien vertraulich. Alle unterlegenen Standorte sollen aber zeitnah ein Schreiben erhalten: mit Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen.

Kritik am Auswahlverfahren des Exzellenwettbewerbs

Kritik gibt es in Würzburg allerdings auch am Auswahlverfahren. Unter den Siegern sind zwei Hochschulverbünde. Unipräsident Pauli findet das "schwierig, weil man vergleicht da Äpfel mit Birnen". Minister Blume äußert sich zurückhaltender: Die Verbünde hätten den Wettbewerb "herausfordernder" gemacht. Doch es habe sich um ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren gehandelt. Bayern schickte keinen Verbund ins Rennen.

"Das Bemühen, die Exzellenz in Bayern stärker verteilt zu bekommen, daran halten wir definitiv fest", verspricht Blume. Das Ministerium verweist außerdem darauf, dass die Universitäten Erlangen, Bayreuth und Regenburg zuletzt Zuschläge für sogenannte "Exzellenzcluster" erhielten. Dabei werden einzelne Schwerpunkte gefördert. Auch Würzburg war erfolgreich: mit Anträgen aus der Quantenphysik und der Nukleinsäureforschung.

Zusätzliche Fördermittel aus dem Exzellenzwettbewerb hätte die Uni dennoch gut gebrauchen können, sagt Pauli. Ohne konkret zu werden spricht er von mehreren Projekt, die nun nicht wie erhofft umgesetzt werden könnten.

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