Bewaffneter Beamter bewacht beschlagnahmtes Kokainpaket
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In Bayern 2022 sichergestelltes Kokain
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In Bayern 2022 sichergestelltes Kokain

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Koks-Schwemme: Warum immer mehr Kokain nach Bayern kommt

Koks-Schwemme: Warum immer mehr Kokain nach Bayern kommt

Nach Einschätzung der Münchner Staatsanwaltschaft wird Bayern von einer Kokainschwemme heimgesucht. Woran das liegt, welche Folgen diese Entwicklung hat und was Experten zudem in Bezug auf die Dealer Sorgen bereitet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Insgesamt 140 Fälle von "Drogen in nicht geringer Menge" erfasste das Münchner Polizeipräsidium im Jahr 2025. Das sind Fälle mit einer Menge von Drogen, ab der das Rauschgiftdelikt als Verbrechen mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr gilt.

In 104 dieser Fälle ging es um Kokain. Das entspricht einem Anteil von fast 75 Prozent. 2020 lag der Anteil noch bei rund einem Viertel. Für die Ermittler ein Hinweis darauf, dass in Bayern und vor allem in der Landeshauptstadt zunehmend Kokain gehandelt und konsumiert wird.

Mehr Todesfälle nach Kokain-Konsum

Ein weiteres Indiz: Auch bei den Drogentoten taucht Kokain immer häufiger als Ursache auf. In München starben vergangenes Jahr 41 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Im Zehnjahresvergleich waren es schon einmal mehr (2022: 66), aber auch einmal deutlich weniger (2018: 32). Was sich jedoch verändert hat, ist die Todesursache. In München starb 2025 bereits jeder zweite Drogentote an einer Überdosis Kokain. Gleichzeitig werden die Opfer immer jünger: Die Hälfte der Toten war unter 35 Jahre alt.

Kokain drängt auf den bayerischen Markt

Als Ursache für die Kokainschwemme in Bayern und insbesondere in München machen die Ermittler eine weltweite Entwicklung aus. Es gebe eine geringere Nachfrage in den USA und gleichzeitig ein Überangebot in den maßgeblichen Anbauländern Kolumbien, Bolivien und Ecuador. Die Produzenten und Händler hätten deshalb Deutschland als Markt entdeckt und mit einer Kokainmenge geflutet, die noch vor fünf Jahren nicht vorstellbar gewesen wäre, so die Staatsanwaltschaft München I.

Hohe Qualität, niedrige Preise

Zudem stellen die Ermittler bei Kokain-Funden einen steigenden Reinheitsgehalt fest. Vor fünf Jahren wiesen die sichergestellten Dosen noch einen durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von rund 65 Prozent aus. Dieser liegt inzwischen häufig bei über 80 Prozent, selbst in Kleinstmengen für den Eigenkonsum. Früher wurde Kokain den Angaben zufolge häufig mehrfach gestreckt mit einem Wirkstoffgehalt von rund fünf Prozent verkauft.

Trotz der steigenden Qualität fielen die Preise. Lag der Handelspreis für ein Gramm im Jahr 2021 noch bei rund 93 Euro, werden nach Erkenntnissen der Ermittler inzwischen weniger als 70 Euro bezahlt. Die Zeit, in der Kokain als Party-Droge der Reichen und Schönen galt, ist nach Einschätzung der Ermittler zudem vorbei. Koks habe mittlerweile alle Bevölkerungsschichten und Berufe erreicht, heißt es.

Händler immer stärker bewaffnet

Besorgniserregend ist für die Experten eine weitere Entwicklung, der massive Anstieg beim bewaffneten Drogenhandel. Hätten die Dealer früher einen Baseballschläger oder ein Messer bei sich gehabt, sehen sich die Ermittler inzwischen häufig mit Schusswaffen konfrontiert. Als Beispiel nannte die Staatsanwaltschaft den Fall eines Dealers, bei dem bei der Durchsuchung seiner Wohnung drei Pistolen und 50 Schuss Munition gefunden wurden.

Zwei mutmaßliche Kokain-Großdealer vor Gericht

Im August beginnen zwei Hauptverfahren gegen mutmaßliche Drogendealer vor dem Landgericht München I. Einem Beschuldigten wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Stadtgebiet München insgesamt 123 Kilogramm Kokain verkauft oder andere damit beauftragt zu haben. Einem weiteren Beschuldigten wird der Prozess gemacht, weil er 28 Kilogramm in der Landeshauptstadt verkauft haben soll.

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