Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, in der Münchner Runde am 6. Mai 2026.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, in der Münchner Runde am 6. Mai 2026.
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Als "völlig irre" bezeichnete Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, in der Münchner Runde eine Rückkehr zur Atomkraft.
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Als "völlig irre" bezeichnete Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, in der Münchner Runde eine Rückkehr zur Atomkraft.

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Kommt die Atomkraft zurück? Das sagen Experten und Verbände dazu

Kommt die Atomkraft zurück? Das sagen Experten und Verbände dazu

Für Kanzler Merz ist der Atomausstieg "irreversibel". 2023 gingen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz – darunter Isar 2 bei Landshut. Doch die CSU bringt immer wieder ein Comeback der Technologie ins Spiel. Wie realistisch ist das?

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Für CSU-Generalsekretär Martin Huber ist ein Comeback der Atomkraft kein abstraktes Szenario. In der Münchner Runde im BR Fernsehen verwies er auf die Pläne von US-amerikanischen Techfirmen, die für den Betrieb ihrer Rechenzentren sogenannte "Small Modular Reactors" vorsehen. "Es laufen Ausschreibungen der Techfirmen für diese SMRs. Das ist konkreter, als man sich das vorstellt", sagte Huber.

EU will "Small Modular Reactors" Anfang 2030er in Betrieb nehmen

"Small Modular Reactors“, kurz SMR, sind sogenannte Mini-Atomkraftwerke: Kleinere Reaktoren, die deutlich weniger Fläche als konventionelle Atomkraftwerke brauchen und bis zu 300 Megawatt Leistung erbringen können. Das reicht für bis zu 500.000 Haushalte. Diese Reaktoren sollen modular und in größeren Mengen hergestellt werden, um die Kosten zu senken.

Die EU will die ersten dieser Reaktoren Anfang der 2030er Jahre in Betrieb nehmen. Doch Experten gehen davon aus, dass es noch deutlich länger dauern könnte.

TV-Moderator Yogeshwar zu AKW: "Ruinös teuer"

"Bis das läuft, sind Sie in Rente und ich tot", entgegnete Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar dem CSU-Generalsekretär. Noch dazu seien Atomkraftwerke "ruinös teuer". Außerdem mache man sich von anderen Staaten und deren Uran-Vorkommen abhängig, gab Yogeshwar zu bedenken. "Sie rutschen in Abhängigkeiten, Herr Huber, die Sie nicht wollen".

Huber verwies im Gegenzug auf den immensen Energiebedarf von Rechenzentren, der durch das Voranschreiten der Künstlichen Intelligenz weiter steige. "Die Digitalisierung braucht genauso grundlastfähigen Strom wie die Chemieindustrie", sagte Huber mit Blick auf das bayerische Chemiedreieck.

Rückkehr zur Atomkraft für Chemieindustrie "momentan keine Option"

Bernhard Langhammer, Sprecher für die Initiative "ChemDelta Bavaria", saß als Vertreter der bayerischen Chemieindustrie mit am Tisch. Auf die Frage des Moderators Achim Wendler, ob die Kernkraft wieder eine Option sei, antwortete Langhammer: "Nein, ehrlich gesagt momentan nicht." Bis die Bevölkerung die Technologie akzeptieren würde und ein erster Standort betriebsbereit sei, würden zehn bis 20 Jahre vergehen. "Das hat auf die jetzige Situation der Industrie überhaupt keinen Einfluss." Es gelte, jetzt Lösungen für die schwierige Situation der deutschen Industrie zu finden.

Deutsche Umwelthilfe: Endlager-Problem weiterhin ungelöst

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, gab zudem zu bedenken, dass nach wie vor keine Lösung für ein Atommüllendlager gefunden worden sei. "Bevor man über Atomkraft spricht, sollte man eine Lösung für dieses Problem finden."

Zwar gibt es in Deutschland derzeit 16 Zwischenlager. Die Entscheidung, wo der deutsche Atommüll langfristig gelagert werden soll, wollte das Bundesumweltministerium eigentlich bis 2031 treffen. Doch in einem aktuellen Referentenentwurf des Ministeriums wird kein konkretes Datum mehr genannt. Die Suche könnte sich Experten zufolge noch bis in die 2070er Jahre hinziehen.

Grüne sehen Gaskraftwerke als Ergänzung zu erneuerbaren Energien

Barbara Metz kritisierte an der Atomkraft noch einen zweiten Aspekt: "Atomkraft kann man nicht schnell rauf- oder runterfahren." Man brauche aber ein flexibles System, das grundlastfähigen Strom dann zur Verfügung stellt, wenn Windkraft- und PV-Anlagen gerade keinen Strom liefern können.

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, will dafür auf Gas setzen: "Die Grundlastfähigkeit werden wir mit Gaskraftwerken bereitstellen." Auf die Entgegnung von CSU-Generalsekretär, dass die Grünen doch gegen Gaskraftwerke seien, antwortete Schulze: "Nein, sind wir nicht."

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