dpatopbilder - 19.07.2026, Bayern, München: Katharina Mayer und Magnus Kaindl zeigen als Tanzmeister von der Bühne herab beim Kocherlball am Chinesischen Turm die Tanzschritte. Das traditionelle Freiluft-Volkstanzfest bei Sonnenaufgang im Englischen Garten nahm seinen Anfang um das Jahr 1880. Es findet seit 1989 wieder statt, in der Regel am 3. Sonntag im Juli. Foto: Uwe Lein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
dpatopbilder - 19.07.2026, Bayern, München: Katharina Mayer und Magnus Kaindl zeigen als Tanzmeister von der Bühne herab beim Kocherlball am Chinesischen Turm die Tanzschritte. Das traditionelle Freiluft-Volkstanzfest bei Sonnenaufgang im Englischen Garten nahm seinen Anfang um das Jahr 1880. Es findet seit 1989 wieder statt, in der Regel am 3. Sonntag im Juli. Foto: Uwe Lein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Kocherlball: München tanzt im Morgengrauen

Kocherlball: München tanzt im Morgengrauen

Tausende sind heute Früh in Tracht zum Chinesischen Turm im Englischen Garten gekommen. Beim Kocherlball gab es vier Stunden Tanz, Brotzeit und Bier. Ein oberbayerischer Verein will die Veranstaltung jetzt sogar zum Weltkulturerbe machen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Es ist ein Spektakel, das es so nur in München gibt: 12.000 Tanzbegeisterte feierten nach Angaben des Veranstalters heute Früh den alljährlichen Kocherlball im Englischen Garten.

Landler und Polka beim Kocherlball: Ab drei Uhr früh gehts los

Die ersten Gäste waren bereits um drei Uhr früh in den Biergarten am Chinesischen Turm gekommen, um sich einen Tisch zu sichern, ab 4 Uhr früh war jeder Tisch besetzt. Die meisten Besucher waren in Tracht gekommen, viele aber auch im Kocherl-, Gärtner- oder Stubenmädchengewand. Ab sechs Uhr spielten dann der Niederbayerische Musikantenstammtisch und die Schreinergeiger abwechselnd auf.

Glück hatten die Tänzer dabei mit dem Wetter: Bis auf gelegentliche kleine Schauer und einen kurzen Platzregen konnten sich alle im Trockenen schaukeln und drehen. Angeleitet wurden die Besucher dabei – wie bereits in den vergangenen Jahren - von Tanzmeisterin Katharina Mayer und Vortänzer Magnus Kaindl. So gerieten selbst Ungeübte oder Erstbesucher bei Landler, Polka oder Zwiefachen nicht aus dem Takt.

Kocherlball war jahrzehntelang verboten

Den Kocherlball gibt es in München seit mehr als 140 Jahren. Damals traf sich das Hauspersonal der Stadt an Sonntagen zum Tanzen und Feiern, bevor ihre Herrschaften aus der Kirche zurückkamen und sie wieder an die Arbeit mussten. Daher hat der Ball auch seinen Namen: Das Wort "Kocherl" stammt aus dem Münchner Volksmund und war einst Spitzname für das Küchenpersonal.

Im Jahr 1904 wurde der Ball dann von der Obrigkeit verboten. Denn die Kocherl und ihre Verehrer sollen es mit der Sittlichkeit nicht so genau genommen haben. Wiederbelebt wurde der Kocherlball 1989 anlässlich der 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens. Seitdem ist der Kocherlball eine Münchner Institution und findet immer am dritten Sonntag im Juli statt.

Verein will Ball zum Weltkulturerbe machen

Seine lange Tradition und große Beliebtheit machen den Kocherlball aus Sicht des Vereins zur Erhaltung der Biergartentradition zu einem Weltkulturerbe-Kandidaten. Bis zur nächsten Möglichkeit im Jahr 2029 wolle man eine Bewerbung vorbereiten, sagte die Präsidentin des Vereins, Ursula Seeböck-Forster, der "Süddeutschen Zeitung" (externer Link, möglicher Bezahlinhalt). Die Voraussetzungen dafür seien erfüllt. Dazu zählten historische Wurzeln, Lebendigkeit, Kontinuität, Wandlungsfähigkeit und Inklusivität.

Seit der Wiederentdeckung der Tradition 1989 ist die Gastronomen-Familie Haberl Gastgeberin des Balls. Auf der Bühne sorgen Tanzmeisterin Katharina Mayer und Vortänzer Magnus Kaindl dafür, dass auch Ungeübte bei Tänzen wie dem Landler, der Polka oder einem Zwiefachen in Tracht und Kostümen möglichst nicht aus dem Takt kommen.

Mit Informationen von dpa

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