In Frankreich und Spanien mussten rund 330.000 Menschen ihre Häuser verlassen, um sich vor den Waldbränden in Sicherheit zu bringen - 220.000 davon alleine in der Region nahe der französischen Stadt Bordeaux. Auch etwa 4.000 Touristen sind von den Evakuierungen nordwestlich von Bordeaux betroffen. 15.000 Menschen konnten inzwischen wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Doch weiterhin zieht schon dutzende Kilometer vor Bordeaux ein rauchiger Schleier über die Landschaft, auf den Autos setzen sich weiße Rußpartikel ab.
Warum sind die Waldbrände in Südeuropa so außer Kontrolle? Darüber sprach BR24 mit dem Feuerökologen Alexander Heldt und den ARD-Korrespondenten Michael Heussen in der Region um Bordeaux und Jakob Schaumann in Madrid. Das Video finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Langsame Fortschritte bei Waldbrand-Bekämpfung
In Spanien gibt es in der Region nahe Madrids bei der Bekämpfung der Waldbrände langsam Fortschritte. Der spanische Regierungschef Sánchez zeigt sich am Dienstag vorsichtig optimistisch: "Wir schaffen es tatsächlich, das Blatt zu wenden, und wir können im Kampf gegen diese Brände allmählich Licht am Ende des Tunnels erkennen."
Doch allein durch das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, brennen nach Schätzungen etwa 47.000 Hektar. Das entspricht knapp sechsmal der Wasserfläche des Chiemsees.
Gefahr steigt bei neuer Hitzewelle
Die Einsatzkräfte blicken mit Sorge auf eine neue Hitzewelle: Für Frankreich erwarteten die Meteorologen bereits ab Dienstag, für Spanien ab Mittwoch sengende Temperaturen. Die Höchsttemperaturen könnten demnach auf bis zu 42 Grad steigen, bei teils trockenen Winden und sinkender Luftfeuchtigkeit.
Das erschwert die Löscharbeiten immens. Da die Brände so groß sind, könnten sie teilweise ihr eigenes "Wetter" erzeugen. So können Pyrocumulonimbus entstehen, das sind sogenannte Feuerwolken. Diese fachen die Brände noch weiter an.
Deutsche Hilfe eingetroffen
Am Freitag hatte Macron die EU-Staaten um Hilfe gebeten. Aus Deutschland sind am Montagnachmittag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material in der Krisenregion angekommen. Auch der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat am Montag die Hilfe der Münchner Berufsfeuerwehr in Aussicht gestellt. München ist die deutsche Partnerstadt von Bordeaux. Noch bleibt die Antwort des französischen Innenministeriums abzuwarten.
Mit Informationen von AFP, AP und dpa
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