Ein Berg weggeworfener Kleider
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Ist das Müll oder mein künftiger Pullover?
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Große Firmen dürfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen

Große Firmen dürfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen

Viel zu viel Kleidung landet auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen. Das liegt an der Schwemme von Billig-Klamotten und am Verbraucherverhalten. Die EU verbietet jetzt die Vernichtung unverkaufter Textilien – ob das hilft, ist fraglich.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Im Kern zielt die Europäische Union (EU) auf Fast Fashion: Mode, die billig produziert wird und nicht dafür gedacht ist, lange getragen zu werden. Die Unternehmen werfen in schnellem Tempo immer neue Designs auf den Markt, die alten wandern in den Müll. Die EU schätzt, dass zwischen vier und neun Prozent der unverkauften Ware in der EU vernichtet werden – Kleidung, die nie getragen wurde.

Um das zu verhindern, hat das Europäische Parlament eine Ökodesign-Verordnung beschlossen. Ein Teil dieser Verordnung ist das Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien, das am Sonntag in Kraft tritt. Erstmal gilt es nur für große Unternehmen.

Mode auf dem Müll ist Ressourcen-Verschwendung

Die EU rechnet vor: Für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts benötigt man 2.700 Liter Frischwasser – ein Mensch könnte mit der Menge für zweieinhalb Jahre seinen Bedarf an Trinkwasser decken. Dazu kommen der hohe Pestizideinsatz für den Anbau der Baumwolle, die Verschmutzung von Gewässern durch Färbemittel, und die miserablen Arbeitsbedingungen für Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter in den Fabriken für Billigmode. Dem gegenüber steht der Konsum: Jeder EU-Bürger kauft pro Jahr im Schnitt einen großen Koffer voll neuer Kleidung, 19 kg – und wirft Jahr für Jahr 16 Kilo wieder weg, so Zahlen des Europäischen Parlaments.

Maiken Winter von der Verbraucherzentrale Bayern nennt eine ganze Reihe von Verantwortlichen für die Verschwendung: von den Konsumenten, die die Billig-Kleider kaufen, über die Politik bis zu den Unternehmen. Für Fast-Fast-Fashion-Produzenten sei es schlicht günstiger, unverkaufte Ware zu vernichten, statt sie wiederzuverwerten – denn sie verdienten an der Masse der verkauften Bekleidungsstücke, so Winter.

Chef von Modehaus fürchtet "Bürokratie-Monster"

Johannes Huber, geschäftsführender Gesellschafter des Modehauses Garhammer in Waldkirchen im Landkreis Freyung-Grafenau, begrüßt die Ziele der neuen Verordnung. Er hat eine ganz andere Sorge: Garhammer verkauft Markenmode, die werde nur dann weggeworfen, wenn sie so beschädigt ist, dass sie nicht mehr zu reparieren sei, erzählt Huber. Die EU will die Vernichtung solcher Textilien und einige andere Ausnahmen auch in Zukunft zulassen – aber nur bei akribischer Dokumentation. Huber befürchtet ein, wie er es nennt, "Bürokratie-Monster“, wenn er zum Beispiel für jedes weggeworfene Textil die Artikelnummer dokumentieren und den Zustand des Stücks fotografieren müsse.

Augsburg: Recycling im Atelier

Wie es anders geht, wird im Recycling-Atelier in Augsburg erforscht. Das Atelier ist ein Projekt der Technischen Hochschule Augsburg in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Textilbranche. Georg Stegschuster, Leiter des Ateliers, schätzt, dass im Moment nur ein Prozent der Textilien im Umlauf recycelt werden. Das Potenzial für viel mehr sei aber da, so Stegschuster: "Wenn man die Prozesse versteht und weiß, was man da tut, kann man schon gute Qualität erzielen". Dafür brauche es aber noch Forschung.

Im Video: Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien

In der EU werden vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien vernichtet. Kleidung, die nie getragen wurde. Damit soll jetzt Schluss sein.
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In der EU werden vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien vernichtet. Kleidung, die nie getragen wurde. Damit soll jetzt Schluss sein.

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