Im vergangenen Jahr gab es in Bayern rund vier Prozent weniger Straftaten als 2024. (Symbolbild Festnahme)
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Im vergangenen Jahr gab es in Bayern rund vier Prozent weniger Straftaten als 2024. (Symbolbild Festnahme)
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Im vergangenen Jahr gab es in Bayern rund vier Prozent weniger Straftaten als 2024. (Symbolbild Festnahme)

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Kriminalstatistik 2025: Gewaltverbrechen in Bayern gehen zurück

Kriminalstatistik 2025: Gewaltverbrechen in Bayern gehen zurück

Weniger Straftaten insgesamt, und auch weniger Gewalt- und Jugendkriminalität: Das sagt die polizeiliche Kriminalstatistik 2025. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger geht leicht nach oben. Sorgen bereitet die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Weniger Straftaten, mehr Aufklärung – so die Kurzbotschaft von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der am Montag die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorstellte: "Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 hatten wir die seit 1978 beste Sicherheitslage. Das ist eine wirklich großartige Bilanz."

Rund vier Prozent weniger Straftaten – Hauptdelikt: Diebstahl

Pro 100.000 Einwohner registrierte die bayerische Polizei im vergangenen Jahr 4094 Straftaten – ein Minus von 4,8 Prozent im Vergleich zu 2024. Zwar hätten noch nicht alle Bundesländer ihre Kriminalstatistiken [externer Link] veröffentlicht, er sei jedoch sehr zuversichtlich, so Herrmann: "Bayern wird auch weiterhin einen, wenn nicht den Spitzenplatz im Bereich der Inneren Sicherheit einnehmen."

In absoluten Zahlen gab es 2025 in Bayern 542.414 Straftaten (-4,3 Prozent). Ausländerrechtliche Delikte wie illegale Einreise oder illegaler Aufenthalt sind dabei ausgenommen. Rund ein Viertel aller Straftaten waren laut Statistik Diebstahldelikte, wenngleich auch deren Anzahl um knapp sieben Prozent zurückging. Die Aufklärungsquote insgesamt stieg demnach auf 66 Prozent (2024: 64,9 Prozent). Herrmann führt das unter anderem auf eine stärkere Polizeiüberwachung an Brennpunkten wie Bahnhöfen zurück.

Gewaltkriminalität und Zahl minderjähriger Tatverdächtiger sinkt

Bei Gewaltkriminalität verzeichnete die Statistik einen Rückgang um 4,5 Prozent auf knapp 21.700 Fälle – in knapp 80 Prozent davon handelte es sich um gefährliche und schwere Körperverletzung. In 167 Fällen kam es in Bayern 2025 zu vollendeten Tötungsdelikten (2024: 197). Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 95,4 Prozent. Auch die Kinder- und Jugendkriminalität ging laut Statistik zurück: Knapp 31.400 minderjährige Tatverdächtige bedeutet ein Minus von 5,5 Prozent. Erfreulich seien spürbare Rückgänge von minderjährigen Tatverdächtigungen in den Bereichen Gewaltkriminalität (-3,3 Prozent) und Diebstahl (-12 Prozent), so Herrmann.

Entgegen dem Gesamttrend ging die Zahl der Wohnungseinbrüche um 5,6 Prozent nach oben auf rund 3.800 Fälle. Bei knapp der Hälfte der Taten bleib es beim Versuch. Die Präventionsarbeit zeige: Es lohne sich in ordentliche Türschlösser und Fensterriegel zu investieren, so Herrmann. Trotz des Anstiegs liege die Zahl der Wohnungseinbrüche immer noch deutlich unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahrs 2019 (rund 4.300 Fälle). Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 23,1 Prozent. Mehr als die Hälfte waren laut Herrmann nicht-deutsche Tatverdächtige, vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa.

Anteil ausländischer Tatverdächtiger steigt – größte Gruppe aus Rumänien

Insgesamt stieg der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger leicht an auf 41,7 Prozent (2024: 41 Prozent). In diese Gruppe fallen auch ausländische Tatverdächtige, die nicht in Bayern leben – das können laut Herrmann auch Touristen sein, oder ausländische Banden, die nur für eine Straftat einreisen. Der Gesamtanteil nicht-deutscher Einwohner in der bayerischen Bevölkerung beträgt 15,6 Prozent.

Der überproportionale Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen, stehe "in klarem Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre", so Herrmann. "Wer kein Bleiberecht hat und Straftaten begeht, der muss unser Land wieder verlassen." Von allen Tatverdächtigen waren 2025 laut Kriminalstatistik 11,1 Prozent Zuwanderer – als nach bundeseinheitlicher Definition Asylbewerber, Asylberechtigte, Geduldete oder Kriegsflüchtlinge.

Von den nicht-deutschen Tatverdächtigen insgesamt kommt die größte Gruppe laut Kriminalstatistik aus Rumänien (5,3 Prozent), gefolgt von Tatverdächtigen aus der Ukraine (3,3 Prozent), der Türkei (3,0 Prozent) und Syrien (2,8 Prozent).

AfD sieht "Schönfärberei", Grüne wollen Betrug im Netz angehen

Die AfD wirft dem Innenminister "Schönfärberei" vor. "Wer genau hinsieht, erkennt das Drama", so der stellvertretende Fraktionschef Richard Graupner. "Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger wächst unaufhaltsam weiter." Bei Straftaten gegen das Leben sei der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger auf 43,1 Prozent gestiegen (2024: 35,2 Prozent). Das sei eine "sicherheitspolitische Katastrophe" – verschuldet durch eine "Politik der Massen-Einwanderung", so Graupner: "Statt konsequenter Remigration liefert die Staatsregierung nur beschönigende Phrasen."

Der Kriminalitätsrückgang im zweiten Jahr nacheinander sei "eine gute Nachricht für die Sicherheit in unserem Land", so Florian Siekmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen. Vor diesem Hintergrund dürfe man nicht "mit immer neuen Alarmmeldungen Angst zu schüren". Probleme sieht Siekmann bei Fällen von Internetkriminalität: Deren Anzahl ging zwar um knapp sieben Prozent zurück, allerdings stieg die Schadenssumme von knapp 49 auf knapp 56 Millionen Euro. "Dahinter verbergen sich Fälle von Scamming, Phishing oder Fake-Shops", so Siekmann. Menschen würden teils um ihr gesamtes Erspartes gebracht. Es brauche mehr Aufklärung, Prävention und Bekämpfung von Betrug im Netz.

Im Video: Polizeiliche Kriminalstatistik - Kriminalität in Bayern gesunken

Polizeiliche Kriminalstatistik: Kriminalität in Bayern gesunken
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Polizeiliche Kriminalstatistik: Kriminalität in Bayern gesunken

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