(Symbolbild) Blick in den Flur auf einer Krankenstation im Kelheimer Krankenhaus.
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(Symbolbild) Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus in Kelheim? Der Caritasverband ist nicht mehr Partner des Landkreises Kelheim.
Bildrechte: BR/ Hans Mielich
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(Symbolbild) Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus in Kelheim? Der Caritasverband ist nicht mehr Partner des Landkreises Kelheim.

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Klinik-Krise: Wie geht es am Krankenhaus Kelheim weiter?

Klinik-Krise: Wie geht es am Krankenhaus Kelheim weiter?

Zusammen mit der Caritas sollte das Krankenhaus Kelheim finanziell stabilisiert werden. Doch nach vier Jahren endet die Kooperation abrupt. Somit steht das Landkreiskrankenhaus nun vor einer ungewissen Zukunft.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Es war eine Kooperation, die Hoffnung machen sollte: Im Jahr 2022 geben der Landkreis Kelheim und der Caritasverband der Diözese Regensburg bekannt, am Krankenhaus Kelheim zusammenarbeiten zu wollen. Aus der Goldberg-Klinik wurde das Caritas-Krankenhaus Sankt Lukas. Durch eine enge Verzahnung mit dem Regensburger Caritas-Krankenhaus Sankt Josef sollte das immer weiter steigende Defizit der Kelheimer Klinik stabilisiert werden.

Für einen symbolischen Preis von einem Euro übernahm die Caritas die Mehrheit der Anteile. Pikant dabei: Der Landkreis hatte sich verpflichtet, weiterhin das komplette finanzielle Risiko zu tragen und das Defizit des Hauses auszugleichen – die operative Führung der Klinik lag aber vollständig bei der Caritas.

Kooperation nach vier Jahren beendet

Vier Jahre später ist das Geschichte. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen die Partner von einer einvernehmlichen Trennung. Eine Entscheidung, die nicht überraschend kommt. Bereits vergangenes Jahr erlebte das Krankenhaus mehrere Krisen: Die Geschäftsführerin der Klinik wurde gefeuert, der Vertrag mit einer umstrittenen Beraterfirma wurde beendet und wochenlang konnte im Krankenhaus wegen Mängeln nicht operiert werden, was das Defizit nochmals erhöhte.

In der gemeinsamen Mitteilung schreiben Caritas und Landkreis nun dennoch, dass es trotz widriger Umstände in den vergangenen Jahren gemeinsam gelungen sei, die Klinik wirtschaftlich zu stabilisieren. Allerdings sei es angesichts der politischen Rahmenvorgaben nicht mehr möglich, das auch für die Zukunft zu gewährleisten.

Ein Ausblick, der vielen Menschen in Kelheim Sorge macht. Doch Kelheims neuer Landrat Christian Nerb (Freie Wähler) bemüht sich, Sorgen entgegenzutreten: Die Sicherung des Krankenhauses sei für ihn oberstes Gebot. Das medizinische Angebot der Klinik soll sich nicht ändern und auch die Arbeitsplätze seien sicher, lässt Nerb mitteilen.

Bürgermeister: "Wir schaffen das auch allein"

Auch sein Parteikollege, Kelheims Bürgermeister Dennis Diermeier (Freie Wähler), betont, dass der Schritt nicht das Aus für das Krankenhaus in der Stadt bedeute. "Wir schaffen das auch allein", sagt Diermeier. Ursprünglich habe man sich von der Kooperation mehr erhofft. Die erwarteten Synergieeffekte seien aber größtenteils nicht eingetreten. So sei etwa die anfangs vereinbarte Verlegung der Urologie von Regensburg nach Kelheim bis heute nicht erfolgt.

Zumindest die finanzielle Stabilisierung sei aber eingetreten, sagt Diermeier. "Die Zahlen haben sich nicht schlecht entwickelt", sagt der Bürgermeister, der auch im Aufsichtsrat der Klinik sitzt.

Hohes Defizit belastet Kreishaushalt

Vergangenes Jahr lag das Defizit bei über zehn Millionen Euro. Für 2026 wird ein Defizit von 8,5 Millionen prognostiziert. Dass angesichts dieser hohen Verluste viele trotzdem von einer wirtschaftlichen Konsolidierung sprechen, zeigt, wie ernst es um die Finanzen kleiner Krankenhäuser tatsächlich steht. Die ungewöhnliche Einigung, dass der Landkreis trotz abgegebener Kontrolle das wirtschaftliche Risiko alleine trägt, galt vielen Kreisrätinnen und Kreisräten bereits 2022 als alternativlos. Zu sehr schien das Defizit in den Prognosen damals davon zu galoppieren.

Hoffnung für Krankenhaus Mainburg?

Eine Entwicklung, die auch nun wieder drohen könnte. So schreiben Landkreis und Caritas in der gemeinsamen Mitteilung, dass die politischen Rahmenbedingungen nochmal schlechter geworden seien. Allein auf sich gestellt, wird das Krankenhaus Kelheim wohl vor einer schwierigen finanziellen Zukunft stehen. So müssen wohl neue Kooperationspartner gefunden werden. In Mainburg hoffen bereits die ersten auf eine Chance, ihre eigene Klinik behalten zu können. Hier soll das zweite Krankenhaus des Landkreises zu einem ambulanten Gesundheitszentrum heruntergestuft werden.

Annette Setzensack von der Bürgerinitiative "Rettet das Mainburger Krankenhaus" fordert, eine enge Kooperation oder auch den Zusammenschluss der beiden Häuser zu prüfen – auch möglicherweise erweitert um andere Häuser in den Nachbarlandkreisen. "Es wäre fahrlässig, das nicht zu tun, wenn so vielleicht die stationäre Versorgung in beiden Kliniken erhalten werden könnte", sagt die Kreisrätin der ÖDP.

Wie auch immer mögliche Zusammenschlüsse aussehen könnten: Einfach wird es bei der angespannten finanziellen Lage vieler Kliniken sicher nicht. Bisher schweigt Landrat Nerb zu Fragen, wie es nun weitergehen soll. Das Thema soll aber am 27. Juli in einer Kreistagssitzung ausführlich behandelt werden.

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