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Kommunalwahl: Warum so viele Landräte aufhören

Kommunalwahl: Warum so viele Landräte aufhören

Eine Altersgrenze gibt es zwar nicht mehr. Trotzdem treten bei den Kommunalwahlen im März zahlreiche bayerische Landräte nicht mehr an. Viele von ihnen sind älter als 60 und wollen sich keine weiteren sechs Jahre zumuten. Ein Überblick.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

In 62 der 71 bayerischen Landkreise werden am 8. März die Landräte neu gewählt. Stichwahlen sind gegebenenfalls zwei Wochen später, am 22. März. In etwa einem Drittel der 62 Kreise steht fest: Sie bekommen einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Die Amtsinhaber treten nicht wieder an.

Sechs Landkreise in Oberbayern mit neuen Landräten

In Oberbayern werden sechs Landkreise definitiv einen neuen Landrat haben. Die CSU-Politiker Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau), Erwin Schneider (Altötting), Bernhard Kern (Berchtesgadener Land) und Olaf von Löwis of Menar (Miesbach) kandidieren nicht erneut. Auf eine 18-jährige Amtszeit kann der Freie Wähler-Politiker Josef Niedermaier zurückblicken. Er verzichtet im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf weitere sechs Jahre.

Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen verliert die FDP ihren bislang einzigen Landrat im Freistaat. Der 53-jährige Peter von der Grün, der ursprünglich für die Freien Wähler angetreten war und nach einem Zerwürfnis der Partei gewechselt hatte, bewirbt sich diesmal als Oberbürgermeister in Neuburg.

Landkreis Kelheim: Mit 71 ins Landratsrennen

Dass nicht immer Altersgründe den Ausschlag für eine erneute Kandidatur oder einen Verzicht geben, zeigt unter anderem Landrat Martin Neumeyer (CSU) im niederbayerischen Landkreis Kelheim, der es mit 71 Jahren noch einmal wissen will.

In Niederbayern und der Oberpfalz treten jeweils zwei Landräte nicht noch einmal an: Peter Dreier (Freie Wähler) verzichtet im Landkreis Landshut, Josef Laumer (CSU) in Straubing-Bogen, Franz Löffler (CSU) in Cham und Willibald Gailler (CSU) in Neumarkt/Oberpfalz auf eine erneute Kandidatur. Löffler war seit 16 Jahren im Amt. In seiner Rückzugsankündigung verwies er Anfang Juli 2025 darauf, dass er zum Ende einer neuen Amtszeit 71 Jahre alt wäre. Dieses Alter haben Willibald Gailler und der Miesbacher Noch-Landrat von Löwis bereits erreicht. Sie sind damit die Ältesten der Ausscheider.

Landkreis Kulmbach: Ende einer Ära

Gleich drei der sieben oberfränkischen Landkreise, in denen heuer gewählt wird, bekommen garantiert einen neuen Landrat. Im Landkreis Kulmbach endet nach 30 Jahren eine Ära. Im Alter von 69 kandidiert Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) nicht noch einmal. Im Landkreis Bamberg verzichtet der 65-jährige CSU-Politiker Johann Kalb auf eine dritte Amtszeit. Dasselbe gilt für seinen Parteifreund Hermann Ulm im Landkreis Forchheim. Der 48-Jährige macht gesundheitliche Gründe geltend. In den Landkreisen in Mittelfranken – sofern dort im März gewählt wird – treten alle Amtsinhaber noch einmal an.

Dagegen kann sich in Unterfranken fast die Hälfe der neun Landkreise auf einen neuen Landrat einstellen. Im Landkreis Bad Kissingen tritt Thomas Bold (CSU) nicht noch einmal an. Es wäre seine fünfte Amtszeit gewesen. Im Landkreis Miltenberg verlieren die Grünen mit Jens Marco Scherf ihren ersten Landrat in Bayern. Der 52-jährige Scherf, seit 2014 im Amt, kandidiert aus gesundheitlichen Gründen nicht noch einmal. Seit 2003 ist der CSU-Politiker Thomas Habermann Landrat im Kreis Rhön-Grabfeld. Für den 70-Jährigen ist nun Schluss. Auch sein Parteifreund Wilhelm Schneider verzichtet mit 68 Jahren im Kreis Haßberge auf eine erneute Amtszeit.

Vier von acht Landräten in Schwaben sicher neu

In Schwaben müssen sich vier der acht Landkreise, in denen heuer gewählt wird, von ihren alten Landräten verabschieden. Im Kreis Aichach-Friedberg tritt Klaus Metzger (CSU) nicht mehr an. "110 Prozent" wie bisher könne er nicht mehr leisten, sagte der 62-Jährige in den Aichacher Nachrichten (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt).

Im Ostallgäu verzichtet Maria Rita Zinnecker (CSU) nach zwölf Jahren im Amt auf eine erneute Kandidatur. Als Grund nannte die 60-Jährige die schwere Erkrankung ihres Mannes. Schon länger ist bekannt: Im Landkreis Donau-Ries hört Stefan Rößle (CSU) nach 24 Jahren als Landrat auf. Und im Landkreis Oberallgäu erklärte die 54-jährige Indra Baier-Müller (Freie Wähler) ihren Verzicht – überraschend für ihre Partei.

Nicht überall wird abgestimmt

Garantiert keinen neuen Landrat wird es in den Kreisen Traunstein, Regen, Kronach, Lichtenfels, Fürth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Roth, Dillingen und Neu-Ulm geben. Dort wird im März 2026 nicht gewählt.

Ein Blick in die kreisfreien Städte: Zwei langjährige Oberbürgermeister treten nicht mehr an: Jürgen Dupper in Passau und Andreas Starke in Bamberg. Der Sozialdemokrat Starke war 20, sein Parteifreund Dupper 18 Jahre im Amt.

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