Bayreuths neuer Oberbürgermeister Andreas Zippel
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Überraschend deutlich: SPD holt frühere Hochburg Bayreuth zurück

Überraschend deutlich: SPD holt frühere Hochburg Bayreuth zurück

Am Ende war es deutlich: Bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister in Bayreuth landete Andreas Zippel (SPD) bei fast 63 Prozent der Stimmen - deutlich vor Amtsinhaber Thomas Ebersberger (CSU). Das Rathaus wird nach 20 Jahren wieder rot. Eine Analyse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Andreas Zippel spricht von einem Auf und Ab der Gefühle, aber er hat es geschafft. Im zweiten Anlauf ist der 34 Jahre alte Jurist und Kandidat der SPD bei der Stichwahl in Bayreuth zum Oberbürgermeister gewählt worden. Er löst damit Amtsinhaber Thomas Ebersberger von der CSU ab, der für eine zweite Amtszeit kandidiert hatte. Zippel erhielt nach dem vorläufigen Endergebnis 62,8 Prozent der Stimmen, Ebersberger kam auf nur 37,2.

Bereits vor sechs Jahren war der damals noch völlig unbekannte Zippel aus dem Stand auf fast 25 Prozent der Stimmen gekommen, hatte die Stichwahl aber nicht erreicht. In der hatte sich Ebersberger damals gegen Amtsinhaberin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) durchgesetzt, nachdem mehrere Fraktionen eine Wahlempfehlung für Ebersberger abgegeben hatten - auch Zippels SPD.

Zippel wurde danach zum Zweiten Bürgermeister der Stadt und konnte sich so einen Namen für die folgende Wahl machen. Vor allem Mobilität und die Förderung von Sportvereinen und Sportstätten waren in den vergangenen Wochen seine Themen.

Zippel lag bereits im ersten Wahlgang vorn

Aus dem ersten Wahlgang ging Zippel dann auch als der Kandidat mit den meisten Stimmen hervor. Mit fast 35 Prozent lag er bereits am Abend des 8. März rund sieben Prozentpunkte vor Ebersberger. Bei insgesamt neun OB-Kandidaten - so vielen wie nie zuvor in Bayreuth - war die Stichwahl zwischen Ebersberger und Zippel erwartet worden.

Ebersberger und die CSU warnten, Bayreuth könnte "rot sehen"

In den Tagen vor der Stichwahl sprachen sich mehrere zuvor unterlegene OB-Kandidaten direkt oder indirekt für Amtsinhaber Ebersberger aus. Die CSU selbst fuhr eine weitere Plakat-Kampagne, in der sie vor Zippel warnte, "damit Bayreuth nicht rot sieht".

Zippel hingegen war sehr präsent auf diversen Social-Media-Kanälen. Dabei warb er verstärkt um mehr Miteinander im Stadtrat und rief auf zu einem "Wechsel statt Weiter so" - einen Wechsel, den die Bayreutherinnen und Bayreuther offensichtlich wollten, wie auch Ebersberger nach der Stichwahl das Ergebnis im BR24-Interview deutete.

Zippel will die Verwaltung digitalisieren

Zippel - dieser Mann, der den Wechsel bringen soll und sagte, er sei "unglaublich dankbar" für das Vertrauen, das ihm die Bayreutherinnen und Bayreuther entgegen gebracht haben - ist gebürtiger Mittelfranke, hat Abitur in Neustadt an der Aisch gemacht. Der 34-Jährige ist Jurist und arbeitet als solcher beim Zentrum Bayern Familie und Soziales in Bayreuth. Zudem ist Zippel Bezirksrat und Dozent an der Hochschule für den Öffentlichen Dienst Bayern.

Promoviert hat Zippel mit dem Doktortitel zum Thema "Künstliche Intelligenz und digitale Hilfestellungen im Personalmanagement". Im Wahlkampf hatte er unter anderem versprochen, die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben zu wollen. Nun hat er die Chance, das umzusetzen. Als Zweiter Bürgermeister schienen ihm dazu die Hände gebunden. Schon vor sechs Jahren hatte er mit mehr Digitalisierung in der Verwaltung geworben.

Erster SPD-Oberbürgermeister seit 20 Jahren in Bayreuth

Als Zweiter Bürgermeister war 2020 auch Ebersberger an die Spitze der Stadtverwaltung aufgebrochen - eine zweite Parallele der beiden Kandidaten, neben der des Berufs des Juristen. Nun endet Ebersbergers Zeit als OB nach nur einer Amtszeit - im Alter von 68 Jahren. Zippel ist halb so alt. Es ist auch ein Generationenwechsel, der nun stattfindet, wenngleich Zippel im Gespräch mit dem BR hoffte, es seien die Sachthemen gewesen, mit denen er punkten habe können.

Ganz aufhören will Ebersberger aber nicht. Im Gespräch mit dem BR sagte er, er wolle nun sein Mandat als Stadtrat annehmen. Und für die Sozialdemokraten ist es das Ende einer 20-jährige Durststrecke. Seit im Jahr 2006 Dieter Mronz das Amt als Oberbürgermeister altersbedingt abgab und mit Michael Hohl ein Christsozialer übernahm, stellte die SPD nicht mehr den OB in Bayreuth. Davor tat sie das seit 1958 durchgehend.

Die Wahlbeteiligung in Bayreuth lag bei nicht einmal 47 Prozent.

Zum Hören: Andreas Zippel gewinnt Stichwahl in Bayreuth

Andreas Zippel steht in Bayreuth auf einer Brücke und möchte Oberbürgermeister der Stadt werden.
Bildrechte: Dr. Andreas Zippel/matching light photography
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Im zweiten Anlauf ist der 34 Jahre alte Jurist Andreas Zippel zum Oberbürgermeister von Bayreuth gewählt worden.

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