Wer steht künftig an der Spitze der Stadt Landshut und des umgebenden Landkreises? Das ist nur eine von vielen Fragen, die am Abend der Kommunalwahl in Niederbayern geklärt werden. Gleich zehn Bewerberinnen und Bewerber wollen in der Stadt die Nachfolge von OB Alexander Putz antreten, der 2016 als gebürtiger Österreicher für die FDP die Wahl gewann und seit Jahresbeginn 2017 die Geschicke der Stadt lenkt, zuletzt als Mitglied der CSU.
Nur wenige Kilometer entfernt wird ein neuer Chef im neugebauten Landratsamt des Landkreises Landshut in Essenbach gesucht, nachdem Amtsinhaber Peter Dreier von den Freien Wählern nicht wieder antritt. Unter anderem bewirbt sich bereits zum zweiten Mal die SPD-Landtagsabgeordnete und ehemalige Generalsekretärin der Bayern-SPD, Ruth Müller.
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Neuer Landrat für Straubing-Bogen
An einen neuen Landratsnamen werden sich die Menschen im Landkreis Straubing-Bogen gewöhnen müssen. Nach fast 18 Jahren im Amt kandidiert Josef Laumer (CSU) nicht mehr. Vier Kandidaten wollen seine Nachfolge antreten. Als Grund für seinen Verzicht gab Laumer an, dass er am Ende der Wahlperiode 71 Jahre alt wäre und "angesichts der Verantwortung und Tragweite der Herausforderungen kein Risiko eingehen" wolle – während der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (ebenfalls CSU) mit genau diesen 71 Jahren der älteste amtierende Landrat im Freistaat ist, der sich noch einmal zur Wahl stellt. Gegen fünf Männer und eine Frau, die ebenfalls ins Landratsamt wollen.
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Fünf Herausforderern sieht sich in der Stadt Straubing Oberbürgermeister Markus Pannermayr gegenüber. Der 54-jährige CSU-Politiker amtiert seit 18 Jahren. 2020 holte er mit 73,25 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang das beste Ergebnis unter den OBs der kreisfreien Städte in Bayern.
Wahlplakate in Landshut
Passau: Nachfolger für Jürgen Dupper gesucht
Genauso lang wie Pannermayr ist auch Jürgen Dupper Oberbürgermeister in Passau. Doch der SPD-Politiker verzichtet auf eine weitere Kandidatur. Acht Männer und Frauen bewerben sich nun um den OB-Sessel in der Dreiflüssestadt.
Donauaufwärts möchte derweil Deggendorfs seit 2012 amtierender Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) für sechs weitere Jahre gewählt werden. Auch Landrat Bernd Sibler stellt sich zur Wahl, obwohl er das eigentlich nicht müsste, da er das Amt erst 2022 als Nachfolger des jetzigen Bau- und Verkehrsministers Christian Bernreiter (beide CSU) angetreten hat.
Ortsduell in Dingolfing-Landau
Seinen Landratsposten im Landkreis Dingolfing-Landau will auch Werner Bumeder (CSU) behalten. Allerdings steht ihm ein prominenter Herausforderer gegenüber: der Bundestagsabgeordnete und AfD-Landeschef Stephan Protschka. Das Besondere: Beide haben denselben Wohnort, Mamming. In der benachbarten Kreisstadt Dingolfing wird es dagegen sicher einen neuen Bürgermeister geben, nachdem der 2020 erstmals gewählte Armin Grassinger (UWG) im November 2025 mit sofortiger Wirkung seinen Rückzug erklärt hatte. Der Grund damals: Anfeindungen und Bedrohungen. Fünf Kandidaten wollen nun seine Nachfolge antreten.
Zwei Männer und eine Frau treten in Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau gegen Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner (Freie Wählergemeinschaft Griesbach) an. 2020 hatte er als damals einziger Kandidat mit 97,16 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen das bayernweit beste Ergebnis erzielt.
Keine Gegenkandidaten für Bezirkstagspräsidenten
Diesmal hat unter anderem der Bürgermeister der Stadt Freyung im Bayerischen Wald keine Konkurrenz zu fürchten: Olaf Heinrich (CSU), 47 Jahre alt, seit 18 Jahren im Amt und seit 2013 auch Präsident des niederbayerischen Bezirkstags, ist der einzige Kandidat. Der Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber (CSU), muss sich dagegen einer Mitbewerberin stellen: Sigrid Bartl, die für Bündnis 90/Die Grünen antritt.
Derweil kann der Landrat des Nachbarlandkreises Regen, Ronny Raith (CSU), die Wahl entspannt beobachten. Er wurde erst im Oktober 2023 gewählt. Der Landkreis Regen ist damit einer von acht bayerischen Landkreisen, in denen nicht ein neuer Landrat oder eine neue Landrätin bestimmt wird.
Auf Instagram: Wählen in Bayern erst ab 18
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