Nach 20 Jahren stand im Bamberger Rathaus ein Generationenwechsel an. Andreas Starke (SPD) trat nicht mehr an. Der gebürtige Hamburger hatte 2006 als erster SPD-Kandidat die Wahl zum Oberbürgermeister in Bamberg gewonnen.
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Acht Anwärter und Anwärterinnen auf das OB-Amt in Bamberg
Und Melanie Huml von CSU wollte diesen Posten übernehmen. Die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin ist seit 2003 Abgeordnete im bayerischen Landtag und war, bevor sie das Gesundheitsministerium übernahm, Ministerin für Europa und internationale Angelegenheiten. Jetzt will sich die 50-jährige Ärztin der Stadtpolitik widmen. Im Fokus ihres Wahlprogrammes standen eine funktionierende Verwaltung, soziale Belange und der Dialog mit den Bürgern. Beim Klimaschutz setzte Huml auf innovative Ansätze statt auf Verbote. Es war ihre erste Kandidatur für das Amt im Rathaus.
Kein Neuling war hingegen Jonas Glüsenkamp von "Grünes Bamberg". Der aktuell zweite Bürgermeister kandidierte bereits zum zweiten Mal. 2020 hatte der 38-Jährige in der Stichwahl noch Andreas Starke unterlegen. Für die SPD trat nun Sebastian Niedermaier an.
Insgesamt gab es acht Kandidierende für die Oberbürgermeisterwahl in Bamberg. Neben den bereits Genannten waren das Claudia John (FW), Ralf Stöcklein (FDP), Hans-Günter Brünker (Volt), Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte) und Johannes Frey (Die Linke).
Rekord in Bayreuth: Neun wollen an die Rathausspitze
In Bayreuth wollten gleich neun Kandidierende das Spitzenamt im Rathaus übernehmen. Es waren so viele Bewerber wie noch nie. Amtsinhaber Thomas Ebersberger (CSU) hatte 2020 seine Vorgängerin Brigitte Merk-Erbe (Freie Wähler/ Bayreuther Gemeinschaft Freie Wähler e.V.) abgelöst, nachdem er die Stichwahl gewonnen hatte. "Das ist so ähnlich wie ein Pokalspiel, am Ende muss man derjenige sein, der als einziger übrigbleibt", sagte er selbst dazu.
Als starker Konkurrent für Ebersberger wurde der amtierende zweite Bürgermeister Andreas Zippel von der SPD gehandelt. Schon bei der vergangenen Wahl 2020 landete er als Neuling direkt auf Platz drei in der Gunst der Wähler. Stadtoberhaupt wollte auch Sabine Steininger von den Grünen werden, die bislang Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat ist. Für das Bündnis Freie Wähler / die Bayreuther Gemeinschaft ging deren langjähriger erster Vorsitzender Frank Hofmann ins Rennen.
Auch Luisa Funke-Barjak von der FDP bewarb sich um das Amt der Oberbürgermeisterin. Die Linke setzte auf Jannick Metz, die AfD auf Maximilian Maul. Christopher Süss trat für das Junge Bayreuth an, Wolfgang Gruber für Die Unabhängigen (DU).
SPD will in Oberfranken die Chefsessel behalten
Auch in Coburg waren es neun Kandidaten, die sich um das Amt des Oberbürgermeisters bewarben. Neben Amtsinhaber Dominik Sauerteig (SPD) waren das Hans-Herbert Hartan (CSU), Christian Gunsenheimer (Freie Wähler/FW-CSB), Michael Gebhardt (AfD), Wolfram Haupt (Bündnis 90/Die Grünen), Jürgen Heeb (Pro Coburg), Michael Zimmermann (FDP), Joachim Hoppe (Die Linke) und Erich Wohnig (ÖDP-Bündnis für Familien).
In Hof musste die 53-jährige SPD-Politikerin Eva Döhla ihr Amt gegen fünf Herausforderer verteidigen. Nachdem es ihr 2020 gelungen war, ihren Vorgänger Harald Fichtner (CSU) in der Stichwahl abzulösen, strebte sie nun ihre zweite Amtszeit an. Mit Stefan Schmalfuß positionierten die CSU, mit Peter Senf die FDP, mit Michael Böhm die Piraten und mit Jan Friedrich die FAB (Freie Aktive Bürger) schon vor Monaten ihre Kandidaten. Erst zum Jahreswechsel hatte die AfD mit Tim Krause noch einen bundesweit bekannten Kandidaten aufgestellt.
Vor sechs Jahren hatte Ingo Lehmann von der SPD überraschend die Stichwahl in Kulmbach gewonnen. Für eine weitere Amtszeit musste er sich gegen Ralf Hartnack (Wählergemeinschaft Kulmbach), Thomas Nagel (FDP) und Bernd Stößlein (AfD) sowie Frank Wilzok (CSU) behaupten.
In Forchheim war Uwe Kirschstein (SPD) seit 2016 Oberbürgermeister und wollte das auch bleiben. Streitig machen wollten ihm das Markus Dietz (Forchheimer Grüne Liste), Martina Hebendanz (CSU), Linnéa Hümmer (Die Linke), Manfred Hümmer (Freie Wähler), Viktor Naumann (parteilos) und Tino Reichardt (FDP).
In Neustadt bei Coburg stellte sich der schon seit 1995 amtierende SPD-Oberbürgermeister Frank Rebhan vier Herausforderern. Folgende Kandidaten wollten dem 66-Jährigen seine sechste volle Amtszeit streitig machen: Dominik Heike (CSU), Tanja Zapf (FW), Michael Höpflinger (AfD) und Bastian Schober (Wir für Neustadt).
Neue Landräte für Oberfranken
In gleich drei der insgesamt sieben oberfränkischen Landkreisen war schon vor der Wahl klar, dass es einen neuen Landrat geben würde: Im Landkreis Kulmbach endete nach 30 Jahren eine Ära. Im Alter von 69 kandidierte Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) nicht noch einmal. Im Landkreis Bamberg verzichtete der 65-jährige CSU-Politiker Johann Kalb auf eine dritte Amtszeit. Dasselbe galt für seinen Parteifreund Hermann Ulm im Landkreis Forchheim. Der 48-Jährige machte gesundheitliche Gründe geltend.
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