Ein Hund duckt sich beim Spielen (Symbolbild).
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Angriffe von Hunden auf Kinder kommen immer wieder vor. Zuletzt wurde ein Junge in Dingolfing ins Bein gebissen (Symbolbild).
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Angriffe von Hunden auf Kinder kommen immer wieder vor. Zuletzt wurde ein Junge in Dingolfing ins Bein gebissen (Symbolbild).

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Hund und Kind: So klappt’s mit dem friedlichen Zusammenleben

Hund und Kind: So klappt’s mit dem friedlichen Zusammenleben

Angriffe von Hunden auf Kinder kommen immer wieder vor: Zuletzt wurde ein Junge in Dingolfing gebissen. Um solche Vorfälle zu vermeiden, sollten Eltern und Hundehalter vorausschauend handeln, empfiehlt eine Hundetrainerin.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Immer wieder kommt es zu Angriffen von Hunden auf Kinder. Zuletzt berichtete die Polizei von einem Fall in Dingolfing: Ein 11-Jähriger soll auf einem Spielplatz von einem Hund gebissen worden sein. Der Junge wurde mit einer Wunde am Unterschenkel ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Fall ereignete sich im Januar in Immenstadt: Hier hatte ein Rottweiler beim Gassigehen einen Kinderwagen angegriffen.

Doch was macht das Zusammentreffen von Hunden und Kindern gelegentlich schwierig? Und wie sollten sich Hundebesitzer und Eltern mit ihren Kindern verhalten? Tipps von einer Hundetrainerin aus Regensburg.

Hunde nehmen Kinder anders wahr als Erwachsene

Hunde sind nicht von Grund auf gefährlich, sagt Sonja Sandomeer, Hundetrainerin in Regensburg, im Interview mit BR24. Aufpassen sollte man beim Zusammentreffen von Kindern und Hunden dennoch: "Hunde sehen Kinder nicht unbedingt so wie Erwachsene. Sie sehen sie eher auf einer gleichen Ebene – hierarchisch betrachtet."

Ob sich Hunde mit Kindern verstehen oder es zu einem aggressiven Verhalten kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht: "Es kommt auf den Hund an, auf seine Vorerfahrung: Kennt er Kinder von Anfang an? Was ist das für eine Rasse? Welche Genetik steckt dahinter?" Daneben könne auch das Verhalten des Kindes eine Rolle spielen, ob es beispielsweise eher ruhig oder aufgeweckter ist. Schlussendlich müssten die Persönlichkeiten von Hund und Kind zusammenpassen, so Sandomeer.

Auf Warnsignale des Hundes achten

Wenn Erwachsene mit Kindern auf einen Hund treffen, gilt die Regel: Nicht einfach hingehen und streicheln, sagt Sandomeer. "Wenn, dann würde ich [...] fragen, ob es ok ist, wenn man den Hund streichelt." Im besten Fall könne der Besitzer seinen Hund gut einschätzen. Als Elternteil sei es außerdem wichtig, beim Kind zu bleiben.

Außerdem sollte auf Warnsignale des Hundes geachtet werden: Versteift sich der Hund? Wendet er seinen Blick ab oder wendet er möglicherweise den Blick fixierend zu? Beginnt er zu knurren oder fletscht er gar die Zähne?. "Auch ein wedelnder Schwanz heißt nicht unbedingt, dass es nett ist", erklärt die Hundetrainerin.

Vorausschauend handeln

Herrchen und Frauchen sollten "eine gute Kontrolle an der Leine" haben und der Hund sollte sich an seinem Halter orientieren. Der Hund muss merken, "dass er da begrenzt wird." Als Beispiel nennt Sandomeer ein Kind, das ein Eis oder einen Keks in der Hand hält. Auf Höhe des Hundes sei dies eine Verlockung, weshalb Hundehalter vorausschauend handeln sollten.

Wenn bekannt sei, dass der Hund ein großes Problem mit Menschen oder konkret mit Kindern hat, könne auch ein Maulkorb sinnvoll sein. Zudem sollte in diesem Fall vermittelt werden, dass das Kind den Hund nicht anfassen soll.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Leben in einem Haushalt Kinder und Hunde, ist es wichtig, für alle Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, erklärt Sandomeer im BR24-Interview. Das bedeutet: Sowohl für den Hund als auch für das Kind: "Vor allem, wenn Babys da sind und Kleinkinder – dass man dem Hund erklärt, wo die Grenzen sind." Und auf der anderen Seite sollten Hundebesitzer ihren Kindern vermitteln, dass der Hund "seine Zeiten der Ruhe" braucht.

Hund kann Selbstbewusstsein stärken

Beim Zusammenleben sollten also "klare Regeln und Rahmenbedingungen" gesetzt werden, erklärt die Hundetrainerin. Gleichzeitig habe das Zusammenleben zwischen Hund und Kind viele positive Seiten: "Ich habe selber drei Kinder und die finden es super toll, mit dem Hund durch die Gegend zu laufen. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein." Kinder würden mit Hunden an ihrer Seite lernen, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem könne ein Hund viel Trost spenden, sagt Sandomeer: "Das ist wie mit allen Tieren so: einfach unheimliche Seelentröster."

Mit Informationen von dpa.

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