Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde
Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde
Bild
Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2025
Schlagwörter
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2025
Videobeitrag

Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde

Videobeitrag
>

Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde

Königsschlösser erhalten offiziell Unesco-Welterbe-Urkunde

Seinerzeit setzte sich König Ludwig II. vier nicht ganz billige Denkmäler. Doch für Bayern lohnt sich die Investition bis heute: Jüngst verschafften die Königsschlösser dem Freistaat ein weiteres Unesco-Welterbe-Siegel. Das wurde nun gefeiert.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Seit dem 12. Juli sind die bayerischen Königsschlösser nicht mehr nur das Erbe von König Ludwig II. Nein, seit dem Sommer zählten sie zum Erbe "der gesamten Menschheit". So formulierte es damals die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, nachdem die Unesco auf ihrer 47. Sitzung in Paris verkündet hatte, dass die vier pompösen Bauwerke nun das begehrte Welterbe-Siegel tragen.

Nun haben Schloss Neuschwanstein, Herrenchiemsee, Linderhof und das Königshaus am Schachen im Wettersteingebirge den Welterbe-Status offiziell beurkundet bekommen. In der Münchner Residenz nahm Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Urkunden entgegen.

Söder: Teure Denkmäler schon lange "amortisiert"

Die Königsschlösser von König Ludwig II. seien eine Traumkulisse für viele Millionen Touristen, erklärte der Ministerpräsident. Auch wenn der "Märchenkönig" seinerzeit für die hohen Baukosten kritisiert wurde – die Denkmäler hätten sich heute schon lange amortisiert. Das zeige: "Langfristiges Denken hilft an der Stelle sehr", so Söder.

Auch der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume (CSU), freute sich, dass die Königsschlösser nach einem längeren Prozess nun endlich auf der Welterbeliste stehen. "Wir hatten das Gefühl, dass die Zeit jetzt wirklich reif ist", so Blume. Bereits seit 2015 sind die Königsschlösser Ludwigs II. offiziell zur Ernennung zum Unesco-Welterbe auf der deutschen Vorschlagsliste eingetragen.

Lockt Unesco-Prädikat zu viele Touristen an?

Doch nicht alle waren von Anfang an begeistert von der Idee, die Schlösser ins Rennen um das Unesco-Prädikat zu schicken. In den Gemeinden rund um die Königsschlösser befürchtete mancher, dass das zu noch größerem Besucherandrang führen könnte. "Die Befürchtung war da, dass man im Sommer von den Touristen überrannt wird", meinte Armin Krämmer (Freie Wähler), Bürgermeister der Gemeinde Chiemsee, die sowohl die Frauen- als auch die Herreninsel umfasst. "Aber das hat sich bisher nicht bestätigt."

Befürchteter Ansturm auf Neuschwanstein bleibt aus

Die Gemeinde Schwangau bei Schloss Neuschwanstein führte deswegen 2023 sogar einen Bürgerentscheid durch und entschied sich letztlich dazu, die Bewerbung zu unterstützen. Der befürchtete Ansturm ist auch hier ausgeblieben: "Die Auszeichnung von Schloss Neuschwanstein als Welterbestätte hat keine Auswirkungen auf den lokalen Tourismus", sagte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU).

Bei den Übernachtungen im Dorf zu Füßen des Märchenschlosses gebe es sogar einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Bayerische Schlösserverwaltung bestätigt: Seit der Aufnahme der Königsschlösser in die Welterbeliste der Unesco im Juli habe sich die Betriebslage vor Ort nicht signifikant verändert.

In Ettal, wo Schloss Linderhof steht, sei diese Sorge von vornherein nicht so präsent gewesen, sagt die dortige Bürgermeisterin Vanessa Voit (Freie Wählergemeinschaft). "Die Königsschlösser von König Ludwig II. waren schon immer Motor für Besucher und für Fremdenverkehr, sodass wir uns eigentlich nicht so sehr Sorgen machen, dass wir einen enormen Zustrom bekommen, den wir nicht mehr bewältigen können", so Voit. Vielmehr sehe man das Unesco-Welterbesiegel als Chance, im Kulturtourismus wieder Aufschwung zu bekommen.

Deutschland auf Platz drei der Länder mit den meisten Welterben

In Deutschland stehen mit den Königsschlössern nun 55 Natur- und Kulturerbe-Stätten auf der renommierten Unesco-Liste. Die Zahl der Welterbestätten ist aber nicht automatisch ein Spiegel der natürlichen und kulturellen Vielfalt eines Landes – sondern auch davon, wie fleißig die Länder Bewerbungen einreichen.

Bayern hat mit den Königsschlössern nun die elfte Welterbestätte, neben etwa dem Donaulimes, der Altstadt von Regensburg, der Würzburger Residenz oder dem Opernhaus in Bayreuth. In Oberbayern hat es bereits die Wieskirche bei Steingaden ins Unesco-Welterbeverzeichnis geschafft.

BR24 Retro: Dachdecker auf Schloss Neuschwanstein 1976

Hermann Loderer auf dem Dach von Schloss Neuschwanstein
Bildrechte: BR-Archiv
Videobeitrag

Hermann Loderer auf dem Dach von Schloss Neuschwanstein

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!