Die Enttäuschung war groß bei den Spielern des FC Bayern München. Das 1:1 (0:1) im Halbfinalrückspiel gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain reichte nicht aus, um ins Finale gegen den FC Arsenal einzuziehen. Sportlich begegnete der deutsche Rekordmeister dem Team von Meistertrainer Luis Enrique lange auf Augenhöhe.
Umso bitterer, dass der portugiesische Schiedsrichter João Pinheiro zumindest in einer Szene wohl die falsche und möglicherweise folgenschwere Entscheidung traf - zu Ungunsten der Münchner.
FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany: Viel Respekt für PSG
FC-Bayern-Coach Vincent Kompany wollte nach der Partie trotzdem nicht darauf herumreiten: "Ich habe die Fähigkeit, nicht lange enttäuscht zu sein. Jetzt ist es natürlich bitter, es war ganz knapp", so der Belgier bei DAZN. Und in der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte er: "Wir müssen respektieren, dass wir gegen einen großen Gegner gespielt haben. Es geht weiter. Grundsätzlich bin ich heute schon wieder motiviert für nächste Saison."
Zunächst kein Wort zur sehr umstrittenen Schiedsrichterentscheidung in der 28. Minute, als Pinheiro ein Handspiel des schon mit Gelb vorbelasteten Nuno Mendes übersah und stattdessen - wohl auf Intervention des vierten Offiziellen - ein Handspiel von Konrad Laimer pfiff. Selbst auf Nachfrage sagte Kompany nur: "Ja, es haben kleine Details entschieden. Aber Respekt für diesen Gegner, der seit nun zwei Jahren die beste Mannschaft Europas ist. Wir haben alles versucht. Gratulation, PSG!"
"Ich habe das Handspiel bei Konny nicht gesehen. Das andere kann man pfeifen." FC Bayern-Sportvorstand Max Eberl
"Auf Augenhöhe" mit der besten Mannschaft Europas
So sehen gute Verlierer aus. Als Verlierer müssen sich Kompany und seine Spieler nach den zwei Halbfinalspielen und insbesondere nach dem 4:5 im Hinspiel in Paris auch nicht fühlen. Das sahen auch die Fans in der Arena so, die die Spieler nach dem Schlusspfiff feierten, als gäbe es am 30. Mai noch ein Endspiel in Budapest. Nach der Pariser Führung durch Ousmane Dembélé (3.) fehlten den Münchnern gegen diesmal defensiv stabile Franzosen lange die Mittel. Der Ausgleich von Harry Kane fiel einfach zu spät. (90.+4).
"Wir haben auf Augenhöhe gespielt. PSG hat unsere Flanken aber unheimlich gut verteidigt und auch die Rückräume gut besetzt", so Kompanys Analyse. Und auch Sportvorstand Max Eberl, der ein wenig mit der Schiedsrichterentscheidung haderte, konstatierte gegenüber BR24Sport: "Wir können stolz auf diese Mannschaft sein. Sie hat alles gegeben, alles versucht gegen die wahrscheinlich momentan stärkste Mannschaft in Europa."
Manuel Neuer: "Wir waren heute keine Killer"
Kapitän Manuel Neuer, der mit starken Paraden mehrfach einen höheren Rückstand verhinderte, suchte die Gründe für das Ausscheiden nicht bei anderen, sondern nur bei seiner Mannschaft: "Wir waren heute keine Killer in der Offensive. Dieser Schlüsselmoment im Spiel hat einfach gefehlt. Wir waren da, aber vorne in der Box von PSG war das nicht klar genug", sagte er.
Ähnlich äußerte sich Konrad Laimer: "Wenn der Ausgleich einen Ticken früher fällt, können wir vielleicht noch gewinnen", so der Österreicher, der im Vergleich zum Hinspiel für Alphonso Davies in die Startelf gerutscht war. "Der letzte Punch hat gefehlt. Wir waren nicht so gut im Abschluss, wie wir sein können."
Konrad Laimer zur umstrittenen Handszene: "Es ist wie es ist"
Es sei immer hart, so kurz vor dem Finale auszuscheiden. Details hätten die Halbfinalserie entschieden. Wie auch die Schiedsrichterentscheidung in der 28. Minute: "Mein Gefühl war, dass ich den Ball mit dem Körper mitnehme, nicht mit der Hand", so der Defensivmann, um fair und sportlich zu ergänzen: "Die Entscheidungen liefen heute einfach nicht für uns. Aber es ist, wie es ist. Es wurde so entschieden und ich kann es nicht mehr ändern."
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